sich

GrammatikReflexivpronomen
Aussprache
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
a)
im Akk.
Beispiele:
er hat sich, sie haben sich am Bein verletzt
hat sich das kleine Mädchen, haben sich die Kinder schon gewaschen?
in fester Verbindung mit dem Verb
Beispiele:
sie freut, freuen sich auf das Turnier
wer kümmert sich um den Proviant?
nach Präposition
Beispiele:
sie drückte den Jungen an sich
die Sängerknaben zogen alle Blicke auf sich
sie hat gern Kinder um sich
er legte den Schirm neben sich
b)
im Dat. steht nur bei Verben, die außerdem einen Akk. haben
Beispiele:
er wollte sich, sie wollten sich einen neuen Kühlschrank kaufen
sie hat sich damit eine neue Pflicht aufgeladen
das Refl.pron. könnte wegfallen, es gibt aber dem Satz einen persönlicheren Charakter
Beispiele:
sie sah sich, sahen sich gestern den neuen Breitwandfilm an
der Gast bestellte sich eine Flasche Selters
der Werkmeister hörte sich die Vorschläge der Kollegen an
in fester Verbindung mit dem Verb
Beispiele:
er bildete sich nichts ein
was maßen Sie sich an!
sie hat es nur sich (selbst) zuzuschreiben
nach Präposition
Beispiele:
er hatte auf der Reise viel Geld bei sich
jetzt hat er die Arbeit hinter sich
sie wies den Verdacht weit von sich
c)
mit Akk.
Beispiele:
sie ist gern für sich (= sie ist gern allein)
das ist eine Sache für sich (= das ist eine besondere Angelegenheit)
der Vorschlag hat etwas für sich (= der Vorschlag ist gut begründet, erwägenswert)
mit Dat.
Beispiele:
das hat nichts auf sich (= das ist unbedeutend)
an sich ist das eine gute Idee (= eigentlich, im Grunde genommen ist das eine gute Idee)
der Wein hat es in sich (= der Wein ist schwer)
der Junge hat es in sich (= der Junge ist nicht zu unterschätzen)
sie tut das nicht von sich aus (= sie tut das nicht unaufgefordert)
er kam bald wieder zu sich (= er wachte bald wieder aus der Ohnmacht auf)
d)
in unpers. Wendungen, meist mit Modalbestimmung für »man« oder passivische Konstruktion
Beispiele:
hier lebt, wohnt es sich gut (= hier lebt, wohnt man gut)
es schreibt sich schlecht auf diesem dünnen Papier
es arbeitet sich nicht gut bei Lampenlicht
es fragt sich, ob ...
es versteht sich, dass ...
oft mit dem Verb »lassen«
Beispiele:
es lässt sich hier gut leben
das Fenster lässt sich schwer öffnen
dagegen lässt sich nichts einwenden
2.
einander
Beispiele:
sie wünschten sich guten Morgen
die beiden blickten sich an
es schien, als wollten sie sich die Köpfe einschlagen
sie hatten sich nichts mehr zu sagen
sie sprachen unter sich vorwiegend plattdeutsch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sich Refl.pron. ursprünglich nur Akkusativ, dann auch Dativ, ahd. sih (8. Jh.), mhd. sich, mnd. sik, sek, anfrk. sig, afries. anord. sik, schwed. sig, got. sik (germ. *sik); im Aengl., Asächs. und Afries. durch die entsprechenden Formen des Pers.pron. ersetzt, nl. zich aus dem Nhd. entlehnt. Verwandt sind aind. (indeklinabel) svayám ‘selbst’, griech. () ‘sich’, lat. ‘sich’, lit. savę̄s ‘seiner’, aslaw. aruss. sebe, russ. sebjá (себя) ‘seiner, sich’. Alle Formen sind von den Pronominalstämmen ie. *se-, *seu̯e-, eigentlich ‘abseits, getrennt, für sich’, hergeleitet, die gleiche Ablautformen aufweisen wie die unter ↗du (s. d.) genannten Pronominalstämme der 2. Pers. Sing.

Thesaurus

Synonymgruppe
der eine dem anderen und umgekehrt · der eine den anderen und umgekehrt · eine die andere und umgekehrt · einer dem anderen und umgekehrt · sich · sich untereinander  ●  sich gegenseitig  Hauptform · ↗einander  geh.
Zitationshilfe
„sich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sich>, abgerufen am 17.12.2018.

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