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siegen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungsie-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›siegen‹ als Grundform: ↗besiegen · ↗obsiegen · ↗versiegen
eWDG, 1976

Bedeutung

einen Sieg über jmdn., etw. erringen; als Sieger aus einem Kampf hervorgehen
a)
einen Sieg gegen einen militärischen Gegner erringen
Beispiel:
in einer Schlacht, über den Feind siegen
b)
DDR einen Sieg gegen den Klassenfeind erringen
Beispiele:
das Proletariat wird im Kampf gegen die Ausbeuter siegen
die streikenden Arbeiter haben gesiegt
einen Sieg gegen einen politischen Gegner erringen
Beispiel:
im Wahlkampf, bei der Wahl siegen
c)
einen Sieg in einem sportlichen Wettkampf erringen
Beispiele:
die Mannschaft siegte (mit) 5:3
das Pferd siegte mit einer Länge Vorsprung
der Herausforderer hat nach Punkten, durch Abbruch wegen einer Verletzung des Gegners gesiegt
d)
einen Sieg in einer (handgreiflichen) Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehreren Konkurrenten auf einem bestimmten Gebiet erringen
Beispiele:
über den Nebenbuhler, Mitbewerber siegen
er hat in diesem Streit gesiegt
e)
übertragen
Beispiele:
über alle Schwierigkeiten siegen
sein starker Wille siegte über seine Trägheit
die Vernunft hat gesiegt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sieg · siegen · Sieger · sieghaft · siegreich
Sieg m. ‘Erfolg (nach einem Kampf, einem Wettstreit)’, ahd. sigu (8. Jh.), sig (9. Jh.), mhd. sige, asächs. sigi-, mnd. sēge, mnl. sēghe, nl. zege, afries. sige, aengl. sigor, sige, anord. sigr, schwed. seger, got. sigis n. sind als alte s-Stämme (ie. *seg̑hos-, *seg̑hes-) im Germ. in unterschiedliche Deklinationsklassen (*sigiz- n., *sigu- m.) übergetreten. Sie führen mit den außergerm. Verwandten aind. sáhatē ‘bewältigt, überwältigt, besiegt, gewinnt’, sáhaḥ ‘Gewalt, Macht, Sieg’, awest. hazah- ‘Gewalt, Gewalttat, Raub’, griech. échein (ἔχειν) ‘besitzen, (zurück)halten, haben’, (Aorist) ‘erobern, in Besitz nehmen’, mir. seg ‘Stärke’ und überlieferten Namen wie z. B. illyr. Segesta (Ortsname in Pannonien, Ligurien, Sizilien), kelt. Segisū, Segomāros (Personennamen) auf die Wurzel ie. *seg̑h- ‘festhalten, halten, jmdn. im Kampf überwältigen, Sieg’. siegen Vb. ‘einen Kampf gewinnen’, mhd. sigen; vgl. ahd. ubarsiginōn ‘besiegen, überwinden’ (um 1000) und (gleichbed.) ubarsigirōn (9. Jh.). Sieger m. ‘Gewinner im Kampf’, mhd. segere (vereinzelt 13. Jh.), geläufig seit frühnhd. Zeit, vgl. Siger (16. Jh.), Sieger (17. Jh.). sieghaft Adj. ahd. sigihaft (um 800), mhd. sige-, segehaft. siegreich Adj. (16. Jh.), mhd. sigerīche, mnd. sēgenrīk.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein Rennen) für sich entscheiden · ↗(einen Preis / eine Auszeichnung...) einheimsen · den Sieg erlangen · erster werden · ↗triumphieren  ●  ↗gewinnen  Hauptform · mit dem Pokal nach Hause fahren (können)  mediensprachlich, auch figurativ · siegen  Hauptform · ↗(einen Pokal / Preis) holen  ugs. · So sehen Sieger aus!  ugs., Spruch · das Rennen machen  ugs. · den Sieg erringen  geh. · ↗obsiegen  geh.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eisbär Ende Finale Frechheit Freistil Gerechtigkeit Gute Italiener Km Landsmann Meter Minute Norweger Olympiasieger Russin Sekunde Sozialismus Spanier Titelverteidiger Vernunft Vorsprung Weltmeister diesmal dreimal schließlich siegen souverän zweimal Österreicher überlegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›siegen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich will vor allem siegen, weil ich in dieses Team verliebt bin.
Die Welt, 08.02.2003
In 17 Spielen siegten die Deutschen nur drei Mal, zehn Mal gingen sie als Verlierer vom Platz.
Der Tagesspiegel, 27.06.2002
Er hatte gesiegt, denn er lebte, und er besaß ein Quantum von Freiheit, das genügte, um weiterzuleben.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 36
Die Überzeugung, daß die Kirche in ihrer Überlieferung nicht geirrt haben könne, siegte über die historischen Bedenken.
Vischer, L.: Kanon. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 20219
Die Melodie der Sprache hatte über die Musik gesiegt, die man der Sprache hatte aufzwingen wollen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 27234
Zitationshilfe
„siegen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/siegen>, abgerufen am 19.08.2019.

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