sinnig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsin-nig
WortzerlegungSinn-ig
Wortbildung mit ›sinnig‹ als Erstglied: ↗Sinnigkeit · ↗sinnigerweise  ·  mit ›sinnig‹ als Letztglied: ↗einsinnig · ↗geradsinnig · ↗gleichsinnig · ↗gradsinnig · ↗unsinnig · ↗wirbelsinnig
eWDG, 1976

Bedeutung

spöttisch von feinem Verständnis, Überlegung zeugend
a)
zweckmäßig, den Erfordernissen entsprechend, sinnvoll
Beispiele:
sehr sinnig geordnetes Nähzeug
ein sinniges (= überlegtes, mit viel Liebe ausgesuchtes, oft aber unpassendes) Geschenk
b)
geistreich, feinsinnig
Beispiel:
ein sinniger Einfall, (Wand)spruch
c)
von Zartgefühl zeugend
Beispiele:
ein sinniges Lied
wie sinnig!
zarte, sinnige Geschichten aus edler Frauenhand [TucholskyPanter96]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sinn · sinnig · unsinnig · Unsinn · sinnlich · Sinnlichkeit · sinnlos · übersinnlich · Sinnbild · Sinngedicht · sinnreich · sinnvoll
Sinn m. ‘Fähigkeit, Reize zu empfinden, Denken, Gedanken, Gesinnung, Gemüt, Verstand, geistiger Inhalt’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. afries. sin, nl. zin stellt sich als Verbalsubstantiv zu dem unter ↗sinnen (s. d.) behandelten stark flektierenden Verb und gehört mit den dort sowie den unter ↗Gesinde und ↗senden (s. d.) angeführten Formen zu einer Wurzel ie. *sent- ‘eine Richtung nehmen, gehen’, übertragen ‘empfinden, wahrnehmen’. Die Übertragung der Bedeutung fällt bei Sinn bereits vollständig in vorgerm. Zeit (anders als bei ↗sinnen, s. d.). Häufig in festen Wendungen wie bei Sinnen (‘bei Verstand’) sein, mhd. bī sinne sīn; von Sinnen (‘nicht bei Verstand’) sein, vgl. mhd. von sinnen komen; Sinn (‘Lust, Neigung’) für etw. haben (18. Jh.), im Sinn haben ‘beabsichtigen’ (Anfang 17. Jh.), seine fünf Sinne beisammen haben ‘gesunden Menschenverstand besitzen’ (18. Jh., älter seine fünf Sinne haben, 15. Jh.). sinnig Adj. ‘durchdacht, überlegt’, ahd. sinnīg ‘mit Sinnen, Vernunft begabt, verständig, erkennend, weise’ (um 1000), mhd. sinnec, sinnic ‘verständig, besonnen, klug, sinnreich’. unsinnig Adj. ‘ohne Sinn, töricht, unvernünftig, absurd’, ahd. unsinnīg (um 1000), mhd. unsinnec, -sinnic ‘nicht bei Verstand, verrückt, sinnlos’. Unsinn m. ‘Albernheit, Nonsens’ (18. Jh., nach engl. nonsense), älter ‘Torheit, Raserei, Wahnsinn, Bewußtlosigkeit’ (so bis ins 19. Jh.), mhd. unsin, rückgebildet aus unsinnec. sinnlich Adj. ‘mit den Sinnen wahrnehmbar, körperlich, sexuellen Dingen leicht zugänglich’, vom Plur. Sinne ausgehend (besonders seit dem 18. Jh. geläufig), mhd. sin(ne)lich ‘durch die Sinne geschehend’, im Unterschied zu mhd. geistec ‘verständig, klug’; dazu Sinnlichkeit f. mhd. sinnelīcheit. sinnlos Adj. ‘ohne Sinn und Verstand, zwecklos, ohne Zusammenhang’, ahd. sinnilōs ‘nicht mit Sinnen begabt, wahnsinnig’ (um 1000), mhd. sinnelōs, auch ‘ohnmächtig, bewußtlos’. übersinnlich Adj. ‘mit den Sinnen nicht wahrnehmbar, übernatürlich’ (17. Jh.). Sinnbild n. ‘Symbol’ (17. Jh.), Übersetzung für ↗Emblem (s. d.), zunächst für eine mit den Augen wahrnehmbare Darstellung allegorischen Inhalts, seit dem 18. Jh. für ‘Symbol’. Sinngedicht n. (Mitte 17. Jh.), Übersetzung für ↗Epigramm (s. d.). sinnreich Adj. ‘zweckentsprechend’, mhd. sinnerīche ‘verständig, klug, erfahren, scharfsinnig’. sinnvoll Adj. ‘gehaltvoll’ (18. Jh.), ‘zweckdienlich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
rational · sinnig · ↗sinnvoll · ↗vernunftgemäß · ↗vernünftig  ●  ↗gescheit  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspielung Aufschrift Bezeichnung Geschenk Inschrift Motto Name Namen Satz Spruch Symbol Titel Vers Weise unsinnig weniger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sinnig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oft ist in diesem Museum die Anordnung der Werke ebenso sinnlich wie sinnig.
Die Zeit, 12.04.2010, Nr. 15
Der kommt aus der nun geöffneten, ebenfalls rabenschwarzen Tiefe des von Anke Grot sinnig ortlosen Raumes.
Süddeutsche Zeitung, 22.04.2002
Sie füllten die Kirche bis auf den letzten Platz und fanden es sehr sinnig und christlich, was und wie er gepredigt hatte.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 331
Den Stil des neumodischen, eleganten und sinnigen Liebhaberkonzertes hat niemand besser als Bach getroffen.
Engel, Hans u. a.: Konzert. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 45617
Ihre Freundin war zarter und sinniger, sie gab sich aufrichtig und natürlich und hielt sich auch auf den Brettern von aller schauspielerischen Übertriebenheit frei.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8740
Zitationshilfe
„sinnig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sinnig>, abgerufen am 21.02.2019.

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