Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sehnig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung seh-nig
eWDG

Bedeutungen

1.
voller Sehnen
Beispiel:
sehniges Fleisch lässt sich kaum schneiden
2.
kräftig und ohne überflüssiges Fett
Beispiele:
die mageren und sehnigen Beine der Läufer
durchtrainierte und sehnige Gestalten
er war mittelgroß, hager und sehnig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sehne · sehnig
Sehne f. ‘fester, straffer, Muskel und Knochen verbindender Strang aus gebündelten Bindegewebsfasern’, ahd. senawa (11. Jh.), mhd. sen(e)we, sen(n)e ‘Sehne, Bogensehne, eine Krümmung verbindende gerade Linie, Nerv’, asächs. sinewa, senewa, mnd. sēne, senne, mnl. sēnuwe, sēnewe, nl. zenuw, afries. sini, aengl. sinu, seonu, engl. sinew, anord. sin, schwed. sena (germ. *sinwō) ist wie mir. sī̌n ‘Kette, Halsband’, lett. pasainis ‘Band, Fessel, Schnur’, lit. síena ‘Wand, Grenze’ mit n-Formans gebildet zur Wurzel ie. *sē(i-) *sə(i)-, *sī- und *sei-, *si- ‘binden, Strick, Riemen’, zu der aind. syáti, sinā́ti ‘bindet, bindet fest, fesselt’ (Kausativum sāyáyati), awest. hinav- ‘Band, Fessel’, lit. siẽti, lett. siet ‘binden’ sowie die unter Saite und Seil (s. d.) genannten Wortformen gehören. Sehne bedeutet ursprünglich etwa ‘spannendes Band’, gilt auch für ‘Ader, Muskel, Nerv’ und bezeichnet bereits früh die Sehne des Bogens oder der Armbrust sowie (im Mhd. nach dem Bilde der Bogensehne vorbereitet) als mathematisches Fachwort (Anfang 17. Jh.) die ‘Gerade, die zwei Punkte einer Kreislinie oder Kurve verbindet’ als dt. Entsprechung von mlat. chorda ‘Sehne, Kreissehne’, lat. ‘Darmsaite’, griech. chordḗ (χορδή), s. Kordel. sehnig Adj. ‘von Sehnen durchwachsen, muskulös, kräftig, zäh’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
drahtig · sehnig
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›sehnig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sehnig‹.

Verwendungsbeispiele für ›sehnig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der sehnige Alte mit dem schütteren Bart läßt die Frage offen. [Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 186]
Im Dunkel streckte er den Arm aus – mager, aber sehnig! [Viebig, Clara: Das Weiberdorf, Briedel u. Mosel: Houben 1996 [1900], S. 131]
Seine Hand lag fest am Steuer; es war eine sehnige, aber auch harte Hand. [Die Zeit, 04.02.1946, Nr. 05]
Eine dicke Frau ist weich, nicht so sehnig wie ein Mann. [Die Zeit, 25.09.2013, Nr. 38]
Es war ein hübscher Mann mit großen Augen und einem mächtigen, sehnigen Hals. [Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 51]
Zitationshilfe
„sehnig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sehnig>.

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