snobistisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsno-bis-tisch (computergeneriert)
HerkunftEnglisch
eWDG, 1976

Bedeutung

abwertend von Snobismus geprägt
Beispiele:
mit seinen snobistischen Allüren fand er keinen Anklang
[der irische Autofahrer] würde niemals jenen snobistischen Slogan prägen können: Die Straße gehört dem Motor [BöllIrisches Tagebuch56]
in der Art eines Snobs
Beispiel:
[ich] führte sie, leicht snobistisch ... auf der belebten und gaffenden Königsallee spazieren, kaufte ihr lila Strümpfe und rosa Handschuhe [GrassBlechtrommel392]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Snob · Snobismus · snobistisch
Snob m. ‘sich überheblich, extravagant und geistig überlegen gebärdender Mensch, Wichtigtuer’, Übernahme (nach Mitte 19. Jh., erst nur auf englische Verhältnisse bezogen) von gleichbed. engl. snob. Dieses ist zunächst ein spöttischer (mundartlicher bzw. umgangssprachlicher) Ausdruck unbekannter Herkunft für den ‘Schuhmacher, Flickschuster’. Er wird in der (vor allem Cambridger) Studentensprache (18. Jh.) auf ‘den nicht zur Universität Gehörenden’ (mit dem Beisinn des Minderwertigen) übertragen, bezeichnet (um 1830) eine ‘Person ohne Bildung und Geschmack’ und wird durch Thackerays Roman Book of Snobs (1848) zum Modewort für ‘Geck, Protz’. Vgl. dazu Horstrup in: ZfdWf. 19 (1963) 64 ff., der die ältere Erklärung für studentisches engl. snob aus s. nob., Abkürzung für lat. sine nobilitate ‘ohne Adel’ als Kennzeichnung bürgerlicher Studenten in den Matrikeln englischer Universitäten, mit guten Gründen zurückweist. Im Dt. wird Snob vor allem durch Sternheims Komödie Der Snob (1913) als Bezeichnung für einen blasierten, anmaßenden Menschen geläufig. Snobismus m. ‘Haltung und Benehmen eines Snobs, Vornehmtuerei, Blasiertheit’ (Mitte 19. Jh.), nach engl. snob(b)ism. snobistisch Adj. (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(künstlich) aufgeregt · ↗dandyhaft · ↗exaltiert · ↗extravagant · ↗exzentrisch · snobistisch · ↗überspannt  ●  ↗verstiegen  geh. · überdreht  ugs. · ↗überkandidelt  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allüre Attitüde Publikum

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›snobistisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das mag snobistisch klingen, aber ein Lob von einem wirklichen Kenner war mir immer wichtiger als 100000 verkaufte Platten.
Der Tagesspiegel, 26.09.2003
Diesmal verstehe ich die Worte; aber der snobistische Sinn bleibt mir teils verschlossen, teils ödet er mich an.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1925. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1925], S. 217
Man hat das tausendfach nachgeahmt, und fast immer erfolglos und snobistisch.
Tucholsky, Kurt: Aristide Bruant. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 24870
Sie ist die Personifizierung einer herablassenden, vereinfachenden und snobistischen Philosophie.
Der Spiegel, 19.11.1990
Wer sich snobistisch aufführt, straft seinen eigenen Anspruch auf Bildung Lügen.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 600
Zitationshilfe
„snobistisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/snobistisch>, abgerufen am 23.03.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Snobismus
Snobeffekt
Snobappeal
Snob-Appeal
Snob
Snooker
Snow
Snowboard
snowboarden
Snowboarder