sickern

GrammatikVerb · sickerte, ist gesickert
Aussprache
Worttrennungsi-ckern (computergeneriert)
Wortbildung mit ›sickern‹ als Erstglied: ↗Sickergrube · ↗Sickerstelle · ↗Sickerverlust · ↗Sickerwasser
 ·  mit ›sickern‹ als Letztglied: ↗absickern · ↗aussickern · ↗durchsickern · ↗einsickern · ↗heraussickern · ↗hindurchsickern · ↗hineinsickern · ↗vollsickern · ↗wegsickern
 ·  mit ›sickern‹ als Grundform: ↗versickern
eWDG, 1976

Bedeutung

etw. sickert aus, durch etw.etw. rinnt langsam und spärlich, fließt langsam tröpfelnd aus, durch etw.
Beispiele:
aus den Wolken sickert ein feiner Regen
Tränen sickerten aus ihren Augen
das Blut ist aus der Wunde, durch den Verband gesickert
bildlich
Beispiele:
gehoben aus der Türritze sickerte ein Lichtschein
gehoben Mondlicht sickerte durch die Spalten der Jalousie in das dunkle Zimmer
gehoben Die Dämmerung sickert aus der Schonung [StrittmatterTinko86]
Immer neue Nachrichten sickerten durch alle möglichen Kanäle ins Gefängnis [BredelSöhne419]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sickern · Sickerwasser
sickern Vb. ‘langsam und tropfenweise (ab)fließen’. Das im Dt. eine intensivierende Konsonantendoppelung aufweisende, zunächst mundartlich verbreitete, seit dem 18. Jh. auch literatursprachlich bezeugte Verb (neben versickern, 17. Jh.) steht wie nd. sīkern, aengl. sicerian ‘tröpfeln, rieseln’ iterativ neben den unter ↗seihen (s. d.) dargestellten Formen, enthält jedoch wie ↗seichen (s. d.) sowie mnd. sīk ‘sumpfige Niederung, Tümpel’, aengl. sīc, engl. (mundartlich) sike ‘Rinnsal, Bach, (sumpfiger) Graben’, anord. sīk ‘stehendes oder langsam fließendes Gewässer’ germ. k im Wurzelauslaut. Sickerwasser n. ‘langsam in den Boden eindringendes Oberflächenwasser’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
durchsickern · sickern
Synonymgruppe
rieseln · sickern · ↗tropfen · ↗träufeln · ↗tröpfeln · ↗verrinnen
Synonymgruppe
sickern · ↗tröpfeln

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwasser Deich Deponie Erdreich Flüssigkeit Gift Giftstoff Grundwasser Nitrat Nässe Pore Regenwasser Rinnsal Ritze Schmelzwasser absickern durch durchsickern einsickern herab herabsickern heraussickern hereinsickern hervorsickern hinab hindurch hindurchsickern hineinsickern nachsickern tröpfchenweise

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sickern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inzwischen sickerte durch, dass er weiterhin Geld bezog, etwas über 2300 Dollar im Monat.
Der Tagesspiegel, 05.12.2004
Was sie sagt, lasse ich in mich sickern, tief in mich hinein.
Bach, Tamara: Marsmädchen, Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger 2003, S. 23
Was oben in den Berg gekippt wird, sickert unten wieder heraus.
Die Welt, 15.12.1999
Es könnten mehr Ex verkauft sein, der Verlag tut wenig für mein Buch, von dem es überall still ist, aber es sickert doch weiter.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1950. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1950], S. 70
Und dann sickert ein dunkler Staub auf die Erde hernieder.
Scheerbart, Paul: Immer mutig! In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 4502
Zitationshilfe
„sickern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sickern>, abgerufen am 17.10.2019.

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