schwindlig

GrammatikAdjektiv
Nebenform schwindelig · Adjektiv
Worttrennungschwind-lig · schwin-de-lig
WortzerlegungSchwindel2-ig
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
von Schwindelgefühl befallen, sich taumelig fühlend
Beispiele:
jmd. wird (leicht, schnell, oft) schwindlig
jmd., jmdm. ist schwindlig
jmd. fühlt sich schwindlig
beim Tanzen, auf der Leiter wird ihr immer schwindlig
ihr wurde ganz schwindlig vor Angst, Schmerz, Freude
2.
schwindelerregend
Beispiele:
bildlichin einer Inflation klettern die Preise in schwindlige Höhen
er geht einen so schwindligen Weg [SchnitzlerErzählungen290]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwindeln · Schwindel · Schwindler · Schwindelei · schwindlig
schwindeln Vb. ‘sich schwindlig fühlen, betrügen’, ahd. swintilōn ‘in Ohnmacht fallen, Schwindel empfinden’ (um 800), mhd. swindeln ist Iterativbildung zu dem unter ↗schwinden (s. d.) dargestellten Verb. Bereits im Ahd. stehen persönliche Konstruktion (swintilōmēs ‘wir schwindeln, fühlen uns schwindlig’) und unpersönliche mit Dativ der Person (uns swintilōt) nebeneinander. Durch freieren Gebrauch entwickelt sich im 18. Jh. ‘sich (wohin) versteigen, abenteuerliche Entwürfe oder Versprechungen machen’ und unter Einfluß von Schwindel ‘Betrug’ und Schwindler ‘Phantast, Flunkerer’ (s. unten) die heute vorherrschende Bedeutung ‘die Unwahrheit sagen, lügen’. Schwindel m. ‘Taumelgefühl, Lüge, Betrug’, mhd. swindel ‘drehendes Gefühl im Kopf, Taumelgefühl’, aus dem Verb rückgebildet. Übertragen ‘Taumel der Erregung, der Begeisterung’ (18. Jh.). Ausgehend von einer Verwendung ‘unbesonnenes Handeln’ (vereinzelt bereits 16. Jh.) entwickelt sich über ‘unlauteres Handeln’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘Lüge, Betrug’ (18. Jh., geläufig seit dem 19. Jh.). Schwindler m. ‘Schwärmer, Phantast’ (17. Jh.), ‘unbesonnener, leichtsinniger, unlauterer Mensch’ (Ende 18. Jh.), ‘Betrüger, Lügner’ (19. Jh.). Aus dem Dt. entlehnt engl. swindler für ‘unbesonnener, leichtsinniger Mensch und Geschäftemacher’ (18. Jh.), danach auch ‘Hochstapler, Betrüger’, das über Hamburg auf das Dt. zurückwirkt. Schwindelei f. ‘Lüge, Betrug’ (2. Hälfte 18. Jh.). schwindlig Adj. ‘körperlich Schwindel empfindend’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
schwindelig · schwindlig  ●  ↗blümerant  ugs. · ↗schwiemelig  ugs. · schwurbelig  ugs. · schwurblig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

dribbeln fast manchmal spielen teilweise übel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwindelig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es kann einem sogar schwindlig werden, vor dem reichen Angebot.
Die Zeit, 04.06.2003, Nr. 23
Wir sind Opfer des eigenen Systems geworden, schießt es mir schwindlig durch den Kopf.
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2003
Ihr war etwas übel, doch hatte sie nicht erbrochen, nur wurde ihr manchmal etwas schwindlig.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 271
Es gibt Tage, da haben wir genügend zu essen und es gibt bei uns Tage, da wird es einem bald schwindlig vor Hunger.
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 29.10.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Als er auf die Straße trat, wurde ihm von der frischen Luft schwindlig.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 161
Zitationshilfe
„schwindlig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwindlig>, abgerufen am 08.12.2019.

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