schwindelhaft

Grammatik Adjektiv
Aussprache [ˈʃvɪndl̩haft]
Worttrennung schwin-del-haft
Wortzerlegung  Schwindel1 -haft
eWDG

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von Schwindel¹ (1)

Verwendungsbeispiele für ›schwindelhaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Tonfolge, deren Ausdruck bei klar-sachlicher Ausführung vergeht, hat nie einen gehabt, außer als schwindelhaften.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 145
Ein Mädchen von dermaßen schwindelhaftem Gebaren paßte freilich besser zu den verkommenen Bucks als zu einem kernigen und treugesinnten Mann wie Diederich!
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 155
Die echten Fundamente wurden schwindelhaft höher gemauert und schauen immer noch nichts gleich.
Die Zeit, 02.10.1992, Nr. 41
Selbstverständlich hatten auch die zahllosen Besitzer der Treber-Aktien, deren Kurs eine schwindelhafte Höhe erreicht hatte, ihr ganzes Vermögen verloren.
Friedländer, Hugo: Der König der Spieler Rudolf Stallmann und Genossen auf der Anklagebank. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3707
Der falsche Doktor Neumann, der sich gestern der Ergreifung entzog, treibt hier schon seit vielen Monaten sein schwindelhaftes Wesen.
Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 19.02.1902
Zitationshilfe
„schwindelhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwindelhaft#1>, abgerufen am 14.10.2021.

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schwindelhaft

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Aussprache [ˈʃvɪndl̩haft]
Worttrennung schwin-del-haft
Wortzerlegung  Schwindel2 -haft
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Schwindel² erregend
Beispiele:
Die echten Fundamente wurden schwindelhaft höher gemauert […]. [Die Zeit, 02.10.1992]
Ein achtbarer Wolkenkratzer türmt sich längst nicht so schwindelhaft, wie er dann auftritt. [die tageszeitung, 17.02.1992]
bildlich Karl May wurde eines jener seltenen Schicksale zuteil, in denen die Laster, Sehnsüchte und Begierden einer Epoche wie durch ein Brennglas Feuer fangen. Ein Einzelleben, das stellvertretend für Millionen, die ähnlich träumen, sich ähnlich bedrückt fühlen, sich ähnlich belügen, beredt ist. Wenn man es erst aus seiner schwindelhaften Höhe in Luftschichten holt, wo ruhig geatmet und klar gesehen wird, wenn es behutsam geschieht, ohne Häme und törichte Besserwisserei, dann kommt ein Meisterstück heraus, wie es den klugen Arrangeuren der bewundernswerten Ausstellung gelungen ist. [Süddeutsche Zeitung, 01.09.2007]
übertragen sehr, unglaublich groß, hoch
Beispiele:
So führte der Wegfall der staatlichen Genehmigung und Aufsicht der Aktiengesellschaft […] in Deutschland zu einem schwindelhaften Emporschiessen der Aktienunternehmen, aber auch zu ihrem Zusammenbruch. [Neue Zürcher Zeitung, 31.05.2008]
Die Prämien für Kreditausfall‑Versicherungen […] liegen derzeit bei schwindelhaften 850 Punkten. [Neue Zürcher Zeitung, 01.12.2008]
Nach dem schwindelhaften Aufschwung der lateinamerikanischen Literatur in den sechziger Jahren hat diese nachfolgende Generation einen nicht immer dankbaren Schwellenplatz zwischen dem magischen Realismus um García Márquez, der urban‑intellektualisierten Phantastik Cortázars und der die Mythen wie alles Anekdotische zertrümmernden Literatur der jungen Generation eingenommen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2002]
Sofort nach der »Machtergreifung« ging denn auch die Aufrüstung in schwindelhaftem Tempo vor sich, das Geschäft übertraf bald die kühnsten Erwartungen aller Beteiligten. [Berliner Zeitung, 16.11.1945]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„schwindelhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwindelhaft#2>, abgerufen am 14.10.2021.

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