schwimmen

GrammatikVerb · schwamm, ist/hat geschwommen
Aussprache
Worttrennungschwim-men
Wortbildung mit ›schwimmen‹ als Erstglied: ↗Schwimm-Meister · ↗Schwimmabzeichen · ↗Schwimmanlage · ↗Schwimmart · ↗Schwimmbad · ↗Schwimmbagger · ↗Schwimmbahn · ↗Schwimmbassin · ↗Schwimmbecken · ↗Schwimmbeutler · ↗Schwimmbewegung · ↗Schwimmblase · ↗Schwimmboje · ↗Schwimmclub · ↗Schwimmdock · ↗Schwimmente · ↗Schwimmer · ↗Schwimmerei · ↗Schwimmfest · ↗Schwimmflosse · ↗Schwimmflügel · ↗Schwimmfuß · ↗Schwimmgürtel · ↗Schwimmhalle · ↗Schwimmhaut · ↗Schwimmhilfe · ↗Schwimmkissen · ↗Schwimmklub · ↗Schwimmkran · ↗Schwimmkunst · ↗Schwimmkörper · ↗Schwimmlehrer · ↗Schwimmmeister · ↗Schwimmpanzer · ↗Schwimmprüfung · ↗Schwimmschüler · ↗Schwimmseife · ↗Schwimmsport · ↗Schwimmstadion · ↗Schwimmstaffel · ↗Schwimmstil · ↗Schwimmteich · ↗Schwimmunterricht · ↗Schwimmverband · ↗Schwimmvogel · ↗Schwimmwagen · ↗Schwimmweste · ↗Schwimmübung · ↗schwimmenlassen · ↗schwimmfähig
 ·  mit ›schwimmen‹ als Letztglied: ↗abschwimmen · ↗anschwimmen · ↗aufschwimmen · ↗ausschwimmen · ↗brustschwimmen · ↗davonschwimmen · ↗durchschwimmen · ↗einschwimmen · ↗fortschwimmen · ↗freischwimmen · ↗herüberschwimmen · ↗hinausschwimmen · ↗hindurchschwimmen · ↗hinschwimmen · ↗hinüberschwimmen · ↗mitschwimmen · ↗rückenschwimmen · ↗umherschwimmen · ↗vorbeischwimmen · ↗wegschwimmen · ↗weiterschwimmen · ↗zurückschwimmen
 ·  mit ›schwimmen‹ als Grundform: ↗Schwimmen · ↗verschwimmen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
sich aus eigener Kraft im Wasser bewegen, fortbewegen, ohne zu sinken
a)
mit Hilfsverb ›ist‹, mit Hilfsverb ›hat‹
von Lebewesen
Beispiele:
jmd. schwimmt gut, schlecht, wie ein Fisch
umgangssprachlich, scherzhaft jmd. schwimmt wie eine bleierne Ente
jmd. lernt, geht schwimmen
jmd. kann (nicht) schwimmen
umgangssprachlich sie schwimmt seit ihrem vierten Lebensjahr (= kann es seit ihrem 10. Lebensjahr)
auf dem Teich schwimmen Enten und Schwäne
im Aquarium schwammen farbenprächtige Exoten
sie ist, hat jeden Morgen eine halbe Stunde geschwommen
er ist, hat auf dem Rücken geschwommen
sie sind, haben um die Wette geschwommen
umgangssprachlich von Schiffen, technischen Anlagen
Beispiel:
übermorgen schwimmt unser Schiff, schwimmen wir schon auf hoher See
oft im Part. Präs.
Beispiele:
die Fische werden an Bord von modernen schwimmenden Fischfabriken verarbeitet
die schwimmenden Bohrtürme im Kaspischen Meer
ein schwimmendes Hotel (= ein vor Anker liegendes Schiff, das als Hotel genutzt wird, großes Passagierschiff)
bildlich
Beispiele:
jmd. schwimmt in Tränen (= jmd. weint heftig)
jmd. schwimmt in seinem Blute, im Blut (= jmd. liegt in einer Blutlache)
umgangssprachlich jmd. schwimmt im Geld (= jmd. hat viel Geld)
umgangssprachlich jmd. schwimmt oben(auf) (= ist gesund und munter, jmdm. geht es gut)
umgangssprachlich jmd. schwimmt in einem Meer von Seligkeit, in seinem Erfolg, Triumph, in Wonne, Wohlbehagen
b)
mit Hilfsverb ›ist‹
von Lebewesen   in einer bestimmten Richtung (auf ein bestimmtes Ziel zu)
Beispiele:
jmd. schwimmt gegen die Strömung, mit dem Strom, flussaufwärts
er ist über den See, zum anderen Ufer geschwommen
der Hund ist durch, über den Fluss geschwommen
von Schiffen
Beispiel:
unser Boot schwimmt stromabwärts
bildlich
Beispiele:
jmd. schwimmt mit dem Strom (= jmd. verhält sich genauso wie die anderen)
jmd. schwimmt gegen den Strom (= jmd. verhält sich anders als die anderen)
Und so schwamm Martin Grambauer wieder einmal mit jedem Tag mehr nach oben [WelkHeiden311]
c)
mit Hilfsverb ›ist‹, mit Hilfsverb ›hat‹
Sport
eine Zeit schwimmeneine bestimmte Strecke in einer bestimmten Zeit schwimmen
Beispiele:
die Staffel ist, hat Weltbestzeit, einen neuen Europarekord geschwommen
als erster gratulierte ihm der Trainer zu dem geschwommenen Rekord
eine Strecke (in einer bestimmten Zeit, einem Stil) schwimmen
Beispiel:
sie ist, hat die hundert Meter in einer persönlichen Bestzeit, im Delfinstil geschwommen
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. schwimmtetw. wird von einer Flüssigkeit getragen, treibt auf einer Flüssigkeit
a)
Beispiele:
Kork, Holz schwimmt (auf dem Wasser)
Ölflecken schwimmen auf dem Fluss
im Cocktailglas schwammen Eiswürfel
in den Pfützen hat welkes Laub geschwommen
die Kinder ließen in der Regentonne Schiffchen schwimmen
gehoben in ihrem Blick, ihren Augen schwammen Tränen
bildlich
Beispiele:
die Sonne schwimmt hinter dem, im Nebel
Freundliche Federwölkchen schwammen am blauen Himmel [ApitzNackt527]
dichterisch Busch und Baum schwammen in silbrigem Duft [Wasserm.Wahnschaffe1,40]
b)
etw. ist sehr nass
Beispiele:
umgangssprachlich der Fußboden, das Badezimmer schwimmt (= der Fußboden, das Badezimmer steht unter Wasser)
gehoben ihre Augen schwammen (in Tränen) (= waren von Tränen erfüllt)
sie sah ihn mit ihren schwimmenden (= tränenden, von Tränen erfüllten) Augen an
3.
