sich aus dem Staub machen

Grammatik Mehrwortausdruck
Nebenform sich aus dem Staube machen
Hauptbestandteile Staub machen
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
jmd. macht sich aus dem Staubverschwinden, sich entfernen, flüchten, um sich einer Verantwortung, einer Strafverfolgung zu entziehen; vor einer schwierigen Situation weglaufen
siehe auch Fersengeld geben
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: sich einfach aus dem Staub machen
Beispiele:
Ein unbekannter Verkehrsteilnehmer hatte den Audi angefahren und sich aus dem Staub gemacht, ohne sich um den angerichteten Schaden von 1.500 Euro zu kümmern. [Fränkischer Tag, 15.09.2020]
Das Jugendamt habe ständig mit »schwarzen Schafen« zu kämpfen – mit Eltern, die sich einfach aus dem Staube gemacht hätten. »Das ist dann manchmal Detektivarbeit, diesen Vätern und Müttern auf die Spur zu kommen. Aber wer eine Unterhaltspflicht hat, der muss auch zahlen[…]«, so S[…]. [Rhein-Zeitung, 12.05.2021]
Seit die Proteste anschwellen und eskalieren, scheint die Regierung abgetaucht zu sein. Die Minister machten sich aus dem Staub mit den Taschen voller Geld, sagen die Menschen in Bagdad – »mit unserem Geld!« [Die Welt, 08.11.2019]
Freunde des Jungen sagten der Polizei, sie seien […] auf das Dach [des Einkaufszentrums] gestiegen, um ein Selfie zu machen[…]. Als sie von Sicherheitsleuten entdeckt wurden, wollten sie sich aus dem Staub machen. [Süddeutsche Zeitung, 17.09.2018]
Der Vater der Töchter hat sich aus dem Staub gemacht, als Michaela B. mit Maria im dritten Monat schwanger war. Heute ist der 25‑Jährige arbeitslos, finanzielle Unterstützung von dieser Seite: Fehlanzeige. [Münchner Merkur, 09.12.2017]
Ein Kellner steigt nach einem arbeitsreichen Abend auf sein Rad und fährt nach Hause. Auf der dunklen Landstraße streift ihn ein Geländewagen, er stürzt, der Unfallfahrer macht sich aus dem Staub. [Die Zeit, 24.06.2016 (online)]
»Die Rating‑Agenturen können nicht einfach ihre Bewertungen [zum Kaufen, Verkaufen oder Halten von Wertpapieren] abgeben und sich dann aus dem Staube machen, obschon sie oft völlig falsch liegen«, argumentiert […]Manager Joseph D[…]. Vieles spricht für seine Auffassung: Die Ratingagenturen haben erheblich mehr Macht und Einfluss, als sie zugeben möchten. [Süddeutsche Zeitung, 12.08.2009]
2.
etw., jmd. macht sich aus dem Staubaus einer Gefangenschaft ausbrechen, vor einer Gefahr flüchten; ausreißen
Beispiele:
Aber immer wenn die Polizei sich näherte, machten die scheuen Tiere [Kamerunschafe] sich aus dem Staub und verschwanden in einem weitläufigen Wald‑ und Wiesengebiet. […] [Landshuter Zeitung, 10.07.2017]
[…] Der Wintersportler merkt meist nichts davon, denn üblicherweise bemerken uns die Tiere lange, bevor die Menschen sie sehen, und machen sich aus dem Staub – pardon: aus dem Schnee. [Badische Zeitung, 02.01.2012]
Viele Anrufe haben den Tierpark erreicht, seit der Affe, vermutlich von der Rasse der Berber, sich aus dem Staub gemacht hat. Immer schwingen sich auch die Tierpfleger ins Auto, den Ausreißer wieder einzufangen. [Südkurier, 11.04.2007]
Das massige Tier hatte[…] auf der Kölner Straße […] die Tür seines Transporters aufgetreten und sich aus dem Staube gemacht. […] Erst am Montagmorgen wurde der Bulle in der Nähe seines Fluchtortes wieder entdeckt, eingezäunt und aus dem Verkehr gezogen. [Aachener Zeitung, 28.10.2009]
Ein Strafgefangener ist […] aus dem Regionalgefängnis Biel ausgebrochen. Er zersägte in einem Duschraum ein Gitterfenster und liess sich mit zusammengeknoteten Matratzenbezügen in den Hinterhof des Gefängnisses hinunter. Dort durchtrennte der Häftling einen Zaun und machte sich aus dem Staub. [Neue Zürcher Zeitung, 20.08.2006]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) auskommen · ausbüxen · ausreißen · entlaufen  ●  (jemandem) weglaufen  Hauptform · Reißaus nehmen  veraltend · das Weite suchen  ugs. · durchbrennen  ugs. · sich aus dem Staub machen  ugs. · stiften gehen  ugs.
Assoziationen
  • (das) Weite suchen · die Flucht ergreifen · entfliehen · entkommen · fliehen · flüchten · weglaufen · zu entkommen versuchen  ●  Fersengeld geben  veraltend · (sich) aus dem Staub machen  ugs. · (sich) dünn(e) machen  ugs. · (sich) verdrücken  ugs. · abhauen  ugs. · ausfliegen  ugs., ironisch · stiften gehen  ugs. · türmen  ugs. · verduften  ugs. · zu entkommen suchen  geh.
  • abgehauen · abwesend · auf der Flucht · auf und davon · ausgerissen · durchgebrannt · entflohen · entkommen · flüchtig · fort · geflohen · geflüchtet · hat sich abgesetzt · hat sich der Strafverfolgung entzogen · nicht da · weggelaufen  ●  abgängig  Amtsdeutsch · absent  veraltet · ausgeflogen  fig. · (und) ward nicht mehr gesehen (pseudo-literarisch)  geh., Spruch, scherzhaft · ausgebüxt  ugs. · entfleucht  geh., altertümelnd, scherzhaft · getürmt  ugs., Jargon · nicht mehr da  ugs. · stiften gegangen  ugs., regional · weg (= fortgelaufen, weggefahren)  ugs., Hauptform · über alle Berge  ugs., fig.
  • (es) fehlt jede Spur (von) · fort · hat sich verflüchtigt · nicht auffindbar · nicht aufzufinden · nicht zu finden · spurlos verschwunden · unauffindbar · verloren gegangen · vermisst (werden) · verschollen · verschwunden · vom Winde verweht  ●  weg  Hauptform · (sich) in Luft aufgelöst haben  ugs. · Gott weiß wo  ugs. · abhanden gekommen  ugs. · dahin  geh. · entschwunden  geh., auch ironisch · flöten gegangen  ugs. · futsch  ugs. · futschikato  ugs., scherzhaft · hops  ugs. · nicht mehr da  ugs. · perdu  geh., franz., veraltet · sonst wo  ugs. · verschütt gegangen  ugs. · von Windows verweht  ugs., scherzhaft · weg vom Fenster  ugs., veraltend · wie vom Erdboden verschluckt  ugs. · wie weggeblasen  ugs.
Zitationshilfe
„sich aus dem Staub machen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sich%20aus%20dem%20Staub%20machen>.

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