seitlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungseit-lich (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
an der Seite
Beispiele:
eine seitliche Tür, Schublade
der Eingang war seitlich
das Haar ist seitlich zu einem Zopf geflochten
er saß seitlich von mir
ein seitlich geschlitzter Rock
präpositional, mit Gen.
gehoben
Beispiel:
seitlich des Hauses, der Straße
2.
nach der Seite
Beispiele:
eine seitliche Wendung des Kopfes
er hatte ihn mit einem seitlichen Blick beobachtet
das Haar rutschte ihm in Strähnen seitlich (= rechts und links) hinter die Ohren
3.
von der Seite
Beispiele:
der seitliche Wind behinderte die Radfahrer
der Sturm kommt jetzt seitlich von links
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Seite · -seits · seitlich · beseitigen · seitens · Seitensprung
Seite f. ‘Flanke, begrenzende Linie einer Fläche, Grenzfläche eines Körpers’, ahd. sīta (9. Jh.), mhd. sīt(e), asächs. sīda, mnd. sīde, sīt, mnl. sīde, nl. zijde, afries. aengl. sīde, engl. side, anord. sīða, schwed. sida (germ. *sīdōn) sind als Substantivierungen eines in ahd. sīto Adv. ‘schlaff’ (9. Jh.), asächs. sīd ‘weit’, mnd. sīt, mnl. sīde ‘niedrig, weit’, aengl. sīd ‘weit, breit, ausgedehnt, lang’, anord. sīðr ‘herabhängend, weit, groß’ belegten germ. Adjektivs anzusehen. Wenn dieses mit kymr. hyd ‘Länge, Fortdauer, Weile’, air. sīr ‘langdauernd, ewig’, mir. sith- ‘lang, andauernd’, lit. sietuvà ‘tiefe Stelle im Fluß’ und den unter ↗seit (s. d.) genannten Formen verbunden und an die dort angeführte Wurzel in ihrer abgeleiteten Bedeutung angeschlossen werden kann, ist Seite als ‘das sich räumlich lang Hinziehende’ zu deuten, zuerst in bezug auf die menschliche (dann auch tierische) Körperseite, die sich vom Arm aus lang nach unten hinzieht. Danach übertragen ‘begrenzende Gerade einer geometrischen Figur’ (15. Jh.), ‘Buchseite’ (Anfang 16. Jh.), ‘entgegenstehende Gruppierung, Partei’ (16. Jh., bereits mhd. von gegeneinander kämpfenden Heeren). -seits mit sekundärem, adverbiellem -s versehenes Grundwort in Komposita, denen akkusativische Verbindungen vorausgehen, vgl. andererseits ‘auf der anderen Seite’ (17. Jh.), mhd. andersīt; diesseits ‘auf dieser Seite’ (14. Jh.), mhd. dissīt; jenseits ‘auf der anderen Seite’ (16. Jh.), mhd. jensīt; ↗abseits (s. d.). Danach produktiv als Ableitungssilbe für Adverbien, vgl. mütterlicherseits, väterlicherseits (18. Jh.). seitlich Adj. ‘auf der Seite gelegen’ (19. Jh.), danach auch Präp. mit Genitiv; vgl. älteres mhd. sītelīchen Adv. ‘nach der Seite hin’. beseitigen Vb. ‘(zur Seite) wegschaffen, entfernen, verschwinden lassen, töten’ (18. Jh.), zu frühnhd. beseit Adv. ‘zur Seite’, mhd. besīt, besīte (aus der Fügung mhd. bī sīt, bī sīte). seitens Präp. (19. Jh.) für älteres von seite(n) (18. Jh.) mit sekundärem, adverbiellem -s. Seitensprung m. ‘Sprung in seitlicher Richtung’, übertragen ‘Abweichung von einer festen Linie, von der Sache’ (18. Jh.), dann auch (zuerst öst.) in moralischer Hinsicht (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Seiten... · seitlich (von)
Anatomie
Synonymgruppe
seitlich · zur Seite hin gelegen  ●  ↗lateral  fachspr.
Synonymgruppe
an der Seite · ↗nebenher · seitlich
Synonymgruppe
benachbart · ↗kollateral · seitlich · seitlich angeordnet
Synonymgruppe
seitlich · ↗seitwärts
Anatomie
Synonymgruppe
schläfenwärts · seitlich  ●  ↗lateral  fachspr. · ↗temporal  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Airbag Aufprall Ausbrechen Auslenkung Blinker Blinkleuchte Dachholm Drehrad Fensterfläche Fortsatz Gangbord Kieme Kopfairbag Leitblech Lufteinlass Nockenwelle Schiebefenster Schiebetür Schlitz Schutzleiste Schweller Schwellernrohr Stromschiene Trittbrett Verglasung Windabweiser angebracht einfallend frontal geschlitzt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›seitlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dieser krachte daraufhin seitlich in ein geparktes Auto, das wiederum auf einen davor abgestellten Pkw geschoben wurde.
Die Welt, 16.12.1999
Kurz nach sieben rollte ich seitlich aus dem Bett; in die lange Hose zu schlüpfen, war unmöglich.
Süddeutsche Zeitung, 23.04.1994
Eines der Kinder liegt seitlich gekrümmt im Bett, es wächst Tag für Tag enger zusammen, unaufhaltsam.
Scherzer, Landolf: Der Erste, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1988], S. 79
Die seitlichen Ränder deiner Arbeit faßt du zum Schluß mit einem festen Band ein.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 124
In der Praxis am häufigsten angewandt wird der schräg seitlich über den Kopf geführte Wurf.
Zeiske, Wolfgang: Angle richtig!, Berlin: Sportverl. 1974 [1959], S. 130
Zitationshilfe
„seitlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/seitlich>, abgerufen am 25.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Seitigkeit
seitherig
seither
Seitheben
Seithalte
Seitling
seitlings
Seitpferd
seitspreizen
Seitstütz