Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sickern

Grammatik Verb · sickert, sickerte, ist gesickert
Aussprache 
Worttrennung si-ckern
Wortbildung  mit ›sickern‹ als Erstglied: Sickeranlage · Sickergas · Sickergrube · Sickerschacht · Sickerstelle · Sickerverlust · Sickerwasser
 ·  mit ›sickern‹ als Letztglied: absickern · aussickern · durchsickern · einsickern · heraussickern · hindurchsickern · hineinsickern · versickern · vollsickern · wegsickern
eWDG

Bedeutung

etw. sickert aus, durch etw.etw. rinnt langsam und spärlich, fließt langsam tröpfelnd aus, durch etw.
Beispiele:
aus den Wolken sickert ein feiner Regen
Tränen sickerten aus ihren Augen
das Blut ist aus der Wunde, durch den Verband gesickert
bildlich
Beispiele:
gehobenaus der Türritze sickerte ein Lichtschein
gehobenMondlicht sickerte durch die Spalten der Jalousie in das dunkle Zimmer
gehobenDie Dämmerung sickert aus der Schonung [ StrittmatterTinko86]
Immer neue Nachrichten sickerten durch alle möglichen Kanäle ins Gefängnis [ BredelSöhne419]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sickern · Sickerwasser
sickern Vb. ‘langsam und tropfenweise (ab)fließen’. Das im Dt. eine intensivierende Konsonantendoppelung aufweisende, zunächst mundartlich verbreitete, seit dem 18. Jh. auch literatursprachlich bezeugte Verb (neben versickern, 17. Jh.) steht wie nd. sīkern, aengl. sicerian ‘tröpfeln, rieseln’ iterativ neben den unter seihen (s. d.) dargestellten Formen, enthält jedoch wie seichen (s. d.) sowie mnd. sīk ‘sumpfige Niederung, Tümpel’, aengl. sīc, engl. (mundartlich) sike ‘Rinnsal, Bach, (sumpfiger) Graben’, anord. sīk ‘stehendes oder langsam fließendes Gewässer’ germ. k im Wurzelauslaut. – Sickerwasser n. ‘langsam in den Boden eindringendes Oberflächenwasser’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
durchsickern · sickern

Typische Verbindungen zu ›sickern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sickern‹.

Verwendungsbeispiele für ›sickern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was sie sagt, lasse ich in mich sickern, tief in mich hinein. [Bach, Tamara: Marsmädchen, Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger 2003, S. 23]
Aus dieser Öffnung sickerte ununterbrochen Blut an den Wänden des Geschwürs herunter. [Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 342]
Ist die Erfahrung, wie nahe der Irak uns ist, nicht allmählich in die Köpfe gesickert? [Die Zeit, 31.03.2004, Nr. 14]
Aus einem kleinen Loch über ihrem linken Ohr sickert Blut. [Die Zeit, 10.02.1999, Nr. 06]
Und dann sickert ein dunkler Staub auf die Erde hernieder. [Scheerbart, Paul: Immer mutig! In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 4502]
Zitationshilfe
„sickern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sickern>.

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