schwindeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schwin-deln
Wortbildung  mit ›schwindeln‹ als Erstglied: Schwindelmanöver  ·  mit ›schwindeln‹ als Letztglied: abschwindeln · anschwindeln · aufschwindeln · beschwindeln · durchschwindeln · erschwindeln · herausschwindeln · herumschwindeln · vorschwindeln · wegschwindeln
 ·  mit ›schwindeln‹ als Grundform: Schwindelei
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich die Unwahrheit sagen, lügen, betrügen, oft nur in kleinen, harmlosen Dingen
Beispiele:
du schwindelst ja!
er schwindelte, dass sich die Balken bogen
wehe, wenn du wieder geschwindelt hast!
daß die Kleine voll Genuß schwindelte, ohne Not, aus reiner Freude am Schminken des Lebens [ A. ZweigRegenbogen98]
sich, jmdn., etw. mit Lüge oder Betrug durchbringen
Beispiele:
jmd. schwindelt sich aus jeder Schwierigkeit, durch das Leben
er wurde gefasst, als er versuchte, einen Koffer durch die Zollkontrolle zu schwindeln
Er schwindelte ihn auf die Liste der ersten Heimkehrer [ H. KantAula274]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwindeln · Schwindel · Schwindler · Schwindelei · schwindlig
schwindeln Vb. ‘sich schwindlig fühlen, betrügen’, ahd. swintilōn ‘in Ohnmacht fallen, Schwindel empfinden’ (um 800), mhd. swindeln ist Iterativbildung zu dem unter schwinden (s. d.) dargestellten Verb. Bereits im Ahd. stehen persönliche Konstruktion (swintilōmēs ‘wir schwindeln, fühlen uns schwindlig’) und unpersönliche mit Dativ der Person (uns swintilōt) nebeneinander. Durch freieren Gebrauch entwickelt sich im 18. Jh. ‘sich (wohin) versteigen, abenteuerliche Entwürfe oder Versprechungen machen’ und unter Einfluß von Schwindel ‘Betrug’ und Schwindler ‘Phantast, Flunkerer’ (s. unten) die heute vorherrschende Bedeutung ‘die Unwahrheit sagen, lügen’. Schwindel m. ‘Taumelgefühl, Lüge, Betrug’, mhd. swindel ‘drehendes Gefühl im Kopf, Taumelgefühl’, aus dem Verb rückgebildet. Übertragen ‘Taumel der Erregung, der Begeisterung’ (18. Jh.). Ausgehend von einer Verwendung ‘unbesonnenes Handeln’ (vereinzelt bereits 16. Jh.) entwickelt sich über ‘unlauteres Handeln’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘Lüge, Betrug’ (18. Jh., geläufig seit dem 19. Jh.). Schwindler m. ‘Schwärmer, Phantast’ (17. Jh.), ‘unbesonnener, leichtsinniger, unlauterer Mensch’ (Ende 18. Jh.), ‘Betrüger, Lügner’ (19. Jh.). Aus dem Dt. entlehnt engl. swindler für ‘unbesonnener, leichtsinniger Mensch und Geschäftemacher’ (18. Jh.), danach auch ‘Hochstapler, Betrüger’, das über Hamburg auf das Dt. zurückwirkt. Schwindelei f. ‘Lüge, Betrug’ (2. Hälfte 18. Jh.). schwindlig Adj. ‘körperlich Schwindel empfindend’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›schwindeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwindeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›schwindeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die hohe energetische Spannung dieses Textes macht den Leser schwindeln. [Süddeutsche Zeitung, 05.11.2002]
Wer auf dem Platz betrügt, schwindelt der nicht auch im Leben? [Die Welt, 07.12.2005]
Die Cebit schillert nicht mehr, sie glänzt nicht mehr, sie schwindelt und sie trauert nicht mehr. [Der Tagesspiegel, 17.03.2004]
Er könnte dazu verführen, auswendig zu lernen, zu schwindeln und zu raten. [Die Zeit, 08.03.1974, Nr. 11]
Man schwindelt sich so durch den Rest vom Winter und hofft auf bessere Tage. [Der Tagesspiegel, 11.03.2005]
Zitationshilfe
„schwindeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwindeln#1>.

