Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

siegen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung sie-gen
Wortbildung  mit ›siegen‹ als Erstglied: Sieger  ·  mit ›siegen‹ als Letztglied: besiegen  ·  mit ›siegen‹ als Grundform: obsiegen
eWDG

Bedeutung

einen Sieg über jmdn., etw. erringen; als Sieger aus einem Kampf hervorgehen
a)
einen Sieg gegen einen militärischen Gegner erringen
Beispiel:
in einer Schlacht, über den Feind siegen
b)
DDR einen Sieg gegen den Klassenfeind erringen
Beispiele:
das Proletariat wird im Kampf gegen die Ausbeuter siegen
die streikenden Arbeiter haben gesiegt
einen Sieg gegen einen politischen Gegner erringen
Beispiel:
im Wahlkampf, bei der Wahl siegen
c)
einen Sieg in einem sportlichen Wettkampf erringen
Beispiele:
die Mannschaft siegte (mit) 5:3
das Pferd siegte mit einer Länge Vorsprung
der Herausforderer hat nach Punkten, durch Abbruch wegen einer Verletzung des Gegners gesiegt
d)
einen Sieg in einer (handgreiflichen) Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehreren Konkurrenten auf einem bestimmten Gebiet erringen
Beispiele:
über den Nebenbuhler, Mitbewerber siegen
er hat in diesem Streit gesiegt
e)
übertragen
Beispiele:
über alle Schwierigkeiten siegen
sein starker Wille siegte über seine Trägheit
die Vernunft hat gesiegt
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sieg · siegen · Sieger · sieghaft · siegreich
Sieg m. ‘Erfolg (nach einem Kampf, einem Wettstreit)’, ahd. sigu (8. Jh.), sig (9. Jh.), mhd. sige, asächs. sigi-, mnd. sēge, mnl. sēghe, nl. zege, afries. sige, aengl. sigor, sige, anord. sigr, schwed. seger, got. sigis n. sind als alte s-Stämme (ie. *seg̑hos-, *seg̑hes-) im Germ. in unterschiedliche Deklinationsklassen (*sigiz- n., *sigu- m.) übergetreten. Sie führen mit den außergerm. Verwandten aind. sáhatē ‘bewältigt, überwältigt, besiegt, gewinnt’, sáhaḥ ‘Gewalt, Macht, Sieg’, awest. hazah- ‘Gewalt, Gewalttat, Raub’, griech. échein (ἔχειν) ‘besitzen, (zurück)halten, haben’, (Aorist) ‘erobern, in Besitz nehmen’, mir. seg ‘Stärke’ und überlieferten Namen wie z. B. illyr. Segesta (Ortsname in Pannonien, Ligurien, Sizilien), kelt. Segisū, Segomāros (Personennamen) auf die Wurzel ie. *seg̑h- ‘festhalten, halten, jmdn. im Kampf überwältigen, Sieg’. siegen Vb. ‘einen Kampf gewinnen’, mhd. sigen; vgl. ahd. ubarsiginōn ‘besiegen, überwinden’ (um 1000) und (gleichbed.) ubarsigirōn (9. Jh.). Sieger m. ‘Gewinner im Kampf’, mhd. segere (vereinzelt 13. Jh.), geläufig seit frühnhd. Zeit, vgl. Siger (16. Jh.), Sieger (17. Jh.). sieghaft Adj. ahd. sigihaft (um 800), mhd. sige-, segehaft. siegreich Adj. (16. Jh.), mhd. sigerīche, mnd. sēgenrīk.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein Rennen) für sich entscheiden · (einen Preis / eine Auszeichnung...) einheimsen · Sieger sein · den Sieg erlangen · erster werden · triumphieren  ●  gewinnen  Hauptform · mit dem Pokal nach Hause fahren (können)  mediensprachlich, auch figurativ · siegen  Hauptform · (einen Pokal / Preis) holen  ugs. · So sehen Sieger aus!  ugs., Spruch · das Rennen machen  ugs., fig. · den Sieg erringen  geh. · obsiegen  geh.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›siegen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›siegen‹.

Verwendungsbeispiele für ›siegen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte gesiegt, denn er lebte, und er besaß ein Quantum von Freiheit, das genügte, um weiterzuleben. [Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 36]
Kann sie je siegen, wenn sie vom Kampf abläßt, um sittlicher Ideen willen? [Toller, Ernst: Eine Jugend in Deutschland, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1985 [1933], S. 151]
Die Überzeugung, daß die Kirche in ihrer Überlieferung nicht geirrt haben könne, siegte über die historischen Bedenken. [Vischer, L.: Kanon. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 20219]
Am Ende siegte aber der konservative Zug der römischen Kirche. [Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26807]
Am Ende siegt die ältere Frau, denn der Mann kann nicht mehr. [Die Zeit, 30.09.1999, Nr. 40]
Zitationshilfe
„siegen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/siegen>.

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