seekrank

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung see-krank
Wortzerlegung See2krank
eWDG, 1976

Bedeutung

an Seekrankheit leidend
Beispiel:
bei dem Sturm wurden viele Passagiere auf dem Schiff seekrank
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

See · Seemann · seekrank · Seenot · Seerose
See m. ‘stehendes Binnengewässer’, f. ‘Meer, Ozean’, ahd. sēo, Genitiv sēwes (8. Jh.), mhd. mnd. ‘Binnensee, Meer’, asächs. sēo, mnl. see, nl. zee, afries. , aengl. , engl. sea, anord. sær, sjōr, sjār, schwed. sjö, got. saiws (‘Binnensee, Marschland’), germ. *saiwi-. Herkunft ungeklärt. Zusammenstellungen mit lit. sývas ‘Saft’, lett. sīvs ‘Jauche’, griech. aionā́n (αἰονᾶν) ‘begießen’ oder lat. saevus ‘wütend, tobend’ sind zweifelhaft. Koivulehto in: Neuphilolog. Mitt. 68 (1967) 113 ff. will aengl. , anord. sār, isl. sár, dän. saa, schwed. ‘Zuber, großer (Wasser)kübel’ mit den zuerst genannten germ. Formen verbinden und See in übertragenem Sinne als ‘natürlichen großen Wasserbehälter’ deuten; er verweist zur Stützung dieser Auffassung auf lat. lacus ‘See, Trog, Kufe’. Doch bleiben Anknüpfungen dieser Art fraglich, so daß mehrfach Herleitung von einem nicht-ie. Substratwort angenommen wird. Dagegen macht Meid in: Gedenkschr. Kronasser (1982) 91 ff. wahrscheinlich, daß für See, womit im Germ. weithin ein Binnengewässer bezeichnet wird, von einer Bedeutung ‘tropfenweise bzw. aus Rinnsalen angesammeltes Wasser’ auszugehen ist. Er vergleicht das unter ↗seihen (s. d.) dargestellte Verb und verbindet germ. *saiw- (aus *saigw-) mit der dort genannten Erweiterung ie. *seiku̯- ‘ausgießen, seihen, rinnen, träufeln’ der Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’. See ist ursprünglich Maskulinum. Schwankungen zwischen maskulinem und femininem Gebrauch bestehen im Aengl., Mhd., Mnd. und Mnl. Der im Dt. an das Genus gebundene Bedeutungsunterschied wird erstmals bei dem Pommern Kantzow (16. Jh.) deutlich, aber in der Literatursprache erst im 19. Jh. voll ausgebildet. Seemann m. ‘wer berufsmäßig zur See fährt, Matrose’ (17. Jh.); älter mnl. seeman (nl. zeeman), aengl. sǣmann, anord. sjōmaðr. seekrank Adj. ‘an Übelkeit leidend durch großen Seegang’ (17. Jh.). Seenot f. ‘Gefahr des Untergangs (von Schiffen) im Meer’ (18. Jh.). Seerose f. Name der in Binnenseen blühenden, an Schönheit mit einer Rose verglichenen Blume (16. Jh.); vgl. mhd. sēbluome.

Typische Verbindungen zu ›seekrank‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›seekrank‹.

Verwendungsbeispiele für ›seekrank‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin seit mehr als einem Jahr wieder einmal seekrank geworden.
Bild, 18.06.2003
Sie waren nach nur ein paar Minuten in den Booten seekrank.
Süddeutsche Zeitung, 04.06.1994
Der seekranke Admiral zieht sich pensionsberechtigt auf seine Güter zurück.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 72
Einige waren seekrank, einige langweilten sich, alles bangte um die große Gebirgsfahrt.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1957. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1957], S. 883
Die Hälfte der Familie wurde alsbald seekrank; ich und eine Tochter hielten uns noch einen Tag; dann mußten auch wir daran glauben.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„seekrank“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/seekrank>, abgerufen am 01.10.2020.

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