Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sinnvoll

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung sinn-voll
Wortzerlegung Sinn -voll
Wortbildung  mit ›sinnvoll‹ als Erstglied: sinnvollerweise
eWDG

Bedeutungen

1.
mit einem bestimmten gedanklichen Inhalt erfüllt, mit einer erkennbaren Bedeutung
Beispiel:
diese Wörter ergeben einen sinnvollen Satz
2.
durchdacht (und deshalb zweckmäßig, nützlich)
Beispiele:
eine sinnvolle Einrichtung, Konstruktion, Raumaufteilung
sinnvollen Gebrauch von etw. machen
etw. sinnvoll planen
mit einem bewusst gestalteten, gesellschaftlich nützlichen und subjektiv befriedigenden Inhalt erfüllt
Beispiele:
eine sinnvolle Arbeit, Tätigkeit
durch diese Aufgabe ist ihr Leben wieder sinnvoll geworden
die Freizeit sinnvoll gestalten
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sinn · sinnig · unsinnig · Unsinn · sinnlich · Sinnlichkeit · sinnlos · übersinnlich · Sinnbild · Sinngedicht · sinnreich · sinnvoll
Sinn m. ‘Fähigkeit, Reize zu empfinden, Denken, Gedanken, Gesinnung, Gemüt, Verstand, geistiger Inhalt’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. afries. sin, nl. zin stellt sich als Verbalsubstantiv zu dem unter sinnen (s. d.) behandelten stark flektierenden Verb und gehört mit den dort sowie den unter Gesinde und senden (s. d.) angeführten Formen zu einer Wurzel ie. *sent- ‘eine Richtung nehmen, gehen’, übertragen ‘empfinden, wahrnehmen’. Die Übertragung der Bedeutung fällt bei Sinn bereits vollständig in vorgerm. Zeit (anders als bei sinnen, s. d.). Häufig in festen Wendungen wie bei Sinnen (‘bei Verstand’) sein, mhd. bī sinne sīn; von Sinnen (‘nicht bei Verstand’) sein, vgl. mhd. von sinnen komen; Sinn (‘Lust, Neigung’) für etw. haben (18. Jh.), im Sinn haben ‘beabsichtigen’ (Anfang 17. Jh.), seine fünf Sinne beisammen haben ‘gesunden Menschenverstand besitzen’ (18. Jh., älter seine fünf Sinne haben, 15. Jh.). sinnig Adj. ‘durchdacht, überlegt’, ahd. sinnīg ‘mit Sinnen, Vernunft begabt, verständig, erkennend, weise’ (um 1000), mhd. sinnec, sinnic ‘verständig, besonnen, klug, sinnreich’. unsinnig Adj. ‘ohne Sinn, töricht, unvernünftig, absurd’, ahd. unsinnīg (um 1000), mhd. unsinnec, -sinnic ‘nicht bei Verstand, verrückt, sinnlos’. Unsinn m. ‘Albernheit, Nonsens’ (18. Jh., nach engl. nonsense), älter ‘Torheit, Raserei, Wahnsinn, Bewußtlosigkeit’ (so bis ins 19. Jh.), mhd. unsin, rückgebildet aus unsinnec. sinnlich Adj. ‘mit den Sinnen wahrnehmbar, körperlich, sexuellen Dingen leicht zugänglich’, vom Plur. Sinne ausgehend (besonders seit dem 18. Jh. geläufig), mhd. sin(ne)lich ‘durch die Sinne geschehend’, im Unterschied zu mhd. geistec ‘verständig, klug’; dazu Sinnlichkeit f. mhd. sinnelīcheit. sinnlos Adj. ‘ohne Sinn und Verstand, zwecklos, ohne Zusammenhang’, ahd. sinnilōs ‘nicht mit Sinnen begabt, wahnsinnig’ (um 1000), mhd. sinnelōs, auch ‘ohnmächtig, bewußtlos’. übersinnlich Adj. ‘mit den Sinnen nicht wahrnehmbar, übernatürlich’ (17. Jh.). Sinnbild n. ‘Symbol’ (17. Jh.), Übersetzung für Emblem (s. d.), zunächst für eine mit den Augen wahrnehmbare Darstellung allegorischen Inhalts, seit dem 18. Jh. für ‘Symbol’. Sinngedicht n. (Mitte 17. Jh.), Übersetzung für Epigramm (s. d.). sinnreich Adj. ‘zweckentsprechend’, mhd. sinnerīche ‘verständig, klug, erfahren, scharfsinnig’. sinnvoll Adj. ‘gehaltvoll’ (18. Jh.), ‘zweckdienlich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
rational · sinnig · sinnvoll · vernunftgemäß · vernünftig  ●  gescheit  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›sinnvoll‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sinnvoll‹.

Verwendungsbeispiele für ›sinnvoll‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Abgesehen davon wäre es gewiß auch keine pädagogisch sinnvolle Lösung. [Kursbuch, 1971, Bd. 24]
Die genaue Kenntnis der bei den Bewegungen wirkenden Gesetze erleichtert die sinnvolle Ausnutzung der Energie. [Borrmann, Günter u. Mügge, Hans: Gerätturnen in der Schule, Berlin: Volk u. Wissen 1957, S. 40]
Doch erst nach dem Auftauchen dieser Wissenschaften ist eine Prüfung sinnvoll. [Feyerabend, Paul: Wider den Methodenzwang, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1976, S. 203]
Auch die gesellschaftliche Welt ist dann ein Reich sinnvoller Formen. [Freyer, Hans: Soziologie als Wirklichkeitswissenschaft, Leipzig u. a.: B.G. Teubner 1930, S. 71]
Bis 2001 soll nun geklärt werden, wo die Vorsorge sinnvoll ist. [Die Zeit, 03.02.2000, Nr. 6]
Zitationshilfe
„sinnvoll“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sinnvoll>.

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