setzen

GrammatikVerb · setzt, setzte, hat/ist gesetzt
Worttrennungset-zen
Wortbildung mit ›setzen‹ als Erstglied: ↗Setzei · ↗Setzer · ↗Setzerei · ↗Setzfuge · ↗Setzgut · ↗Setzling · ↗Setzmaschine · ↗Setzung
 ·  mit ›setzen‹ als Letztglied: ↗absetzen · ↗ansetzen · ↗aufeinandersetzen · ↗aufsetzen · ↗auseinandersetzen · ↗aussetzen · ↗auswärtssetzen · ↗beisetzen · ↗besetzen · ↗dagegensetzen · ↗dahintersetzen · ↗danebensetzen · ↗daransetzen · ↗daraufsetzen · ↗dareinsetzen · ↗daruntersetzen · ↗davorsetzen · ↗dazusetzen · ↗dransetzen · ↗draufsetzen · ↗durchsetzen · ↗einsetzen · ↗einwärtssetzen · ↗entgegensetzen · ↗ersetzen · ↗festsetzen · ↗fortsetzen · ↗freisetzen · ↗gegeneinandersetzen · ↗gegenübersetzen · ↗gleichsetzen · ↗herabsetzen · ↗heraufsetzen · ↗heraussetzen · ↗hereinsetzen · ↗hersetzen · ↗herumsetzen · ↗heruntersetzen · ↗hinaufsetzen · ↗hinaussetzen · ↗hineinsetzen · ↗hinsetzen · ↗hintansetzen · ↗hintereinandersetzen · ↗hintersetzen · ↗hinuntersetzen · ↗hinwegsetzen · ↗hinzusetzen · ↗hinübersetzen1 · ↗nachsetzen · ↗nebeneinandersetzen · ↗niedersetzen · ↗runtersetzen · ↗umsetzen · ↗untersetzen · ↗voraussetzen · ↗vorbeisetzen · ↗vorsetzen · ↗wegsetzen · ↗widersetzen · ↗zurechtsetzen · ↗zurücksetzen · ↗zusammensetzen · ↗zusetzen · ↗übereinandersetzen · ↗übersetzen
 ·  mit ›setzen‹ als Grundform: ↗entsetzen · ↗gesetzt · ↗versetzen · ↗zersetzen
 ·  formal verwandt mit: ↗Bodensatz
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
sich setzensich in sitzende Stellung bringen, begeben, nach dem Aufrechtstehen eine sitzende Stellung einnehmen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
setzen Sie sich bitte!
setzt euch!
er war so erschöpft, dass er sich öfter setzen musste
er stand auf und setzte sich wieder
sich bequem, gerade, aufrecht setzen
er fragte, ob er sich zu uns setzen dürfe
sich an einen Tisch, ans Fenster, Steuer, Lenkrad setzen
er setzte sich auf den Stuhl, das Sofa, den Sessel, die Bank, Bettkante, aufs Pferd, Rad
sich mit gekreuzten Beinen auf den Teppich setzen
sich in einen Sessel, ins Licht, Zimmer setzen
sie setzte sich unbefangen neben mich
umgangssprachlichsich in Positur setzen
umgangssprachlich, scherzhaft, verhüllend setz dich auf deine vier Buchstaben
sich an die Arbeit setzen (= zu arbeiten beginnen)
sich auf die Bahn setzen (= mit dem Zug fahren)
bildlich
Beispiele:
mit ihm setze ich mich nicht an einen Tisch (= mit ihm will ich nichts zu tun haben)
im vorgeschrittenen Alter setzte er sich noch einmal auf die Schulbank (= begann er noch einmal zu lernen, sich weiterzubilden)
umgangssprachlichsich in die Nesseln, in die Tinte, in ein Wespennest setzen (= sich selbst Schaden zufügen, Unangenehmes zuziehen)
umgangssprachlichsich ins gemachte, warme Nest setzen (= ohne eigene Anstrengung in eine wirtschaftlich günstige Lage kommen)
umgangssprachlichsich zwischen zwei Stühle setzen (= sich nach zwei Seiten hin in eine ungünstige Lage bringen)
saloppsich auf seinen Hintern, den Hosenboden, die Hosen setzen (= fleißig lernen)
von Tieren   sich auf eine Unterlage niederlassen
Beispiele:
der Vogel setzt sich auf ihre Hand, Schulter
Fliegen setzten sich auf den Kuchen
die Katze hatte sich auf den Pfosten gesetzt
jmdn. setzenjmdn. an einen bestimmten Ort, Platz in sitzende Stellung, zum Sitzen bringen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
er setzte sie an meine Seite
sie setzte ihm das Kind auf den Schoß
einen Genesenden ans Fenster, ins Licht setzen
umgangssprachlichein Kind aufs Töpfchen setzen
sein Vater hatte ihn schon aufs Pferd gesetzt, als er noch kaum laufen konnte
2.
