Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sichtbar

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung sicht-bar
Wortzerlegung Sicht -bar
Wortbildung  mit ›sichtbar‹ als Erstglied: Sichtbarkeit · sichtbarlich  ·  mit ›sichtbar‹ als Letztglied: unsichtbar
eWDG

Bedeutung

mit den Augen wahrnehmbar
Beispiele:
auf dem Röntgenbild war der Tumor deutlich, gut, kaum sichtbar
das Flugzeug ist bereits sichtbar und hörbar
der Mond blieb nur für Minuten sichtbar
sichtbares Licht und unsichtbare Strahlung
deutlich erkennbar
Beispiele:
sie aß den Spargel mit sichtbarem Behagen, Genuss
dieser Brief ist ein sichtbares Zeichen seiner Anteilnahme, Freundschaft
das ist ein sichtbarer Beweis dafür
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sicht · sichtbar · sichtig · durchsichtig · kurzsichtig · umsichtig · weitsichtig · sichtlich · sichten1 · besichtigen · Besichtigung
Sicht f. ‘Fähigkeit zu sehen, Sehweite, Ausblick’, auch ‘Betrachtungsweise’, ahd. (9. Jh.), mhd. siht ‘das Sehen, Ansehen, Anblick’, mnd. mnl. sicht, nl. zicht, aengl. -siht, sihþ, engl. sight sind westgerm. Abstraktbildungen (germ. *sihwti-) zu dem unter sehen (s. d.) behandelten Verb. Als Übersetzung von ital. a vista begegnen in der mnd. Handelssprache der Hanse Wendungen wie na gesichtes myns weselbreyffs (‘nach Vorlage meines Wechsels’) betalen (15. Jh.), (Wechsel) up sichtt (bezahlen), 8 dage nae sichtte der handtt schryfft (16. Jh.), dann auch im Hd. nach Sicht des Wechselbrieffs (16. Jh.). Daraus entwickelt sich im 17. Jh. die Bedeutung ‘Laufzeit (eines Wechsels)’, und es entsteht formelhaftes auf lange, auf kurze Sicht ‘für lange, für kurze Zeit’ (17. Jh.). In der Seemannssprache gilt mnd. sicht m. für ‘Sehweite’; es geht in diesem Sinne im 19. Jh. in die Literatursprache ein, vgl. in, außer, ohne Sicht (ohne erkennbares Genus, aber als Fem. aufgefaßt). S. Gesicht; für -sicht in Abstraktbildungen zu Verbalkomposita (An-, Aufsicht usw.) s. sehen. sichtbar Adj. ‘was zu sehen ist’ (16. Jh.). sichtig Adj. ‘hell, klar’ vom Wetter (um 1800 aus der nd. Seemannssprache); vgl. ahd. gisihtīg (um 1000), mhd. sihtec, sihtic, nhd. (bis ins 17. Jh.) sichtig ‘sichtbar, wahrnehmbar, deutlich’; heute nur noch in Zusammensetzungen wie durchsichtig Adj. ‘so beschaffen, daß man hindurchsehen kann’, übertragen ‘zart, blaß, leicht durchschaubar’, ahd. thuruhsihtīg (um 1000), mhd. durchsihtec; kurzsichtig Adj. ‘Sehschärfe nur für die Nähe besitzend, nicht vorausdenkend’ (18. Jh.); umsichtig Adj. ‘bedachtsam, überlegt’, mhd. umbesihtic; weitsichtig Adj. ‘weit sichtbar, weitblickend’ (16. Jh.), ‘Sehschärfe nur für die Ferne besitzend’ (18. Jh.). sichtlich Adj. ‘offenkundig, deutlich’, mhd. sihtlich ‘was gesehen werden kann, sichtbar, leibhaftig’. sichten1 Vb. ‘erblicken’ (19. Jh.), Übernahme aus der nd. Seemannssprache. besichtigen Vb. ‘in Augenschein nehmen, genau ansehen’ (15. Jh.), älter besichten (Anfang 15. Jh.); Besichtigung f. ‘das genaue Ansehen, Inspizieren’ (15. Jh.).

Thesaurus

Biologie, Physik
Synonymgruppe
sichtbar  ●  visibel  franz.
Oberbegriffe
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›sichtbar‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sichtbar‹.

Verwendungsbeispiele für ›sichtbar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An diese immer deutlicher sichtbar werdende Tendenz gilt es anzuknüpfen. [Grahneis, Heinz u. Horn, Karlwilhelm (Hg.), Taschenbuch der Hygiene, Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 47]
Und die Struktur des Berges war da im Aufglühen plötzlich sichtbar. [Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 307]
Diese antiken Ordnungen drücken nichts als einen den sichtbaren Formen immanenten Gehalt aus. [Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 52]
Solange Karl V. lebt, findet das alles keinen sichtbaren Ausdruck. [Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 282]
Bis zuletzt trug er die Narben deutlich sichtbar am Handgelenk. [Die Zeit, 10.09.1998, Nr. 38]
Zitationshilfe
„sichtbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sichtbar>.

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