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selten

Grammatik Adjektiv · Komparativ: seltener · Superlativ: am seltensten
Aussprache 
Worttrennung sel-ten
eWDG

Bedeutung

nur wenig vorkommend, wenig vorhanden, wenige Male, nicht oft
Beispiele:
ein seltenes Ereignis, Metall, Naturereignis, ein seltener Name
eine seltene Ausnahme
seltene Pflanzen, Tiere
sehr seltene, kostbare Perlen
diese Musik hören zu können, ist ein seltener Genuss
ein seltener Augenblick ungetrübten Glückes
sie war von seltener (= außerordentlicher, großer) Schönheit
eine seltene (= außerordentliche) Begabung
umgangssprachlichein seltener (= hervorragender) Künstler
salopp, abwertenddu bist ja ein seltenes Gewächs, ein seltener Vogel! (= ein Mensch mit Besonderheiten, die man nicht oft findet!)
sie ist ein seltener Gast (= kommt nicht häufig)
zu dieser Jahreszeit sind reife Früchte noch selten
wir gehen selten aus
selten ist mir ein Tag so langsam vergangen
umgangssprachlicher versteht sein Fach, Handwerk wie selten einer
umgangssprachlichsich selten machen (= nicht oft zu jmdm. kommen, ihn besuchen)
sprichwörtlichein Unglück kommt selten allein
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

selten · Seltenheit
selten Adj. ‘nicht häufig, rar’, ahd. seltan (9. Jh.), mhd. selten, selden Adv. (oft euphemistisch im Sinne von ‘nie’), frühnhd. selten (seit dem 15. Jh. auch adjektivisch), mnd. mnl. selden, nl. zelden, afries. sielden, aengl. seldan, engl. seldom, anord. sjaldan, schwed. sällan, bestehend aus germ. *selda- und dem Ableitungssuffix *-ana-. Vgl. auch *selda- als erstes Glied der Komposita got. sildaleiks ‘wunderbar, erstaunlich’, asächs. seldlīk, aengl. seldlic, sellic. Herkunft ungewiß. Man kann daran denken, das Wort, ausgehend von einer Bedeutung ‘für sich, alleinstehend, einzig’, an den Pronominalstamm ie. *se- (s. sich) anzuschließen. selten ist Gegenwort zu oft, häufig, entwickelt als Adjektiv aber auch die Bedeutungen ‘hervorragend’ und ‘eigenartig’ (Anfang 18. Jh.). – Seltenheit f. ‘geringes Vorkommen, geringe Häufigkeit’, auch ‘rares Exemplar’ (Ende 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
In einigen Fällen · einzelne Male · gelegentlich · im Einzelfall · in einzelnen Fällen · kaum · kaum mehr · kaum noch · nicht oft · punktuell · wenig · wenige Male  ●  selten  Hauptform · (so etwas hat man) nicht alle Tage  ugs., variabel · rar  geh.
Oberbegriffe
  • beschreibend (negativ)
  • in einer bestimmten Häufigkeit · in einer bestimmten Regelmäßigkeit · mehr oder weniger oft · mehr oder weniger regelmäßig · mit einer bestimmten Auftretenswahrscheinlichkeit · mit einer bestimmten Häufigkeit  ●  so oft  Hauptform
Assoziationen
  • (es) kommt durchaus vor · Gelegenheits... · ab und an · ab und zu · bisweilen · des Öfteren · des Öftern · fallweise · gelegentlich · hin und wieder · manches Mal · mitunter · okkasionell · sporadisch · unregelmäßig · vereinzelt · verschiedentlich · von Zeit zu Zeit · zeitweilig · zeitweise · zuweilen · zuzeiten  ●  gerne  ironisch · manchmal  Hauptform · dann und wann  ugs. · das eine oder andere Mal  ugs. · hie und da  ugs. · hier und da  ugs. · immer mal wieder  ugs. · nicht immer, aber immer öfter  ugs., scherzhaft · schon einmal  ugs. · schon mal  ugs. · öfters  ugs.
  • (eine) Ausnahme darstellen · Seltenheitswert haben · dünn gesät · dünngesät · rar gesät · selten (sein / vorkommen)  ●  (sich etwas) rot im Kalender anstreichen (können)  ugs., fig., variabel
  • alle Jubeljahre (mal) · alle paar Jubeljahre · extrem selten · fast nie · höchst selten · kaum einmal · nur ausnahmsweise (einmal) · praktisch nie · punktuell · seltenst · so gut wie nie · äußerst rar · überaus selten  ●  einmal in hundert Jahren  übertreibend · sehr selten  Hauptform, variabel · höchst gelegentlich  geh. · kaum mal  ugs.
Synonymgruppe
(eine) Ausnahme darstellen · Seltenheitswert haben · dünn gesät · dünngesät · rar gesät · selten (sein / vorkommen)  ●  (sich etwas) rot im Kalender anstreichen (können)  ugs., fig., variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Mangelware · kaum · knapp · rar · sehr wenig · selten
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›selten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›selten‹.

Verwendungsbeispiele für ›selten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht selten ist er auch launisch, eben rassebedingt, sehr eigenwillig. [Schröter, Heinz: Ich, der Rentnerkönig, Genf: Ariston 1985, S. 67]
Ich habe ihn sehr selten einmal nüchtern gesehen, eigentlich nur als kleines Kind, später war er täglich betrunken. [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 56]
Wenn dann einer viel seltener zum Essen kommt als seine Nachbarn, kann man ihn bevorzugt bedienen. [Rechenberg, Peter: Was ist Informatik?, München: Hanser 1994 [1991], S. 144]
Seltener macht es sich, auch draußen ein buntes Tier zu sein. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 364]
Eigene Wirkungen sieht man selten, und manchmal bestehen sie darin, etwas verhindert zu haben. [Die Zeit, 05.08.1999, Nr. 32]
Zitationshilfe
„selten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/selten>.

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