etw. an einen bestimmten Platz stellen, einer Sache einen bestimmten Platz geben
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
einen Stuhl an den Tisch, das Frühstück, Tassen und Teller, ein Glas auf den Tisch setzen
eine Blumenvase aufs Fensterbrett, einen Eimer auf das Podest, einen Topf auf den Herd, das Feuer setzen
er setzte den Koffer auf den Boden
eine Blattpflanze ins Licht setzen
er setzte einen Fuß auf die Treppe und blieb stehen
sie sah in der Dunkelheit nicht, wohin sie ihre Füße setzte
den Fuß an Land setzen (= an Land gehen)
saloppman hatte ihnen eine Fabrik vor die Nase gesetzt (= ihnen die Aussicht durch ein Fabrikgebäude verbaut)
nie wieder setze ich meinen Fuß auf, über die Schwelle dieses Hauses (= dieses Haus werde ich nie wieder betreten)
Schritt vor Schritt setzen (= langsam, aber unentwegt weitergehen)
ich habe heute noch keinen Fuß vor die Tür gesetzt (= bin heute noch nicht ausgegangen)
übertragen
Beispiele:
jmdm. den Stuhl vor die Tür setzen (= jmdn. entlassen, hinauswerfen, jmdm. kurzfristig kündigen)
etw. ins rechte Licht setzen (= die Vorzüge von etw. richtig zur Geltung bringen)
abwertendGerüchte, Lügen in die Welt setzen (= in Umlauf bringen)
3.
etw., jmdn. an eine bestimmte Stelle, in eine besondere Lage, Umgebung bringen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
a)
Beispiele:
ein Glas an den Mund, die Lippen setzen
eine Trompete an die Lippen setzen
sich [Dativ] den Hut auf den Kopf setzen
(sich) [Dativ] die Mütze schief aufs Ohr, tief in die Stirn setzen
umgangssprachlicher hat sein Segelflugzeug bei der Notlandung in einen Acker gesetzt
der Koch setzte mit dem Löffel kleine Teighäufchen auf das Kuchenblech
präparierte Tiere in Spiritus setzen
einen Flicken auf etw. setzen (= nähen)
ein Schiff auf Grund setzen (= ein Schiff im flachen Wasser auf den Meeresboden auflaufen lassen)
ein Siegel auf ein Dokument setzen (= aufprägen)
eine Anzeige in die Zeitung setzen (lassen) (= veröffentlichen)
umgangssprachlichder Lokführer hatte ein Haltesignal übersehen und seinen Zug auf einen anderen gesetzt (= war auf ihn aufgefahren)
Jägerspracheeinen Hund auf die Fährte, Spur setzen
Jägerspracheer hat dem Wildschwein eine Kugel aufs Blatt gesetzt
jmdm. einen Verfolger auf die Fährte, Spur setzen (= jmdn. von jmdm. verfolgen lassen)
sich setzen
Beispiel:
er setzte sich (= begab sich, rückte vor) an die Spitze der Jungen, Marschkolonne, Rennfahrer, des Feldes
bildlich
Beispiele:
jmdm. das Messer an die Kehle setzen (= jmdn. in äußerste Bedrängnis bringen)
jmdm. die Pistole auf die Brust setzen (= jmdn. zu etw. zwingen)
jmdm. den roten Hahn aufs Dach setzen (= jmds. Haus anzünden)
umgangssprachlichjmdm. einen Floh ins Ohr setzen (= in jmdm. einen schwererfüllbaren Wunsch, einen Gedanken erwecken, der ihn nicht mehr loslässt)
umgangssprachlichsich [Dativ] etw. in den Kopf setzen (= an einem bestimmten Gedanken festhalten, sich etw. einbilden)
saloppsich [Dativ] Läuse in den Pelz setzen (= sich selbst Schwierigkeiten bereiten, Ärger zuziehen)
jmdn. an jmds. Stelle setzen (= jmdm. jmds. Posten, Arbeitsplatz geben)
jmdn. an eine Aufgabe setzen (= jmdm. eine Aufgabe übertragen)
jmdn. an Land setzen (= jmdn. ausschiffen)
umgangssprachlichjmdn. an die frische Luft, aufs Pflaster, auf die Straße, vor die Tür setzen (= jmdn. hinauswerfen, jmdm. kündigen)
