semasiologisch

Grammatik Adjektiv · ohne Steigerung
Worttrennung se-ma-sio-lo-gisch
formal verwandt mit Semasiologie
Wahrig und DWDS, 2019

Bedeutung

Sprachwissenschaft die Wortbedeutung betreffend, zur Semasiologie gehörend, auf ihr beruhend
Gegenwort zu onomasiologisch, siehe auch semantisch
Beispiele:
Was aber bedeutet Chorn u. ä. im einzelnen? Auch darüber gibt der SDS [Sprachatlas der deutschen Schweiz] in einer ergänzenden Karte Auskunft und ergänzt so die onomasiologische, d. h. von der Sache ausgehende Befragung um die semasiologische, d. h. die verschiedenen Bedeutungen eines Wortes erhellende Analyse. [Neue Zürcher Zeitung, 27.04.1999]
Die Wissenschaft unterscheidet semasiologische von onomasiologischer Semantik. [Der Standard, 27.08.2012]
Hans Eggers[…] hat nicht nur das Selbstverständliche getan und den veralteten Wehrle (= Hugo Wehrle, Deutscher Wortschatz) auf den heutigen Stand der Sprache ergänzt […], aus dem lücken‑ und fehlerhaften alphabetischen Register am Schluß einen zuverlässigen Wegweiser gemacht (und mehr als das, nämlich ein semasiologisches Wörterbuch für sich mit rund 76000 Stichwörtern und Redensarten) […] von Grund auf revidiert. [Die Zeit, 20.10.1961, Nr. 43]
Die Sprachwissenschaft im weitesten Sinn untersucht die Sprache von allen diesen Gesichtspunkten aus: vom syntaktischen ([…] also vom formalen), vom semasiologischen, vom psychologischen, vom soziologischen Gesichtspunkt. [Carnap, Rudolf: Logische Syntax der Sprache, Wien: Springer 1968 [1934], S. 5]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Semantik · semantisch · Semasiologie · semasiologisch · Sem
Semantik f. ‘Lehre von den Wortbedeutungen’, dann auch ‘Bedeutung eines Wortes’, Entlehnung (Ende 19. Jh.) des von M. Bréal (1883) geprägten sprachwissenschaftlichen Terminus frz. sémantique, nach griech. sēmantikós (σημαντικός) ‘zu einem Zeichen gehörig, bezeichnend, deutlich’; zu griech. sēmá͞inein (σημαίνειν) ‘durch ein Zeichen kenntlich machen, bezeichnen’, sḗma (σῆμα) ‘Zeichen, Schriftzeichen’. Dazu semantisch Adj. ‘die Bedeutung betreffend’ (20. Jh.). Zuvor ist bereits durch K. Reisig (1839) der Ausdruck Semasiologie f. für die ‘Lehre von den Wortbedeutungen’ eingeführt worden, der heute vorzugsweise gebraucht wird, wenn von deren Beziehungen untereinander und ihren historischen Veränderungen die Rede ist; vgl. griech. sēmasía (σημασία) ‘das Bezeichnen, Bezeichnung’ und s. ↗-logie. Dazu semasiologisch Adj. (20. Jh.). Unter Rückgriff auf die vorgenannten Bezeichnungen übernimmt die Sprachwissenschaft (20. Jh.) den Begriff Sem n. für den kleinsten Bestandteil der Bedeutung eines Wortes, nach griech. sḗma ‘Zeichen’ (s. oben).
Zitationshilfe
„semasiologisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/semasiologisch>, abgerufen am 08.08.2020.

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