sensationell

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung sen-sa-ti-onell · sen-sa-tio-nell
Herkunft Latein
Wortzerlegung Sensation-ell
eWDG, 1976

Bedeutung

unerwartet und aufsehenerregend
Beispiele:
eine sensationelle Nachricht, Enthüllung, Theateraufführung
ein sensationelles Ereignis, ein sensationeller Vorgang
die Angelegenheit, der Prozess nahm eine sensationelle Wendung
etw. ist von sensationeller Bedeutung
diese Mitteilung war für ihn (nicht gerade) sensationell
umgangssprachlichder Pressebericht war sensationell aufgemacht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sensation · sensationell
Sensation f. ‘aufsehenerregendes Ereignis, unerwartete Neuigkeit’, zuvor (und noch terminologisch in der Medizin) ‘Sinneswahrnehmung, Empfindung’, auch ‘Eindruck, Aufsehen’, Entlehnung (17. Jh.) von engl. frz. sensation ‘Sinneswahrnehmung, Empfindung’ bzw. diesen voraufgehendem mlat. sensatio (Genitiv sensationis) ‘Empfindung, Einsicht, Verstand’ (vgl. vereinzeltes spätlat. sēnsātio ‘Verständnis, Gedanke’), zu spätlat. sēnsātus ‘mit Verstand begabt, verständig’, lat. sēnsus ‘das Wahrnehmen, die Wahrnehmung’, sentīre (sēnsum) ‘fühlen, empfinden, Einsicht haben, meinen, denken’. Die heute im Dt. geläufige, im Frz. jedoch fehlende Bedeutung ‘aufsehenerregendes Ereignis’ entwickelt sich im 20. Jh. (wohl unter dem Einfluß von gleichbed. engl. sensation, 2. Hälfte 19. Jh.) aus der seit dem letzten Viertel des 18. Jhs. üblichen Fügung Sensation machen ‘Aufsehen erregen, einen starken Eindruck hervorrufen’ (nach gleichbed. frz. faire sensation, älter faire une sensation) und aus Zusammensetzungen wie Sensationsblatt, -nachricht, -presse (19. Jh.). sensationell Adj. ‘aufsehenerregend, außergewöhnlich, einmalig, verblüffend’ (1. Hälfte 19. Jh.), nach frz. Wortbildungsmustern abgeleitet (frz. sensationnel erst Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufsehen erregend · ↗aufsehenerregend · ↗effektvoll · ↗filmreif · ↗hollywoodreif · ↗imposant · ↗medienwirksam · sensationell · ↗spektakulär  ●  ↗dramatisch  floskelhaft
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›sensationell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sensationell‹.

Verwendungsbeispiele für ›sensationell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An schummrigen Wänden haben Forscher dort jetzt sensationelle Malereien gefunden.
Bild, 31.10.2002
Sensationell ist das Album schon deshalb, weil es überhaupt erschienen ist.
Der Tagesspiegel, 29.01.1999
Mit seinem ersten öffentlichen Konzert 1895 in Wien errang er einen sensationellen Erfolg.
Lehmann, Ursula: Flesch. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 13145
Bei abwechslungsreichen Tätigkeiten, die ungewohnte, sensationell wirkende Situationen mit sich bringen, hält er allgemein gut durch.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 86
Was nur ein Gerücht war, wurde drei Tage später sensationelle Wirklichkeit.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 228
Zitationshilfe
„sensationell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sensationell>, abgerufen am 21.09.2020.

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