silbern

GrammatikAdjektiv · ohne Steigerung
Aussprache
Worttrennungsil-bern
Wortbildung mit ›silbern‹ als Letztglied: ↗reinsilbern · ↗weißsilbern
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
aus Silber
Beispiele:
ein silberner Becher, Teller, Leuchter, Löffel, Ring, ein silbernes Armband, Glöckchen
eine silberne Münze, Kette, Uhr, Medaille, Gabel, Schüssel, Spange
silberne Sporen
bildlich
Beispiele:
die silberne Hochzeit (= der 25. Hochzeitstag)
der Silberne Sonntag (= der vorletzte Adventssonntag)
2.
gehoben hellglänzend, weißglänzend wie Silber, silberfarben
Beispiele:
die silberne Mondsichel
silberner Nebel, silbernes Licht
silberne Schienen, Wellen
etw. schimmert, glänzt, blinkt silbern
ihre Haare, Locken waren silbern (= grau, weiß) geworden
graues Herbstlicht fiel von dem violetten Samtvorhang fast silbern zurück [BöllBillard41]
3.
gehoben hell, hoch tönend
Beispiele:
ein silberner Glockenton, Klang, ein silbernes Lachen
eine silberne Stimme
etw. klingt, klirrt silbern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Silber · silbern · silb(e)rig · versilbern · Silberling · Silberblick · silberhell · Silberhochzeit · Silberpapier · Silberpappel
Silber n. Die Bezeichnung des Edelmetalls ahd. sil(a)bar (8. Jh.), mhd. silber, asächs. siluƀar, mnl. silver, selver, sulver, nl. zilver, afries. selver, selover, aengl. siolfor, seolfor, engl. silver, anord. silfr, schwed. silver, got. silubr (germ. *silubara-) ist wahrscheinlich wie aslaw. sьrebro, russ. serebró (серебро), alit. sidrabas, lit. sidãbras, sudãbras, lett. sidrabs, sudrabs ‘Silber’ aus einer nicht-ie. Sprache Kleinasiens entlehnt. Die in anderen ie. Sprachen überlieferten Bezeichnungen für Silber lat. argentum, air. argat, dazu gall.-lat. Argentorātum (Name für Straßburg) oder griech. árgyros (ἄργυρος) gehen wie (trotz dem problematischen Anlaut) wohl auch aind. rajatám auf die Wurzel ie. *arg̑- ‘glänzend, weißlich’ (vgl. aind. árjunaḥ ‘licht, weiß’) zurück. Sie sind im Germ., Slaw. und Balt. durch die oben genannten Entlehnungen östlicher Herkunft verdrängt worden. silbern Adj. ‘aus Silber bestehend’, ahd. silbarīn (um 1000), mhd. silberīn. silb(e)rig Adj. ‘wie Silber glänzend’ (16. Jh.). versilbern Vb. ‘in (Silber)geld umsetzen, verkaufen’ (15. Jh.), ‘mit Silber überziehen’ (16. Jh.). Silberling m. Silbermünze, vornehmlich in biblischer Überlieferung (Mt. 27, 5) von den dreißig Silberlingen, die Judas für den Verrat Jesu als Lohn erhielt, ahd. silabarling (9. Jh.) in der Übersetzung von kirchenlat. argenteus (Vulgata); dafür frühnhd. silberin pfenning (15. Jh.), doch silberling auch bei Luther. Silberblick m. das kurze Aufschimmern des Silbers bei der Läuterung (18. Jh.), zu ↗blicken (s. d.) in seiner alten Bedeutung ‘glänzen, strahlen, sichtbar werden’. Dichterisch ‘Silberglanz’ (18. Jh.); in der Umgangssprache scherzhaft für ‘leichtes Schielen’. silberhell Adj. ‘klar, durchsichtig, glänzend’, auch von der Stimme (17. Jh.). Silberhochzeit f. ‘fünfundzwanzigjähriges Ehejubiläum’ (18. Jh.), gelegentlich auch (19. Jh.) ‘fünfzigjähriges Ehejubiläum’. Silberpapier n. ‘silberfarbenes glänzendes Papier’ (18. Jh.), ‘Aluminiumfolie’ als Verpackungsmaterial (20. Jh.). Silberpappel f. Pappelart mit an der Unterseite silbern glänzenden Blättern (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›silbern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Becher Besteck Bär Ehrennadel Hochzeit Kanne Kerzenleuchter Kugel Leopard Leuchter Lorbeerblatt Löffel Löwe Medaille Ohrring Plakette Pokal Rose Schale Scheibe Tablett Taube Teekanne Thronjubiläum Zigarettenetui bronzen glitzern glänzend golden schimmernd

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›silbern‹.

Verwendungsbeispiele für ›silbern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für ihre Arbeiten bekamen sie als Auszeichnung "Die Silberne Rose Nord".
Die Welt, 18.08.2003
Bisher hat sich das silberne Vermögen Buffets um über ein Viertel vermehrt.
Der Tagesspiegel, 08.02.1998
Auf diese Weise hauchte er in das silberne Ding hinein.
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 16
Auf den silbernen Dollars war geprägt der Kopf der Freiheit.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 619
Der Vater verschmerzte seine goldene Uhr viel rascher, als Mama ihre silbernen Löffel.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 14646
Zitationshilfe
„silbern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/silbern>, abgerufen am 24.01.2020.

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