jmdn. über jmdn., über etw., eine Arbeit, Aufgabe setzen (= stellen)
saloppjmdm. jmdn. vor die Nase setzen (= jmdm. jmdn. zum Vorgesetzten geben)
übertragen
Beispiele:
Arbeit, Geld, Mühe, Zeit an etw. setzen (= für etw. aufbringen)
er hat sein ganzes Leben an diese Arbeit, Aufgabe gesetzt (= er hat ein Leben lang alle Entbehrungen auf sich genommen, um diese Arbeit, Aufgabe zu bewältigen)
seinen Stolz auf etw., die eigene Leistung, jmdn. setzen (= auf etw., seine Leistung, jmdn. stolz sein)
b)
etw. irgendwohin schreiben
Beispiele:
seinen Namen, seine Unterschrift auf ein Schriftstück, unter ein Dokument setzen
ein Komma, Fragezeichen setzen
auf die erste Seite setzte er Worte des Dankes
ein zusätzliches Gericht auf die Speisekarte setzen
(jmdm.) einen Betrag, bestimmte Posten auf die Rechnung, das Konto setzen (= anrechnen)
bildlich
Beispiele:
jmdn. auf eine Liste setzen (= jmds. Namen auf eine Liste schreiben, jmdn. nominieren)
ein Buch auf den Index setzen (= es verbieten, ächten)
etw. auf die Tagesordnung setzen (= etw. in die Tagesordnung aufnehmen)
den Punkt aufs i setzen (= einer Sache die letzte Vollendung geben)
einen (dicken) Strich, Punkt unter etw. setzen (= etw. endgültig abschließen, nachdrücklich für erledigt erklären)
c)
Sonderbedeutungen
Beispiele:
ein Gedicht in Noten, Musik setzen (= ein Gedicht vertonen)
ein Musikstück für Orgel, Chor setzen (= bearbeiten)
seine Erlebnisse, eine Geschichte in Reime setzen (= dichterisch gestalten)
4.
etw. in besonderer Weise und zu bestimmtem Zweck an einem bestimmten Ort unterbringen, platzieren
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
a)
etw. errichten, aufbauen
Beispiele:
einen Ofen, Mast, Pfahl, Zaun setzen
(jmdm.) ein Denkmal, einen Grabstein setzen
b)
Druckerei Typen mit der Hand oder der Maschine zu Wörtern und Zeilen für den Druck zusammenstellen, einen Schriftsatz herstellen
Beispiele:
Lettern, Schrift, ein Manuskript setzen
ein gut, schlecht gesetztes Buch
c)
etw. einpflanzen
Beispiele:
Blumen, Pflanzen, Stauden, Schößlinge setzen
junge Obstbäume und Erdbeeren (in Reihen) setzen
Kartoffeln, Rüben werden gesetzt
d)
Jägersprache vom Schalenwild außer Schwarzwild   ein Junges zur Welt bringen
Beispiele:
die Häsin hat vier Junge gesetzt
eine Hirschkuh hat ein Kalb gesetzt
e)
Sonderbedeutungen
Beispiele:
wilde Tiere setzen Duftmarken, um ihr Gebiet gegen Artgenossen zu kennzeichnen
eine Henne, Glucke setzen (= zum Brüten auf ein Nest mit Eiern placieren)
Fischbrut setzen (= zur Aufzucht in ein Gewässer bringen)
einen Keil setzen (= anbringen)
Ziegel setzen (= mauern)
die (weiße) Fahne setzen (= hissen)
die Fahne auf halbmast setzen
Sporteinen Sportler, eine Mannschaft setzen (= von vornherein als Teilnehmer am Endkampf bestimmen und darum von den Entscheidungskämpfen freistellen)
umgangssprachlichneue Marken setzen (= neue Rekorde aufstellen)
er setzte (= sprach) seine Worte ruhig und bedächtig
Akzente, Pointen setzen (= Nachdruck auf bestimmte Besonderheiten legen)
Seemannssprache
Beispiele:
die Lichter, Positionslampen setzen (= aufstellen, anzünden)
das manövrierunfähige Schiff hatte zwei rote Lampen gesetzt
(die) Segel, das Großsegel, den Klüver, die Fock setzen (= aufziehen, hissen)
der Segler hatte volles Zeug gesetzt
5.
