servil

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungser-vil
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›servil‹ als Erstglied: ↗Servilität · ↗servilisch  ·  mit ›servil‹ als Grundform: ↗Servilismus
eWDG, 1976

Bedeutung

bildungssprachlich, abwertend unterwürfig, kriecherisch
Beispiele:
eine servile Haltung, Gesinnung
sein serviles Lächeln
sich vor jmdm. servil verbeugen, demütigen
er dienerte servil vor seinem Vorgesetzten
Derartige Städte waren meist […] jeder kommunalen Selbständigkeit entkleidet, überfüllt mit kriechenden Höflingen, servilen Beamten [MehringLessing-Legende286]
Er hat unter Aufbietung aller Kräfte einen servil bittenden Ton angeschlagen [M. WalserÜberlebensgroß3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

servil · servilisch · Servilität
servil Adj. ‘unterwürfig’, entlehnt (17. Jh.) aus gleichbed. frz. servile (14. Jh.) oder unmittelbar aus diesem zugrundeliegendem lat. servīlis ‘sklavisch’, zu lat. servus ‘Sklave’. Daneben mit dt. Endung servilisch Adj. (ebenfalls 17. Jh.). Servilität f. ‘Willfährigkeit, Unterwürfigkeit’, Entlehnung (17. Jh.) von gleichbed. frz. servilité.

Thesaurus

Synonymgruppe
dienerisch · katzbucklig · ↗knechtisch · ↗kriecherisch · ↗lakaienhaft · servil
Assoziationen
  • (sich) alles gefallen lassen · (sich) nicht wehren · alles mit sich machen lassen · kein Ehrgefühl (im Leibe) haben · keinen Stolz haben
Synonymgruppe
blind ergeben · ↗devot · ↗hörig · ↗hündisch · ↗knechtisch · ↗kriecherisch · ↗sklavisch · ↗speichelleckerisch · ↗untertänig · ↗unterwürfig  ●  ↗(jemandem) untertan  geh. · servil  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Charakter Diener Haltung Unterwürfigkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›servil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit den Symbolen änderte sich noch nicht die „servile und autoritäre Einstellung“.
Die Zeit, 02.10.1992, Nr. 41
Sie haben einen Hintern zum Sitzen, sie haben auch einen servilen Rücken, um sich vor jeder Macht zu bücken - Kopf hingegen ist nicht vorhanden.
Tucholsky, Kurt: Preußische Professoren. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 6456
Der freigelassene Sklave wurde sofort römischer Bürger, konnte aber durch seine Namengebung seine servile Vergangenheit nicht verleugnen.
Pflaum, Hans-Georg: Das römische Kaiserreich. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 20804
Die Anekdoten, die von seinem dortigen Zusammentreffen mit Plato berichten, stellen ihn im Gegensatz zu dem strengen Idealisten als geistreichen, aber servilen Lebemann dar.
Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 6928
Dr. Zechner war SS-Arzt von Mauthausen, Österreicher und ein serviler Ehrgeizling, ich mochte ihn nicht.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 984
Zitationshilfe
„servil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/servil>, abgerufen am 18.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Serviettentasche
Serviettenring
Serviettenkloß
Serviette
Servierwagen
servilisch
Servilismus
Servilität
Servis
Servit