sieben
GrammatikVerb
Worttrennungsie-ben (computergeneriert)
Wortbildung mit ›sieben‹ als Erstglied: ↗Siebung  ·  mit ›sieben‹ als Letztglied: ↗absieben · ↗aussieben · ↗durchsieben
 ·  Ableitungen von ›sieben‹: ↗besieben · ↗versieben
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. durch ein Sieb schütten, rühren, um die kleineren Bestandteile einer (körnigen) Substanz von den größeren zu trennen
Beispiel:
Mehl, Getreide, Sand, Erze sieben
bildlich
Beispiele:
scherzhaft gesiebte Luft atmen (= im Gefängnis, Zuchthaus sitzen)
dichterisch In den langen Nächten ... siebte sie die Jahre [L. FrankMathilde5,129]
2.
eine größere Menge, Anzahl sichten, um daraus nach bestimmten Gesichtspunkten eine strenge Auswahl zu treffen
Beispiele:
die Bewerber, Antragsteller sieben
er siebte das gesammelte Material
die Bewerbungen für die Studienplätze wurden streng, sorgfältig gesiebt
Wenn die Frauen auch mal sieben: / welches Mädchen soll dich lieben? [TucholskyGanz anders37]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sieb · sieben1
Sieb n. ‘löcheriges Geflecht, mit dessen Hilfe gröbere Bestandteile von feineren durch Schütteln getrennt werden’, ahd. sib (9. Jh.), mhd. sip, sib, mnd. mnl. sēve, nl. zeef, aengl. sife, engl. sieve (westgerm. *sibi- ) lassen sich verbinden mit ahd. seivar (10. Jh.), mhd. seifer, mnd. sēver ‘Speichel, Geifer, Schaum’, den unter ↗Seife (s. d.) und ↗sichten (s. d.) genannten Formen sowie mit serbokr. sípiti ‘rieseln, fein regnen’ und auf ie. *sē(i)b-, *seib-, *seip- ‘ausgießen, seihen, rinnen, tröpfeln’ zurückführen, Erweiterung der Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’ (s. auch ↗sämig, ↗seihen und ↗seichen). sieben1 Vb. ‘durch ein Sieb geben’ (15. Jh.), ‘auswählen, nach strengen Gesichtspunkten aussondern’ (nach 1850).

sieben2 · siebenter · Siebentel · siebzehn · siebzig · Siebensachen · Siebenschläfer
sieben2 Num. Ahd. sibun (8. Jh.), mhd. siben (md. siven), asächs. siҍun, mnd. sēven, sȫven, mnl. sēven, nl. zeven, aengl. seofon, engl. seven, anord. sjau (wohl umgebildet durch frühen Einfluß des unter ↗acht, s. d., behandelten Zahlworts, vgl. got. ahtau), schwed. sju, got. sibun (germ. *sebun) lassen sich mit aind. saptá, griech. heptá (ἑπτά), lat. septem, air. secht n- auf ie. *septṃ ‘sieben’ zurückführen, wobei das Germ. den inlautenden Dental aufgegeben hat, wohl dissimilatorisch unter Einfluß der gleichfalls mit Dental gebildeten Ordinalzahl ie. *sep(t)ṃto-. siebenter, auch siebter Num. Ord., ahd. sibunto (9. Jh.), mhd. sibende. Siebentel n. auch Siebtel ‘siebenter Teil eines Ganzen’ (Anfang 18. Jh.), aus Siebenteil (16. Jh.) zusammengezogen. siebzehn Num. ahd. sibunzehan (um 1000), mhd. sibenzehen. siebzig Num. ahd. sibunzug (9. Jh.), mhd. sibenzec, -zic (s. ↗-zig). Siebensachen Plur. ‘alles, was man für etw. Bestimmtes braucht, alle Habseligkeiten’ (Anfang 18. Jh.), ‘Plunder, Kram’ (17. Jh.), auch verhüllend für ‘Geschlechtsteile, -verkehr’ (in der 1. Hälfte des 17. Jhs.). Siebenschläfer m. ursprünglich Plur., mhd. die siben slāfære, frühnhd. die Sübensleffer (15. Jh.), seit dem 17. Jh. auch Sing. m. Der Ausdruck bezeichnet nach einer mittelalterlichen Legende sieben Jünglinge, die sich bei einer Christenverfolgung (251) in einer Höhle bei Ephesus verbargen, dort eingemauert wurden und die Zeit ihrer Gefangenschaft schlafend verbrachten; sie erwachten (447) bei der zufälligen Öffnung der Höhle. Der kirchliche Gedenktag der sieben heiliggesprochenen Märtyrer ist der 27. Juni, der siben schlaffertag (15. Jh.), verkürzt Siebenschläfer; wenn es an diesem Tage regnet, soll nach dem Volksglauben während der folgenden sieben Wochen jeden Tag Regen fallen. Danach entwickelt sich Siebenschläfer zur Bezeichnung für ‘jmdn., der viel und lange schläft’ (17. Jh.) und zu einem Namen der Haselmaus wegen ihres festen Winterschlafes (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
durchgehen · ↗durchseihen (durch ein Sieb) · ↗passieren · ↗seihen · sieben
Synonymgruppe
abseihen · ↗durchsieben · ↗filtern · sieben
Synonymgruppe
auslesen · ↗aussieben · ↗auswählen · ↗ermitteln · ↗herauspicken · ↗heraussuchen · ↗selektieren · ↗selektionieren  ●  (die) Spreu vom Weizen trennen  fig. · sieben  ugs.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Industrienationen Industriestaaten Jahren Kilometer Meter Milliarden Millionen Minuten Monaten Personen Prozent Punkte Sekunden Siegeln Spielen Stunden Tage Tore Treffern Wochen Zwerge acht etwa fast insgesamt knapp mindestens rund sechs Übernachtungen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sieben‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jede fünfte Frau heiratete den Vater ihres Sohnes, aber nur jede siebte den ihrer Tochter.
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2003
So verging die Stunde bis sieben fast wie im Fluge.
Die Zeit, 11.06.1982, Nr. 24
Sie wachte auch ohne Wecker zuverlässig um sieben Uhr auf.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 241
Es ist jetzt sieben Uhr und ich gehe ins Bett.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 16.11.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Mit diesen sieben "Tricks" erzielst du eine tadellose aufrechte Haltung.
Riemkasten, Felix: Yoga für Sie, Gelnhausen: Schwab 1966 [1953], S. 21
Zitationshilfe
„sieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sieben#1>, abgerufen am 22.01.2018.