etw., jmdn., sich auf, in, unter, außer etw. setzenfür etw., jmdn., sich eine besondere, neue Lage, einen veränderten Zustand herbeiführen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
a)
Beispiele:
jmdn. auf fleischlose Kost setzen (= jmdm. fleischlose Kost verordnen)
jmdn. auf schmale Kost, Krankenkost, Schonkost, knappe, halbe Ration setzen
umgangssprachlichjmdn. aufs Altenteil setzen (= jmdn. nicht mehr an allem teilnehmen lassen)
jmdn. aufs Pflichtteil setzen (= jmdm. nur den Anteil am Nachlass gewähren, der den engsten Angehörigen zusteht)
er setzte seine beiden einzigen Erben auf gleiche Teile (= vererbte jedem von beiden einen gleich großen Teil vom Nachlass)
jmdn., etw. auf den Aussterbeetat setzen (= jmds., einer Sache Geltung, Bedeutung einschränken)
saloppjmdn. auf Wasser und Brot setzen (= jmdn. inhaftieren)
saloppjmdn. unter Alkohol setzen (= jmdn. betrunken machen)
umgangssprachlichjmdn. auf Rente setzen (= jmdn. berenten)
jmdn., etw. außer Gefecht setzen (= jmdn., etw. kampfunfähig machen)
Münzen außer Kurs setzen (= Münzen für ungültig erklären, aus dem Verkehr ziehen)
etw. in Kraft setzen (= für gültig erklären)
gehobenjmdn. (über etw.) ins Bild setzen (= jmdn. über etw. informieren)
sich in Szene setzen (= sich selbst wirkungsvoll zur Geltung bringen)
etw. in Szene setzen (= etw. veranstalten, bewerkstelligen, arrangieren)
jmdn. ins Unrecht setzen (= jmdn. in eine Lage bringen, dass es so aussieht, als hätte er unrecht)
etw. unter Strom setzen (= Strom durch etw., eine Leitung schicken)
b)
Grammatik: in Wendungen, die den Beginn einer Bewegung ausdrücken
Beispiele:
etw., eine Maschine, einen Motor in Betrieb, Bewegung, Gang, Tätigkeit setzen (= anstellen, zu arbeiten beginnen lasen)
eine Drehtür, Schaukel in Schwung setzen (= zum Schwingen bringen)
ein Pferd in Trab setzen (= ein Pferd zum Traben veranlassen)
sich in Bewegung setzen (= losgehen, losfahren, zu arbeiten beginnen)
die Maschine, der Wagen, Zug setzt sich in Bewegung
umgangssprachlichwir mussten ihn mehrere Male auffordern, ehe er sich endlich in Bewegung setzte
sich in Lauf setzen (= zu laufen beginnen)
sich in Marsch setzen (= losmarschieren)
umgangssprachlichsich in Trab setzen (= anfangen, schneller zu laufen)
jmdn. in Bewegung setzen
Beispiel:
durch ihren Aufbruch hatte sie die ganze Gesellschaft in Bewegung gesetzt
übertragen
Beispiel:
er setzte alle Hebel, Himmel und Hölle in Bewegung (= bot alles auf)
6.
dient zur Umschreibung eines Verbalbegriffs; in abgeblasster Bedeutung
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’, in Verbindung mit einem Subst.
