Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

schwiemeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schwie-meln
Wortbildung  mit ›schwiemeln‹ als Grundform: Schwiemelei
eWDG

Bedeutung

landschaftlich, salopp leichtsinnig leben, zechen
Beispiele:
wir haben dort geschwiemelt
wenn er nur nicht so schwiemelte!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwiemen · schwiemeln · Schwiemel · schwiemelig
schwiemen Vb. nordd. ‘schwindlig sein, taumeln, unsicher gehen’, mnd. swimen. Häufiger das gleichbed. Iterativum schwiemeln Vb. nordd. md., auch ‘leichtsinnig leben, bummeln, zechen’, swimmelen (15. Jh.), mnd. swimelen, md. schweimeln (17. Jh.). Schwiemel ‘Schwindel, Rausch’, mnd. swimel. Übertragen ‘Bummler, liederlicher Kerl’ (19. Jh.). schwiemelig Adj. nordd. ‘schwindlig, taumelig’, obsächs. schweimelig. Herkunft ungewiß. Vielleicht besteht ein Zusammenhang der Wortgruppe mit ahd. swīnan ‘schwinden, abnehmen’ (um 800), mhd. swīnen ‘abnehmen, abmagern, welken, in Ohnmacht fallen’ (s. schwinden)?

Verwendungsbeispiele für ›schwiemeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das alles, bis auf den letztgenannten Satz, schwiemelt im Eckwertepapier der CDU nach wie vor herum. [Süddeutsche Zeitung, 08.11.2000]
Sondern schwiemelt und krümelt sich mit Exkursen über die Magie der Stars um jedes Bekenntnis zur eigenen Rolle herum. [konkret, 1996]
Und schwiemelt aus dem Leseraum im 1. Stock über den dünnen, grünen Stahlzaun zu den angrenzenden Kleingartenanlagen hinüber. [Bild, 17.12.1999]
Zitationshilfe
„schwiemeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwiemeln>.

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