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sieben
GrammatikKardinalzahl
Worttrennungsie-ben (computergeneriert)
Wortbildung mit ›sieben‹ als Erstglied: ↗7-stellig · ↗Siebener · ↗Siebengestirn · ↗Siebenmeilenschritt · ↗Siebenmeilenstiefel · ↗Siebenmeter · ↗Siebenmonatskind · ↗Siebensachen · ↗Siebenschläfer · ↗siebenachtel · ↗siebenarmig · ↗siebenbändig · ↗siebeneinhalb · ↗siebenfach · ↗siebengescheit · ↗siebenjährig · ↗siebenköpfig · ↗siebenmal · ↗siebenmalig · ↗siebensaitig · ↗siebenstellig · ↗siebenstündig · ↗siebenundeinhalb · ↗siebenundsiebzig · ↗siebzehn
 ·  mit ›sieben‹ als Letztglied: ↗Grünsieben · ↗Piksieben
 ·  mit ›sieben‹ als Grundform: ↗siebente · ↗siebte
eWDG, 1976

Bedeutung

7
Beispiele:
sieben plus sieben ist vierzehn
die sieben Wochentage
sieben Stück, Personen
eine Woche hat sieben Tage
ein Haus mit sieben Stockwerken
es stehen sieben (Leute) in einer Reihe
die ersten sieben
ein Mädchen von sieben Jahren
sie ist sieben (Jahre alt)
es ist sieben (Uhr)
es, die Uhr schlägt sieben
Punkt, Schlag sieben (= genau sieben Uhr)
innerhalb von sieben Tagen
vor, seit, nach, binnen sieben Tagen
etw. ist sieben Meter lang, breit, hoch, tief
das Buch kostet sieben Euro
Sport die Mannschaft gewann sieben zu fünf [erzielte sieben Tore, der Gegner fünf]
die Zahl Sieben
die arabische Sieben (7)
die römische Sieben (VII)
umgangssprachlich mit der Sieben (= mit einem Wagen der Straßenbahnlinie 7) fahren
historisch die Sieben Weltwunder (= Sammelbezeichnung für sieben Bau- und Kunstwerke der Antike)
historisch die Sieben Freien Künste (= Sammelbezeichnung für die in der Antike und im Mittelalter gepflegten Grundwissenschaften)
gilt bei abergläubischen Menschen als (Un)glückszahl, als besonders bedeutungsvolle Zahl
Beispiele:
die böse Sieben
er zerschlug einen Spiegel, nun hat er sieben Jahre Pech
häufig in Märchen
Beispiele:
das tapfere Schneiderlein tötete sieben Fliegen mit einem Schlag
Schneewittchen lebte bei den sieben Zwergen
Der Wolf und die sieben jungen Geißlein [GrimmWolf und GeißleinTitel]
Die sieben Raben [GrimmSieben RabenTitel]
Die sieben Schwaben [GrimmSieben SchwabenTitel]
übertragen
Beispiele:
die moderne Kunst ist ihm ein Buch mit sieben Siegeln (= er versteht nichts davon)
salopp, abwertend etw. stinkt sieben Meilen gegen den Wind (= macht sich schon von weitem aufdringlich bemerkbar)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sieb · sieben1
Sieb n. ‘löcheriges Geflecht, mit dessen Hilfe gröbere Bestandteile von feineren durch Schütteln getrennt werden’, ahd. sib (9. Jh.), mhd. sip, sib, mnd. mnl. sēve, nl. zeef, aengl. sife, engl. sieve (westgerm. *sibi- ) lassen sich verbinden mit ahd. seivar (10. Jh.), mhd. seifer, mnd. sēver ‘Speichel, Geifer, Schaum’, den unter ↗Seife (s. d.) und ↗sichten (s. d.) genannten Formen sowie mit serbokr. sípiti ‘rieseln, fein regnen’ und auf ie. *sē(i)b-, *seib-, *seip- ‘ausgießen, seihen, rinnen, tröpfeln’ zurückführen, Erweiterung der Wurzel ie. *sē(i)-, *sei- ‘tröpfeln, rinnen, feucht’ (s. auch ↗sämig, ↗seihen und ↗seichen). sieben1 Vb. ‘durch ein Sieb geben’ (15. Jh.), ‘auswählen, nach strengen Gesichtspunkten aussondern’ (nach 1850).