a)
Beispiele:
jmdn. in Begeisterung setzen (= jmdn. begeistern)
papierdeutschsich mit jmdm. ins Benehmen, Einvernehmen setzen (= sich mit jmdm. verständigen)
sich in den Besitz einer Sache setzen (= sich einer Sache bemächtigen, sich etw. aneignen)
sich mit jmdm. in Verbindung setzen (= mit jmdm. Verbindung aufnehmen)
Dinge zueinander in Beziehung setzen (= aufeinander beziehen)
jmdn. in Erstaunen setzen (= jmdn. erstaunen)
papierdeutschjmdn. von etw. in Kenntnis setzen (= jmdn. von etw. unterrichten)
jmdn. in (Furcht und) Schrecken setzen (= jmdn. ängstigen, erschrecken)
jmdn. in Verlegenheit setzen (= jmdn. verlegen machen)
jmdn. in den Stand, instand setzen, etw. zu tun (= jmdm. ermöglichen, etw. zu tun)
jmdn. auf freien Fuß setzen (= jmdn. freilassen, aus der Haft entlassen)
jmdn. in Arrest setzen (= jmdn. inhaftieren)
umgangssprachlichjmdn. hinter Schloss und Riegel setzen (= jmdn. inhaftieren)
jmdn. in Freiheit setzen (= jmdn. befreien, aus der Haft entlassen)
umgangssprachlichein Kind in die Welt setzen (= ein Kind zeugen, gebären)
etw. in Brand setzen (= etw. anbrennen, anzünden)
etw. ins Werk setzen (= etw. bewerkstelligen, zustande bringen, erreichen)
etw. in Zweifel setzen (= etw. bezweifeln)
umgangssprachlichjmdn. unter Druck setzen (= jmdn. bedrängen, Druck auf ihn ausüben)
sich zur Wehr setzen (= sich wehren)
b)
Grammatik: in Wendungen, die eine Erwartung ausdrücken
Beispiele:
seine, große, alle Hoffnung auf jmdn., etw. setzen (= hoffen, dass jmd., etw. bestimmte Erwartungen erfüllt)
sein Vertrauen auf jmdn., etw. setzen (= sich auf jmdn., etw. vertrauensvoll verlassen)
Misstrauen in jmdn., etw. setzen (= jmdm., einer Sache misstrauen)
7.
etw. bestimmen, festlegen, festsetzen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
etw. als erstrangig, zweitrangig setzen
etw. absolut setzen
eine Bedingung, einen Zeitraum, Zeitpunkt für einen Zweck setzen
Beispiele:
sich [Dativ] ein Thema, Ziel, etw. als Aufgabe setzen (= vornehmen)
einer Sache ein Ende setzen (= bereiten)
einer Sache, jmdm. eine Grenze, Schranke, ein Ziel setzen (= jmdn. nicht in der gleichen Weise fortfahren lassen, etw. nicht so weitergehen lassen)
sich [Dativ] etw. zur Regel setzen (= sich selbst eine Regel vorschreiben)
auf dieses Verbrechen hat das Gesetz eine hohe Strafe gesetzt (= dieses Verbrechen wird streng bestraft)
8.
bei einer Wette, einem Glücksspiel eine Geldsumme als Einsatz wagen, um etw. zu gewinnen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
er setzte bei jedem Rennen, hundert Euro (auf ein Pferd, auf den Favoriten des Rennens)
ich setze natürlich keinen Cent
hoch setzen
er setzte den ganzen Einsatz auf eine Karte
bildlich
Beispiele:
alles, sein Leben, seine Laufbahn, seine Zukunft aufs Spiel setzen
umgangssprachlichaufs falsche Pferd setzen
übertragen
Beispiele:
alles auf eine Karte setzen
auf jmdn., etw. setzen
sich für jmdn., etw. entscheiden als den Besten oder das Beste in der Hoffnung, dass sich die Erwartungen erfüllen werden
Beispiel:
er setzte alles auf die Kur, den berühmten Facharzt
9.
sich irgendwohin begeben, ein Hindernis, eine Entfernung überwinden
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’, mit Hilfsverb ‘hat’
a)
etw. überqueren
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’, mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
sie setzten noch bei Tageslicht über den Strom
b)
jmdn. über etw. befördern
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
der Fährmann setzte uns über den Fluss
c)
über etw. springen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’, mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
er setzte elegant über den Graben, Zaun
der Reiter setzte kühn über die Hecke
er setzte (= rannte) mit großen Sprüngen über die Fahrbahn
d)
sich irgendwohin setzeneine neue Fahrtrichtung einnehmen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
als der Sportwagen überholen wollte, setzte sich der Lastzug rücksichtslos auf die linke Fahrbahn
10.
salopp
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
es setzt (= du bekommst) Hiebe, Ohrfeigen, Prügel, wenn du nicht gehorchst
jetzt setzt es etw. (= gibt es Schläge, Prügel)
11.
