schwellen
GrammatikVerb · schwillt, schwoll, ist geschwollen
Aussprache
Worttrennungschwel-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schwellen‹ als Erstglied: ↗Schwellkopf · ↗Schwellkörper · ↗Schwellung · ↗Schwellwerk
 ·  mit ›schwellen‹ als Letztglied: ↗abschwellen · ↗anschwellen1 · ↗aufschwellen1 · ↗verschwellen · ↗zuschwellen
 ·  mit ›schwellen‹ als Grundform: ↗geschwollen
eWDG, 1976

Bedeutung

dick, groß werden, an Volumen zunehmen
Beispiele:
die Füße schwellen (ihr)
die Mandeln sind geschwollen
die Adern an Hals und Schläfen schwollen ihm vor Zorn
er hat geschwollene Augenlider, eine geschwollene Backe
der Bach schwillt über die Ufer (= steigt an und tritt über die Ufer)
Trauben, Früchte schwellen gehoben
Lavendel, dessen kleine Knospen zu schwellen anfingen [Ebner-Eschenb.2,18]
ein Ton schwilltein Ton verstärkt sich, wird lauter
Beispiel:
Er lobpries in schwellenden und verhallenden Lauten die Eigenschaften der Dahingeschiedenen [Th. MannBuddenbrooks1,606]
schwellend
oft im Part. Präs.
voll und weich
Beispiele:
schwellende Polster, Kissen, Teppiche
schwellende Lippen
die Reichen, die Leute mit der dicken, schwellenden (= prall gefüllten) Brieftasche [FalladaWolf1,42]
jmdm. schwillt der Kamm umgangssprachlich, bildlich jmd. wird eingebildet, übermütig; jmd. wird herausfordernd, zornig
jmdm. schwillt das Herz vor etw. gehoben, übertragen jmd. ist von etw. erfüllt
Beispiele:
Da schwoll ihr vor Sehnsucht nach dem Heimatdorfe das Herz [FalladaMurkelei127]
Ich blickte bewegungslos auf die badende Nymphe, und mein Herz schwoll (= ich war bewegt, gerührt) [HagelstangeSpielball66]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwellen · schwellen · geschwollen · geschwellt · Schwall
schwellen Vb. ‘sich aufblähen, ausdehnen, dicker werden’. Das starke Verb (germ. *swellan) ahd. swellan (8. Jh.), mhd. swellen ‘(an)schwellen’, asächs. swellan, mnd. swellen, swillen, mnl. swellen, nl. zwellen, aengl. swellan, engl. to swell, anord. svella, schwed. svälla (vgl. auch got. ufswalleins f. ‘Aufgeblasenheit’) und das abgeleitete, schwach flektierende Kausativum (germ. *swallijan) schwellen Vb. ‘aufgebläht, ausgedehnt, dicker machen’, ahd. biswellen ‘stauen, verstopfen’ (9. Jh.), mhd. swellen ‘stauen, hemmen’, mnl. swellen, anord. svella ‘vermehren’ gehören (mit ↗Schwulst und ↗Schwiele, s. d.) zu einer isolierten Wortgruppe ohne außergerm. Anschlußmöglichkeiten. Die Form des starken Präteritums lautet ursprünglich schwall, erst im 18. Jh. (z. B. bei Adelung) setzt sich schwoll durch. geschwollen Part.adj. (zum starken Verb ↗schwellen) ‘aufgeblasen, hochmütig’ (16. Jh.). geschwellt Part.adj. (zum schwachen Verb ↗schwellen) ‘angefüllt’, von Stolz die Brust geschwellt (19. Jh.). Schwall m. ‘große Menge, Woge, Guß’, mhd. swal ‘angeschwollene Masse’.

