sie
GrammatikPersonalpronomen
Aussprache
Wortbildung mit ›sie‹ als Erstglied: Siechen · Sielein
 ·  mit ›sie‹ als Grundform: ihnen · ihrer
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
fem., im Nom.
Bezeichnung für eine besprochene Person oder Sache femininen Geschlechts
Beispiele:
am Abend packte sie ihre Sachen
er hatte seine Aktentasche stehenlassen, sie fand sich in der Garderobe
sie füttert die Jungen (= das Vogelweibchen füttert die Jungen)
ist der grüne Wellensittich eine Sie? umgangssprachlich
dient zur Wiederaufnahme einer unmittelbar vorher erwähnten, nachdrücklich genannten Person oder Sache
Beispiel:
diese junge Frau, was hatte sie durchmachen müssen!
kann sich auch, meist um Spannung hervorzurufen, auf eine später genannte Person oder Sache beziehen
Beispiel:
sie verfolgte ihn immer wieder, diese neue Idee
im Akk.
Beispiele:
habt ihr sie getroffen?
er hat die rechte Hand gebrochen, man hat sie bandagiert
wir haben jede Woche an sie geschrieben
im Dat.
Beispiele:
alle haben ihr geholfen
viele erzählten von ihr, dass ...
im Gen.
gehoben
Beispiel:
der Redner gedachte ihrer in seiner Ansprache
2.
im Nom.
Bezeichnung für mehrere besprochene Personen oder Sachen aller drei Geschlechter
Beispiele:
sie fuhren mit dem Frühzug nach B
wo sind die Kinder? Sie spielen im Garten
alle Betriebsangehörigen gaben ihre Vorschläge ein, sie wurden geprüft und ausgewertet
dient zur Wiederaufnahme von unmittelbar vorher erwähnten, nachdrücklich genannten Personen oder Sachen
Beispiel:
die hell strahlenden Sterne, sie waren in dieser Sommernacht so schön wie nie
kann sich auch, meist um Spannung hervorzurufen, auf später genannte Personen oder Sachen beziehen
Beispiel:
sie ließen ihn nicht aus den Augen, die gespannt lauschenden Zuhörer
im Akk.
Beispiele:
wir trafen sie beide an der Ecke
die vielen schönen Postkarten, wo habt ihr sie gekauft?
im Dat.
Beispiel:
der Abteilungsleiter übergab ihnen die Auszeichnung, sprach mit ihnen über die neue Aufgabe
im Gen.
gehoben
Beispiele:
seine Vorfahren waren ausgewandert, er konnte sich ihrer nicht mehr erinnern
sie waren ihrer sechs
3.
umgangssprachlich man
Beispiele:
dem haben sie das Fahrrad gestohlen
in den Anlagen wurde Ordnung geschaffen, sogar die Bänke haben sie neu gestrichen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sie · Sie · Sie · Sielein · Siechen · Si(e)ke · Sēke · siezen
sie Pers.pron. f. der 3. Person Sing. und m. f. n. der 3. Person Plur. Das Pers.pron. der 3. Person wird im Germ. allgemein mit dem Pronominalstamm ie. *ei-, *i- (s. ↗er, ↗es) gebildet. Daneben steht ein mit s- anlautender Stamm, der in got. si und ahd. sī̌ (Nom. Sing. Fem.) wie auch in einigen Formen des Demonstrativums (s. ↗der, ↗die, ↗das, dort auch Weiteres zur Verwandtschaft) bzw. als zweiter Bestandteil des verstärkten Demonstrativums (s. ↗dieser, ↗diese, ↗dieses) vertreten ist. Das Pers.pron. der 3. Person Sing. entwickelt in Analogie zum einfachen Demonstrativum (Nom. Sing. Fem. ahd. asächs. thiu, Akk. Sing. Fem. ahd. asächs. thia) einen entsprechenden femininen Nom. ahd. asächs. siu bzw. Akk. ahd. asächs. sia. Das dadurch mit den starken Adjektiven endungsgleiche Pers.pron. bildet daraufhin diesen folgende Pluralformen wie Nom. Akk. Mask. ahd. sie, asächs. sia, sea, Fem. ahd. sio, asächs. sia, sea, Neutr. ahd. siu, asächs. siu, sia, sea. Bereits im Ahd. werden die vollen Formen vereinfacht zu , sie und si, die auch im Mhd. gelten (mnd. , mnl. si), bis sich im Nhd. sie (nl. zij) an allen Stellen durchsetzt. Die Anrede Sie f. Sing. an eine weibliche Person (17. Jh.), anfänglich höflicher als Ihr (s. ↗ihr), sinkt (18. Jh.) zur Anrede an sozial Niedrigstehende herab. Sie wird ersetzt (in beiden Geschlechtern) durch den Plural Sie der zunächst (Anfang 17. Jh.) als Anrede einer fürstlichen Person im Anschluß an pluralische Höflichkeitsformeln (wie Euer Gnaden u. dgl.) entsteht und bald als allgemeine Form der Anrede (Ende 17. Jh., anfangs noch neben Ihr) üblich wird. Substantiviert Sie f. ‘Tierweibchen’, bes. ‘Vogelweibchen’, mhd. , sie f. ‘Weib, Frau, Tierweibchen’. Meist als Deminutivum mit den Suffixen -lein, -chen (nd. -ke) Sielein n. (16. Jh.), spätmhd. siel. Siechen n. (um 1700), nd. Si(e)ke Sēke n. In der Jägersprache wird die Bezeichnung zum Femininum Sieke, Sicke f. (18. Jh.), also nicht mehr als Deminutivum empfunden. siezen Vb. ‘jmdn. mit Sie anreden’ (17. Jh.); s. ↗duzen, ↗ihrzen.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Synonymgruppe
die · diese · diese und jene · ebendiese · jene · selbige
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

bekommen bleiben brauchen bringen erhalten finden führen geben gehen gehört glauben halten kennen kommen lassen leben machen nehmen nennen sagt schreiben sehen spielen sprechen stehen stellen tragen tun wissen zeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sie‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

Ältere Wörterbücher

Korpustreffer

Referenzkorpora
Zeitungskorpora
Spezialkorpora