etw. annehmen, etw. als gegeben in eine Betrachtung einbeziehen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
setzen wir den Fall, er ginge wider Erwarten auf deinen Vorschlag ein
gesetzt (den Fall), dass ... (= falls)
12.
etw. setzt sich (zu Boden)etw. sinkt zu Boden und lagert sich dort ab
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
das Wasser stehen lassen, bis sich die Stärke gesetzt hat
der Kaffee hat sich gesetzt
der Wirt wartete, bis sich der Schaum auf dem Bier gesetzt (= aufgelöst) hatte
Bauwesender Beton setzt sich (= bindet ab, wird hart)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

setzen · gesetzt · Setzer · Setzling · absetzen · Absatz · Absetzung · aufsetzen · Aufsatz · aussetzen · beisetzen · Beisetzung · besetzen · Besatz · Besatzung · durchsetzen1 · durchsetzen2 · einsetzen · Einsatz · ersetzen · Ersatz · nachsetzen · übersetzen1 · übersetzen2 · Übersetzung · umsetzen1 · umsetzen2 · Umsatz · untersetzen · Untersatz · untersetzt · versetzen · vorsetzen · Vorgesetzter · Vorsatz · zusetzen · Zusatz
setzen Vb. ‘sitzen machen’, reflexiv ‘sich auf einem Platz niederlassen’, auch ‘an einer bestimmten Stelle abstellen, einpflanzen, festlegen, bestimmen’, ahd. sezzen ‘ab-, aufstellen, festlegen’ (8. Jh.), mhd. setzen, auch ‘stellen, legen, erzählen, bestellen, bestimmen’, reflexiv ‘sich niederlassen’, asächs. settian, mnd. mnl. setten, nl. zetten, afries. setta, aengl. settan, engl. to set, anord. setja, schwed. sätta, got. satjan (germ. *satjan) sind Kausativa zu dem unter ↗sitzen (s. d.) behandelten Verb und verwandt mit den zur gleichen Wurzel gehörenden Kausativen air. adsuidi ‘schiebt auf, verzögert, hält auf’ und mit Dehnstufe aind. sādáyati ‘läßt niedersitzen’, aslaw. saditi, russ. sadít’ (садить) ‘setzen, pflanzen, anbauen’ sowie umgebildetem lit. sodìnti ‘setzen, pflanzen’. gesetzt Part.adj. ‘ernst, ruhig, besonnen, ausgeglichen, gesittet’, hervorgegangen (18. Jh.) aus dem Part. Prät. von durch Präfix verstärktem mhd. gesetzen ‘sich setzen machen, einrichten, beruhigen, stillen’. Setzer m. ‘Schriftsetzer’ (16. Jh.), ahd. sezzāri ‘Stifter, Ordner, Verfasser’ (10. Jh.), mhd. setzer ‘wer etw. setzt, Aufsteller, Taxator’. Setzling m. ‘zum Verpflanzen bestimmte junge Pflanze, junger, in einen Teich einzusetzender Fisch’, mhd. setzelinc. absetzen Vb. ‘des Amtes entheben, außer Funktion setzen, abtrennen, herunternehmen, abziehen, mindern, verkaufen, (sich) abheben’, mhd. abesetzen ‘des Amtes entheben, Bestehendes abschaffen, Personen abwerben, entwöhnen, herunternehmen, abziehen’; es setzt etw. ab ‘es gibt etw., es springt etw. dabei heraus’ (17. Jh.); Absatz m. ‘Unterbrechung, Abschnitt, Abstufung’ (15. Jh.), ‘Verkauf, Vertrieb’ (16. Jh., geläufig seit 2. Hälfte 18. Jh.), ‘Ablagerung’ (18. Jh.), spätmhd. abesaz ‘Minderung, Einschränkung, Amtsenthebung’; Absetzung f. ‘Entlassung, Herabsetzung’ (15. Jh.), mnd. afsettinge (14. Jh.). aufsetzen Vb. ‘auf den Kopf setzen, schriftlich formulieren’, ahd. ūfsezzen ‘auf etw. setzen, aufhängen’ (9. Jh.), mhd. ūfsetzen ‘aufladen, aufs Haupt setzen, zuerkennen, auferlegen, anordnen, einsetzen, feindselig behandeln, sich aufmachen’; Aufsatz m. ‘Aufbau, aufgesetzter