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sensibel

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung sen-si-bel
Wortbildung  mit ›sensibel‹ als Erstglied: Sensibelchen · sensibilisieren  ·  mit ›sensibel‹ als Letztglied: elektrosensibel · gendersensibel · geschlechtersensibel · hochsensibel · hypersensibel · insensibel · unsensibel · übersensibel
 ·  mit ›sensibel‹ als Grundform: Sensibilität
Herkunft aus gleichbedeutend sensiblefrz
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
von besonderer Feinfühligkeit; seelisch leicht beeinflussbar; empfindsam
2.
Medizin empfindlich gegenüber Schmerzen und Reizen von außen; schmerzempfindlich
3.
besonders viel Sorgfalt, Umsicht, Fingerspitzengefühl o. Ä. erfordernd, heikel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sensibel · Sensibilität · sensitiv · Sensualität · Sensor
sensibel Adj. ‘empfindsam, feinfühlig, seelisch leicht beeinflußbar, reizempfindlich’, im 17. Jh. entlehnt aus gleichbed. frz. sensible, das auf lat. sēnsibilis ‘was empfunden werden kann, empfindbar, der Empfindung fähig, mit Empfindung begabt’ beruht; zu lat. sēnsus ‘Wahrenehmung, Empfindung, Verstand’, Verbalabstraktum von lat. sentīre (sēnsum) ‘fühlen, empfinden, wahrnehmen, erfahren, meinen’. Zuerst in medizinischer Fachsprache ‘reizempfindlich’, seit dem 18. Jh. in der Psychologie und dann allgemein ‘empfindsam, feinfühlig’, auch ‘überempfindlich, mimosenhaft, leicht verletzbar’. Sensibilität f. ‘Empfindungsfähigkeit’ (18. Jh.), ‘Empfindsamkeit, Feinfühligkeit’ (19. Jh.), frz. sensibilité, nach lat. sēnsibilitas (Genitiv sēnsibilitātis) ‘Empfindungsfähigkeit’. sensitiv Adj. ‘leicht reizbar, überempfindlich, extrem feinfühlig’, entlehnt (17. Jh.) aus gleichbed. mlat. sensitivus, dann beeinflußt von frz. sensitif; zu lat. sēnsus (s. oben). Sensualität f. ‘Sinnlichkeit, Empfindungsvermögen’, entlehnt (18. Jh.) aus gleichbed. spätlat. sēnsualitas (Genitiv sēnsualitātis). Sensor m. (elektronisches) Meßgerät, ‘Meßfühler’, Übernahme (20. Jh.) von gleichbed. engl. sensor, einer gelehrten Bildung zu lat. sēnsus (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
einfühlsam · empfindsam · gefühlvoll · sensibel
Assoziationen
Synonymgruppe
leicht kränkbar · schnell eingeschnappt · sensibel · übelnehmerisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›sensibel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sensibel‹.

Verwendungsbeispiele für ›sensibel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vermutlich sind die sensiblen Phasen von Kind zu Kind zeitlich unterschiedlich. [Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 122]
Das sind sehr sensible Fragen, die politisch schwer zu beantworten sind. [Die Zeit, 13.04.2000, Nr. 16]
Das eine wie das andere Mal fand das Buch, trotz der sensiblen Übersetzung, nur ein dürftiges Echo. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Und er ist sensibel genug, sie auch schon bei sich selbst zu hören. [Die Zeit, 13.01.2000, Nr. 3]
Die Erniedrigungen machten ihn sensibel für alle Formen der Erniedrigung. [Die Zeit, 02.07.1998, Nr. 28]
Zitationshilfe
„sensibel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sensibel>.

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