Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

siegeln

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung sie-geln
Wortbildung  mit ›siegeln‹ als Erstglied: Siegelung  ·  mit ›siegeln‹ als Letztglied: besiegeln · einsiegeln · untersiegeln · zusiegeln
eWDG

Bedeutung

etw. mit einem Siegel versehen
Beispiel:
eine Urkunde, ein Dokument, amtliches Schriftstück siegeln
übertragen
Beispiel:
Was er hervorbringt, ist Spur und Zeugnis seines Lebens und Schicksals, es ist bestimmt und gesiegelt durch sein persönliches Talent [ Th. Mann11,403]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Siegel · Insiegel · siegeln · besiegeln · versiegeln · Siegellack · Siegelring
Siegel n. ‘Stempel zum Eindrücken eines Zeichens in weiche Masse (als Verschluß an Schriftstücken, Behältnissen usw.), Abdruck des Zeichens’, mhd. sigel ‘Siegel, Stempel, mit Siegel versehene Urkunde’, mnd. sēgel, mnl. sēghel, nl. zegel, afries. sigil, schwed. sigill sind entlehnt aus lat. sigillum ‘kleine Figur, kleines Bildnis, kleine Statue, Siegel(abdruck), Zeichen’, Deminutivum zu lat. sīgnum ‘Zeichen, Abzeichen, Kennzeichen, Signal, Bild, Siegel’ (s. Signum); zu lat. secāre ‘schneiden’. Vgl. mit abweichender Endung got. sigljō ‘Siegel’. Redensartlich (mit) Brief und Siegel ‘mit Urkunde und amtlicher Bestätigung’ (14. Jh.), übertragen ‘(mit) Sicherheit’ (etwa seit 16. Jh.); ein Buch mit sieben Siegeln ‘eine geheimnisvolle, unverständliche (weil mit Siegeln verschlossene) Sache’, nach Offenb. Joh. 5, 1 liber septem sigillis signatus, Luther (1522) eyn buch … versiggelt mit sieben siegelln (zuvor um 1466 insigeln); unter dem Siegel der Verschwiegenheit (18. Jh.). Älter ist Insiegel n. ‘Siegel(bild), Zeichen’, ahd. insigili (10. Jh.), mhd. insigel(e) ‘Siegel, Petschaft, Stempel, Zeichen’, jägersprachlich ‘Kennzeichen der Fährte des Hirsches’, mnd. ingesēgel, mnl. in(ge)sēghel, aengl. inseg(e)l, anord. (aus dem Mnd.) innsigli, schwed. insegel, das aus einer Kontamination von lat. sigillum mit lat. īnsīgne ‘Kennzeichen, Abzeichen’ (s. Insignien) hervorgegangen sein könnte. Oder aber zu (allerdings erst später bezeugtem) mlat. insigillare ‘ein Siegel eindrücken’ gebildet? siegeln Vb. ‘mit einem Siegel versehen, verschließen’, ahd. sigilen (8. Jh.), mhd. sigelen ‘mit einem Siegel, Stempel versehen, zusiegeln, schließen, beenden’. Vgl. spätlat. sigillāre ‘kenntlich bzw. künstlich eindrücken’. besiegeln Vb. ‘durch ein Siegel bekräftigen, schließen’, ahd. bisigilen (10. Jh.), mhd. besigelen. versiegeln Vb. ‘durch ein Siegel verschließen’, mhd. versigelen ‘fest verschließen, verwahren, bekräftigen’, reflexiv ‘sich einschließen’; vgl. ahd. firsigilen ‘anzeigen, verkünden’ (10. Jh.). Siegellack m. ‘leicht schmelzbare Masse zum Siegeln’ (17. Jh.), zuvor mhd. sigelwahs. Siegelring m. ‘Ring mit einem gravierten Stein als Petschaft zum Siegeln’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
mit einem Siegel versehen · mit einer Plombe versehen · siegeln · verplomben  ●  versiegeln  Hauptform · besiegeln  geh., veraltet · plombieren  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›siegeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dieses Petschaft siegelte fortan alle wichtigen Staatsverträge und war historisch folglich ein hochbedeutendes Objekt. [Die Welt, 29.12.2004]
Bis heute wurden allerdings erst rund 170 der 1400 Lehrgänge geprüft und gesiegelt. [Die Zeit, 16.02.1976, Nr. 07]
Meine Schwester benutzte ihn auch nur dazu, ihre Briefe zu siegeln; davon wurde er nicht besser. [Die Zeit, 20.06.1957, Nr. 25]
Siegele: Es hat mich gewundert, wie stark das deutsche Bedürfnis nach positiven Nachrichten ist. [Die Zeit, 08.09.2005, Nr. 37]
Das Protokoll trug er dann zum Notar, ließ es beglaubigen und siegeln. [Die Zeit, 05.03.1993, Nr. 10]
Zitationshilfe
„siegeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/siegeln>.

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