Teil, kurze Abhandlung, Artikel’, mhd. ūfsaz ‘(Auferlegung von) Steuern, Festsetzung, Bestimmung, Vorsatz, Plan, Feindschaft’. aussetzen Vb. ‘festsetzen, zur Verfügung stellen, ins Freie setzen, unterbrechen, aufhören, beanstanden’, mhd. ūʒsetzen ‘absondern, entfernen, ausräumen, ausstatten, verpfänden, festsetzen, bestimmen’. beisetzen Vb. ‘neben anderes hinzusetzen, hinzufügen’ (15. Jh.), ‘begraben, bestatten’ (17. Jh.); Beisetzung f. ‘Bestattung, Hinzufügung’ (17. Jh.). besetzen Vb. ‘einen Platz belegen, eine Stelle vergeben, einnehmen, erobern, mit Truppen belegen’, ahd. bisezzen ‘einnehmen, bewachen’ (8. Jh.), mhd. besetzen ‘umstellen, umlagern, festsetzen, bestimmen, anklagen, in Beschlag nehmen’; Besatz m. ‘Besatzung’ (17. Jh.), ‘aufgenähte Bänder, Rüschen, Aufgesetztes’ (18. Jh.), jägersprachlich ‘Wildbestand’ (18. Jh.); Besatzung f. ‘besetzte Stellung, Festung’ (15. Jh.), ‘Truppen, die fremdes Staatsgebiet besetzt halten, Truppe einer Verteidigungsanlage, Schiffsmannschaft’ (16. Jh.). durchsetzen1 Vb. ‘mit etw. versehen, ausstatten, etw. miteinander vermischen, einer Masse beimengen’, mhd. durchsetzen ‘vollständig mit etw. besetzen, belegen, auslegen, zieren’; durchsetzen2 Vb. ‘sich hindurchbewegen’ (16. Jh.), ‘ein Vorhaben (gegen Widerstand) ausführen’ (17. Jh.). einsetzen Vb. ‘in etw. hineinsetzen, ernennen, wirksam werden lassen, beginnen’, ahd. insezzen ‘ins Grab legen, jmdn. mit etw. beladen’ (9. Jh.), mhd. īnsetzen ‘ein-, hineinsetzen, -legen, verpfänden’; Einsatz m. ‘das Einsetzen, das Eingesetzte, Beginn, Anstrengung, Bemühung, auswechselbarer Teil’, mhd. īn-, insaz ‘das Hineinsetzen, Hineingesetzte, Einsetzung’. ersetzen Vb. ‘auswechseln, als Ersatz dienen, vertreten, erneuern’, ahd. irsezzen ‘wiederherstellen’, auch (z. B. von Grütze) ‘ansetzen’ (8. Jh.), mhd. ersetzen ‘eine entstandene Lücke ausfüllen, ansetzen, anflicken, mit Gewürz versetzen, bereiten’; Ersatz m. ‘was als Erneuerung, Vertretung oder Wiederherstellung dient’ (18. Jh.), älter ‘Strafe’ (15. Jh.). nachsetzen Vb. ‘hinterherjagen, verfolgen’ (16. Jh.), ‘später dazugeben, unterordnen, beifügen’ (15. Jh.). übersetzen1 Vb. ‘von einem Flußufer zum anderen fahren, bringen’, ahd. ubarsezzen ‘von einem Ort an einen anderen bringen’ (um 800), mhd. übersetzen ‘hinüberversetzen’; übersetzen2 Vb. ‘aus einer Sprache in eine andere übertragen, dolmetschen’ (17. Jh., vgl. bereits mnd. ōversetten, 15. Jh.), nach lat. trādūcere oder trānsferre; vgl. mhd. übersetzen ‘übermäßig besetzen, besteuern, schriftlich verfassen’; Übersetzung f. ‘Übertragung in eine andere Sprache’ (16. Jh.), in der Technik ‘Getriebeteil’ (um 1900); vgl. mhd. übersetzunge ‘Überordnung, Erhöhung’. umsetzen1 Vb. ‘umhegen, einfassen, umstellen, umzingeln’, ahd. umbisezzen ‘umschließen, umstellen’ (um 1000), spätmhd. umbesetzen; umsetzen2 Vb. ‘an einen anderen Ort bringen’ (14. Jh.), ‘umtauschen, verkaufen’ (17. Jh., vgl. mnd. ummesetten, um 1400), ‘in eine andere Form bringen’ (17. Jh., vorher bereits mnd.); Umsatz m. ‘Tausch, Kauf und Verkauf im Handel’ (Anfang 18. Jh., zuvor mnd. ummesat). untersetzen Vb. ‘daruntersetzen, unterlegen’, mhd. undersetzen; vgl. ahd. untarsezzen ‘unterwerfen, unterordnen’ (um 