Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

siebzig

Grammatik Kardinalzahl
Nebenform selten siebenzig
Aussprache 
Worttrennung sieb-zig ● sie-ben-zig
Wortzerlegung sieben2 -zig1
Wortbildung  mit ›siebzig‹ als Erstglied: 70er Jahre · 70er-Jahre · Siebziger · Siebzigerjahre · siebziger Jahre · siebzigjährig
 ·  mit ›siebzig‹ als Letztglied: siebenundsiebzig  ·  mit ›siebzig‹ als Binnenglied: Endsiebziger · Mittsiebziger
eWDG

Bedeutung

70
Beispiele:
ein Essenbon kostet siebzig Cent
umgangssprachlichich möchte einen Essenbon zu siebzig (Cent)
er ist siebzig (Jahre alt), über siebzig
er ist schon über (die) siebzig
umgangssprachlich siebzig (= 70 km/h Geschwindigkeit) fahren
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sieben2 · siebenter · Siebentel · siebzehn · siebzig · Siebensachen · Siebenschläfer
sieben2 Num. Ahd. sibun (8. Jh.), mhd. siben (md. siven), asächs. siƀun, mnd. sēven, sȫven, mnl. sēven, nl. zeven, afries. si(u)gun, sawen, saun, aengl. seofon, engl. seven, anord. sjau (wohl umgebildet durch frühen Einfluß des unter acht, s. d., behandelten Zahlworts, vgl. got. ahtau), schwed. sju, got. sibun (germ. *sebun) lassen sich mit aind. saptá, griech. heptá (ἑπτά), lat. septem, air. secht n- auf ie. *septṃ ‘sieben’ zurückführen, wobei das Germ. den inlautenden Dental aufgegeben hat, wohl dissimilatorisch unter Einfluß der gleichfalls mit Dental gebildeten Ordinalzahl ie. *sep(t)ṃto-. siebenter, auch siebter Num. Ord., ahd. sibunto (9. Jh.), mhd. sibende. Siebentel n. auch Siebtel ‘siebenter Teil eines Ganzen’ (Anfang 18. Jh.), aus Siebenteil (16. Jh.) zusammengezogen. siebzehn Num. ahd. sibunzehan (um 1000), mhd. sibenzehen. siebzig Num. ahd. sibunzug (9. Jh.), mhd. sibenzec, -zic (s. -zig). Siebensachen Plur. ‘alles, was man für etw. Bestimmtes braucht, alle Habseligkeiten’ (Anfang 18. Jh.), ‘Plunder, Kram’ (17. Jh.), auch verhüllend für ‘Geschlechtsteile, -verkehr’ (in der 1. Hälfte des 17. Jhs.). Benennungsmotiv unklar. Siebenschläfer m. ursprünglich Plur., mhd. die siben slāfære, frühnhd. die Sübensleffer (15. Jh.), seit dem 17. Jh. auch Sing. m. Der Ausdruck bezeichnet nach einer mittelalterlichen Legende sieben Jünglinge, die sich bei einer Christenverfolgung (251) in einer Höhle bei Ephesus verbargen, dort eingemauert wurden und die Zeit ihrer Gefangenschaft schlafend verbrachten; sie erwachten (447) bei der zufälligen Öffnung der Höhle. Der kirchliche Gedenktag der sieben heiliggesprochenen Märtyrer ist der 27. Juni, der siben schlaffertag (15. Jh.), verkürzt Siebenschläfer; wenn es an diesem Tage regnet, soll nach dem Volksglauben während der folgenden sieben Wochen jeden Tag Regen fallen. Danach entwickelt sich Siebenschläfer zur Bezeichnung für ‘jmdn., der viel und lange schläft’ (17. Jh.) und zu einem Namen der Haselmaus wegen ihres festen Winterschlafes (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›siebzig‹, ›siebenzig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Siebzig Millionen Mark, hofft Bonn, werden die Vereinten Nationen zurückerstatten. [Die Zeit, 04.03.1994, Nr. 10]
Mit siebzig ist man alt, mit fünfzig noch lange nicht. [Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 247]
Mit siebzig fühle ich mich rüstiger als mancher mit sechzig. [Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 34]
Da sind sie seit siebzig Jahren abends ins Konzert gegangen. [Die Zeit, 07.02.1997, Nr. 7]
In einer Klasse drängen sich heute mehr als siebzig Kinder. [Die Zeit, 27.09.1996, Nr. 40]
Zitationshilfe
„siebzig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/siebzig>.

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