Thesaurus

Synonymgruppe
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adern Bizeps Brust Gelenke Gesichtshälfte Halsadern Halsschlagader Kamm Knospen Knöchel Lymphdrüsen Lymphknoten Muskeln Nasenschleimhaut Orkan Schleimhäute Schläfen Stirnadern Zornadern Zornesader abschwillt an anschwillt aufschwoll entgegenschwillt gerötet schmerzt schwoll zuschwillt überschwillt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwellen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein Auge war geschwollen, sein Bein zog er humpelnd hinter sich her.
Bild, 26.02.2001
Das Herz schwoll mir, ich trank gierig die Luft, ich stürzte mich auf das Leben.
Der Tagesspiegel, 05.11.1999
Ich sah sie schwellen, wenig zwar, aber ich sah es.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 279
Der Hals schwoll immer mehr nach innen, und er drohte zu ersticken.
Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1965 [1953], S. 22
Das Gelenk schwillt und schmerzt stark auf Druck und Bewegung.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 914
Zitationshilfe
„schwellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwellen#1>, abgerufen am 21.09.2017.

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schwellen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschwel-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schwellen‹ als Letztglied: ↗anschwellen2 · ↗aufschwellen2
 ·  mit ›schwellen‹ als Grundform: ↗geschwellt
eWDG, 1976

Bedeutung

etw. dick, groß machen
Beispiele:
der Wind schwellt (= bläht) die Segel
Ich ... glaubte an der rechteckigen Form der Ausbuchtung zu erkennen, was diese etwas geschwellte (= ausgebeulte) Tasche in sich verbarg: ein Buch! [St. ZweigSchachnovelle1,226]
übertragen
Beispiel:
Freude schwellte ihm die Brust (= er war ganz von Freude erfüllt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwellen · schwellen · geschwollen · geschwellt · Schwall
schwellen Vb. ‘sich aufblähen, ausdehnen, dicker werden’. Das starke Verb (germ. *swellan) ahd. swellan (8. Jh.), mhd. swellen ‘(an)schwellen’, asächs. swellan, mnd. swellen, swillen, mnl. swellen, nl. zwellen, aengl. swellan, engl. to swell, anord. svella, schwed. svälla (vgl. auch got. ufswalleins f. ‘Aufgeblasenheit’) und das abgeleitete, schwach flektierende Kausativum (germ. *swallijan) schwellen Vb. ‘aufgebläht, ausgedehnt, dicker machen’, ahd. biswellen ‘stauen, verstopfen’ (9. Jh.), mhd. swellen ‘stauen, hemmen’, mnl. swellen, anord. svella ‘vermehren’ gehören (mit ↗Schwulst und ↗Schwiele, s. d.) zu einer isolierten Wortgruppe ohne außergerm. Anschlußmöglichkeiten. Die Form des starken Präteritums lautet ursprünglich schwall, erst im 18. Jh. (z. B. bei Adelung) setzt sich schwoll durch. geschwollen Part.adj. (zum starken Verb ↗schwellen) ‘aufgeblasen, hochmütig’ (16. Jh.). geschwellt Part.adj. (zum schwachen Verb ↗schwellen) ‘angefüllt’, von Stolz die Brust geschwellt (19. Jh.). Schwall m. ‘große Menge, Woge, Guß’, mhd. swal ‘angeschwollene Masse’.

Thesaurus

Synonymgruppe
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adern Bizeps Brust Gelenke Gesichtshälfte Halsadern Halsschlagader Kamm Knospen Knöchel Lymphdrüsen Lymphknoten Muskeln Nasenschleimhaut Orkan Schleimhäute Schläfen Stirnadern Zornadern Zornesader abschwillt an anschwillt aufschwoll entgegenschwillt gerötet schmerzt schwoll zuschwillt überschwillt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwellen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein Auge war geschwollen, sein Bein zog er humpelnd hinter sich her.
Bild, 26.02.2001
Das Herz schwoll mir, ich trank gierig die Luft, ich stürzte mich auf das Leben.
Der Tagesspiegel, 05.11.1999
Ich sah sie schwellen, wenig zwar, aber ich sah es.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 279
Der Hals schwoll immer mehr nach innen, und er drohte zu ersticken.
Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1965 [1953], S. 22
Das Gelenk schwillt und schmerzt stark auf Druck und Bewegung.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 914
Zitationshilfe
„schwellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwellen#2>, abgerufen am 21.09.2017.

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