mit Hilfsverb ›hat‹
Transportwesen etw. auf dem Wasserweg befördern, transportieren
Beispiele:
die Kohle wird auf Schiffe umgeladen und zum Kraftwerk geschwommen
die Schwimmkörper aus Beton wurden zu der Insel geschwommen
4.
mit Hilfsverb ›hat‹, mit Hilfsverb ›ist‹
umgangssprachlich unsicher sein
Beispiele:
der Redner, Prüfling schwimmt (= beherrscht seinen Stoff nicht)
im dritten Akt schwamm der Darsteller, Schauspieler
das Auto, Fahrzeug schwimmt (= schleudert, schlingert) immer bei Glatteis
ins Schwimmen kommen, geraten
Beispiele:
unser Wagen geriet ins Schwimmen
jmd. gerät bei der Prüfung, mit seinen Terminen ins Schwimmen
So kommt man eines Tages ins Schwimmen, Sepp, und nirgendwo ist mehr Halt, und man beginnt zu suchen [NollHolt2,440]
5.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. schwimmt vor jmdm.etw. ist nur undeutlich sichtbar, verschwimmt
Beispiele:
jmdm. schwimmt es, alles vor (den) Augen
die Buchstaben haben ihr beim Lesen vor den Augen geschwommen
schwimmende Konturen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwimmen · verschwimmen · verschwommen · Schwimmer
schwimmen Vb. ‘sich im Wasser bewegen, ohne abzusinken, von einer Flüssigkeit getragen werden’. Das starke Verb ahd. swimman (8. Jh.), mhd. swimmen, mnd. mnl. swemmen, nl. zwemmen, afries. swimma, swomma, aengl. swimman, engl. to swim, anord. svimma, svima, schwed. simma (germ. *swimman) läßt sich mit den unter ↗schwemmen (s. d.) genannten Formen, mit gleichfalls ablautenden mhd. swamen ‘schwimmen’, norw. (mundartlich) svamla, sumla ‘plätschern’ und (mit dem Suffix germ. -sla- abgeleitetem) got. swumfsl n. ‘Teich’ verbinden. Außergerm. bieten sich keine sicheren Vergleichsmöglichkeiten. Pokorny 1, 1046 möchte air. to-senn- (aus *su̯em-d-ne) ‘verfolgen’ heranziehen und daraus eine (allerdings zweifelhafte) Wurzel ie. *su̯em- ‘sich bewegen’ erschließen, während de Vries Nl. 877 an ein Substratwort denkt. schwimmen gilt von Anfang an vom Menschen, wird dann auch auf Tiere und Gegenstände übertragen; seit dem 18. Jh. erscheint es häufig mit Bezug auf Auge und Sehvermögen im Sinne von ‘unklar sichtbar sein, in der Ferne als Bild zerfließen’. So auch verschwimmen Vb. ‘für das Auge undeutlich werden’ (18. Jh.), dazu verschwommen Part.adj. (seit dem 19. Jh. geläufig). Schwimmer m. ‘wer schwimmt, die Sportart Schwimmen betreibt’ (15. Jh.), ‘auf der Wasseroberfläche schwimmendes technisches Gerät’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
baden · schwimmen  ●  ↗paddeln  ugs. · ↗plantschen  ugs. · ↗rinnen (von Haarwild)  fachspr., Jägersprache
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestzeit Delphin Ente Erfolgswelle Fisch Fluß Freistil Meer See Strom Ufer Wasser Welle Weltrekord Woge aufschwimmen davonschwimmen freischwimmen herumschwimmen hinausschwimmen hinterher mitschwimmen oben obenauf umherschwimmen vorbeischwimmen wegschwimmen weiterschwimmen zurückschwimmen zuschwimmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwimmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Warum dürfen wir in der Schule nicht mehr schwimmen lernen?
Bild, 24.08.2005
Sie denkt jetzt lieber an die nächsten Olympischen Spiele, bis dahin will sie noch schwimmen.
Der Tagesspiegel, 02.08.2002
Mein Vater ist mit mir in das Reich der tausend Atolle schwimmen gegangen.
Bachmann, Ingeborg: Malina, Gütersloh: Bertelsmann 1992 [1971], S. 151
Ich war nun elf Jahre alt und konnte immer noch nicht schwimmen.
Stadler, Arnold: Sehnsucht, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 134
Weil ich am Abend kein Boot hatte und nicht rudern konnte, drum schwamm ich.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18568
Zitationshilfe
„schwimmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwimmen>, abgerufen am 17.12.2018.

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