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schwindeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung schwin-deln
eWDG

Bedeutung

jmdm., jmdn. schwindelt (es)jmd. wird von Schwindelgefühl befallen, fühlt sich taumelig
Beispiele:
mir, mich schwindelt
ihm, ihn schwindelte es, als er vom Turm in die Tiefe sah
dem Kranken schwindelte vor Schmerz, Schwäche
das Tempo, die Hitze, der Hunger lässt jmdn. schwindeln
der Schreck, die Gefahr, der Erfolg, das Glück macht jmdn. schwindeln
ihm hat der Kopf geschwindelt
Die Landstraße, die den Berg hinauflief, machte mich plötzlich schwindeln, sie drehte sich vor meinen Augen [ BöllZug37]
schwindelndSchwindelgefühl hervorrufend, schwindelerregend
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
die schwindelnde Höhe eines Wolkenkratzers
die schwindelnde Tiefe eines Abgrunds
er arbeitet in schwindelnder Höhe
in schwindelnder Fahrt ging es bergab
sie drehten sich in schwindelndem Tanz
eine schwindelnd hohe Felsenwand
eine schwindelnde Hoffnung erfüllte ihn
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwindeln · Schwindel · Schwindler · Schwindelei · schwindlig
schwindeln Vb. ‘sich schwindlig fühlen, betrügen’, ahd. swintilōn ‘in Ohnmacht fallen, Schwindel empfinden’ (um 800), mhd. swindeln ist Iterativbildung zu dem unter schwinden (s. d.) dargestellten Verb. Bereits im Ahd. stehen persönliche Konstruktion (swintilōmēs ‘wir schwindeln, fühlen uns schwindlig’) und unpersönliche mit Dativ der Person (uns swintilōt) nebeneinander. Durch freieren Gebrauch entwickelt sich im 18. Jh. ‘sich (wohin) versteigen, abenteuerliche Entwürfe oder Versprechungen machen’ und unter Einfluß von Schwindel ‘Betrug’ und Schwindler ‘Phantast, Flunkerer’ (s. unten) die heute vorherrschende Bedeutung ‘die Unwahrheit sagen, lügen’. Schwindel m. ‘Taumelgefühl, Lüge, Betrug’, mhd. swindel ‘drehendes Gefühl im Kopf, Taumelgefühl’, aus dem Verb rückgebildet. Übertragen ‘Taumel der Erregung, der Begeisterung’ (18. Jh.). Ausgehend von einer Verwendung ‘unbesonnenes Handeln’ (vereinzelt bereits 16. Jh.) entwickelt sich über ‘unlauteres Handeln’ die heute vorherrschende Bedeutung ‘Lüge, Betrug’ (18. Jh., geläufig seit dem 19. Jh.). Schwindler m. ‘Schwärmer, Phantast’ (17. Jh.), ‘unbesonnener, leichtsinniger, unlauterer Mensch’ (Ende 18. Jh.), ‘Betrüger, Lügner’ (19. Jh.). Aus dem Dt. entlehnt engl. swindler für ‘unbesonnener, leichtsinniger Mensch und Geschäftemacher’ (18. Jh.), danach auch ‘Hochstapler, Betrüger’, das über Hamburg auf das Dt. zurückwirkt. Schwindelei f. ‘Lüge, Betrug’ (2. Hälfte 18. Jh.). schwindlig Adj. ‘körperlich Schwindel empfindend’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›schwindeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwindeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›schwindeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die hohe energetische Spannung dieses Textes macht den Leser schwindeln. [Süddeutsche Zeitung, 05.11.2002]
Wer auf dem Platz betrügt, schwindelt der nicht auch im Leben? [Die Welt, 07.12.2005]
Die Cebit schillert nicht mehr, sie glänzt nicht mehr, sie schwindelt und sie trauert nicht mehr. [Der Tagesspiegel, 17.03.2004]
Er könnte dazu verführen, auswendig zu lernen, zu schwindeln und zu raten. [Die Zeit, 08.03.1974, Nr. 11]
Man schwindelt sich so durch den Rest vom Winter und hofft auf bessere Tage. [Der Tagesspiegel, 11.03.2005]
Zitationshilfe
„schwindeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/schwindeln#2>.

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