sieben2 · siebenter · Siebentel · siebzehn · siebzig · Siebensachen · Siebenschläfer
sieben2 Num. Ahd. sibun (8. Jh.), mhd. siben (md. siven), asächs. siҍun, mnd. sēven, sȫven, mnl. sēven, nl. zeven, aengl. seofon, engl. seven, anord. sjau (wohl umgebildet durch frühen Einfluß des unter ↗acht, s. d., behandelten Zahlworts, vgl. got. ahtau), schwed. sju, got. sibun (germ. *sebun) lassen sich mit aind. saptá, griech. heptá (ἑπτά), lat. septem, air. secht n- auf ie. *septṃ ‘sieben’ zurückführen, wobei das Germ. den inlautenden Dental aufgegeben hat, wohl dissimilatorisch unter Einfluß der gleichfalls mit Dental gebildeten Ordinalzahl ie. *sep(t)ṃto-. siebenter, auch siebter Num. Ord., ahd. sibunto (9. Jh.), mhd. sibende. Siebentel n. auch Siebtel ‘siebenter Teil eines Ganzen’ (Anfang 18. Jh.), aus Siebenteil (16. Jh.) zusammengezogen. siebzehn Num. ahd. sibunzehan (um 1000), mhd. sibenzehen. siebzig Num. ahd. sibunzug (9. Jh.), mhd. sibenzec, -zic (s. ↗-zig). Siebensachen Plur. ‘alles, was man für etw. Bestimmtes braucht, alle Habseligkeiten’ (Anfang 18. Jh.), ‘Plunder, Kram’ (17. Jh.), auch verhüllend für ‘Geschlechtsteile, -verkehr’ (in der 1. Hälfte des 17. Jhs.). Siebenschläfer m. ursprünglich Plur., mhd. die siben slāfære, frühnhd. die Sübensleffer (15. Jh.), seit dem 17. Jh. auch Sing. m. Der Ausdruck bezeichnet nach einer mittelalterlichen Legende sieben Jünglinge, die sich bei einer Christenverfolgung (251) in einer Höhle bei Ephesus verbargen, dort eingemauert wurden und die Zeit ihrer Gefangenschaft schlafend verbrachten; sie erwachten (447) bei der zufälligen Öffnung der Höhle. Der kirchliche Gedenktag der sieben heiliggesprochenen Märtyrer ist der 27. Juni, der siben schlaffertag (15. Jh.), verkürzt Siebenschläfer; wenn es an diesem Tage regnet, soll nach dem Volksglauben während der folgenden sieben Wochen jeden Tag Regen fallen. Danach entwickelt sich Siebenschläfer zur Bezeichnung für ‘jmdn., der viel und lange schläft’ (17. Jh.) und zu einem Namen der Haselmaus wegen ihres festen Winterschlafes (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
durchgehen · ↗durchseihen (durch ein Sieb) · ↗passieren · ↗seihen · sieben
Synonymgruppe
abseihen · ↗durchsieben · ↗filtern · sieben
Synonymgruppe
auslesen · ↗aussieben · ↗auswählen · ↗ermitteln · ↗herauspicken · ↗heraussuchen · ↗selektieren · ↗selektionieren  ●  (die) Spreu vom Weizen trennen  fig. · sieben  ugs.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Industrienationen Industriestaaten Jahren Kilometer Meter Milliarden Millionen Minuten Monaten Personen Prozent Punkte Sekunden Siegeln Spielen Stunden Tage Tore Treffern Wochen Zwerge acht etwa fast insgesamt knapp mindestens rund sechs Übernachtungen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sieben‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jede fünfte Frau heiratete den Vater ihres Sohnes, aber nur jede siebte den ihrer Tochter.
Süddeutsche Zeitung, 03.06.2003
So verging die Stunde bis sieben fast wie im Fluge.
Die Zeit, 11.06.1982, Nr. 24
Sie wachte auch ohne Wecker zuverlässig um sieben Uhr auf.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 241
Es ist jetzt sieben Uhr und ich gehe ins Bett.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 16.11.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Mit diesen sieben "Tricks" erzielst du eine tadellose aufrechte Haltung.
Riemkasten, Felix: Yoga für Sie, Gelnhausen: Schwab 1966 [1953], S. 21
Zitationshilfe
„sieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sieben#2>, abgerufen am 22.01.2018.

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