900); Untersatz m. ‘Unterlage’, mhd. undersaz; untersetzt Part.adj. ‘gedrungen, kräftig’ (16. Jh.), eigentlich wohl ‘mit Muskelfleisch unterlegt, fleischig’. versetzen Vb. ‘zusammenfügen, anordnen, an einen anderen Platz setzen, verrücken, zum Pfand geben, verkaufen, antworten, einen Schlag zufügen’ (eins versetzen, 17. Jh.), ahd. firsezzen ‘abwenden, aussetzen, verpflichten’ (9. Jh.), mhd. versetzen ‘hinsetzen, legen, als Bürgen stellen, verpfänden, beiseite setzen, verlieren, abwehren, parieren, versperren, aufstauen’. vorsetzen Vb. ‘weiter nach vorn setzen (in der Ordnung oder Reihenfolge), vor jmdn. hinsetzen, anbieten’, ahd. furisezzen (8. Jh.), mhd. vürsetzen; Vorgesetzter m. ‘Chef, Leiter’ (16. Jh.); vgl. ahd. foragisaztēr (9. Jh.), Übersetzung von lat. praepositus ‘Aufseher, Vorsteher’; Vorsatz m. ‘Vorhaben, Plan, Absicht’, mhd. vürsaz. zusetzen Vb. ‘hinzufügen, draufzahlen und damit verlieren, Reserven angreifen, jmdn. bedrängen’, ahd. zuosezzen ‘hinzufügen’ (8. Jh.), mhd. zuosetzen ‘hinzustellen, feindlich eindringen, verfolgen’; Zusatz m. ‘Hinzugefügtes, das Hinzufügen’, mhd. zuosaz, auch ‘Hilfstruppen, Besatzung, Beisitzer’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) hinsetzen · ↗(sich) niederlassen · ↗(sich) niedersetzen · ↗(sich) placieren · ↗(sich) platzieren · (sich) setzen · Platz nehmen  ●  ↗(sich) hinpflanzen  ugs. · (sich) in einen Sessel fallen lassen  ugs. · ↗(sich) platzen  ugs., ironisch · ↗abhocken  derb, schweiz. · seinen Hintern auf einen Stuhl quetschen  ugs.
Antonyme
  • (sich) setzen
Synonymgruppe
einstellen · ↗legen · setzen · ↗stellen  ●  ↗tun  ugs.
Synonymgruppe
lagern (auf, über) · ↗legen · setzen
Botanik
Synonymgruppe
einpflanzen · ↗einsetzen · ↗pflanzen · setzen  ●  ↗eingraben  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
ablagern · ↗absetzen · ↗niederschlagen · ↗sedimentieren · setzen

Typische Verbindungen zu ›setzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Akzent Bewegung Druck Fuß Gang Hoffnung Kraft Maßstab Spiel Szene Wehr Zeichen Ziel absetzen ansetzen aufsetzen auseinandersetzen aussetzen durchsetzen ein einsetzen entgegensetzen er festsetzen fortsetzen sie umsetzen voraussetzen wir zusammensetzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›setzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›setzen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil von der Wirtschaft kein Dank zu erwarten sei, müsse man sie unter Druck setzen, damit sein Versprechen eingelöst werden könne.
Die Zeit, 29.11.1996, Nr. 49
Doch vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.
konkret, 1992
Dadurch gelang es ihm, sich in den Besitz von wertvollem Material zu setzen.
Friedländer, Hugo: Prozeß wegen Landesverrats. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 28783
Er bestürmte Reich, das Unternehmen auf jeden Fall ins Werk zu setzen.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 15650
War es wirklich notwendig, alles auf einen Wurf zu setzen?
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 23637
Zitationshilfe
„setzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/setzen>, abgerufen am 24.02.2020.

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