Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sommerlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung som-mer-lich
Wortzerlegung Sommer -lich
Wortbildung  mit ›sommerlich‹ als Letztglied: frühsommerlich · spätsommerlich · vorsommerlich
eWDG

Bedeutung

dem Sommer entsprechend
Beispiele:
sommerliche Wärme
ein sommerliches Gewitter
ein warmer, sommerlicher Abend
die Herbstnacht war sommerlich warm
er war sommerlich (= leicht und luftig) angezogen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sommer · sommerlich · sommers · Sommersprosse · Altweibersommer
Sommer m. zwischen Frühling und Herbst liegende Jahreszeit, ahd. sumar (8. Jh.), mhd. sumer, nhd. (mit Wandel des u zu o vor Nasal seit etwa 16. Jh., s. auch Sonne) Sommer, asächs. sumar, mnd. sōmer, sommer, mnl. sōmer, nl. zomer, afries. sumer, somer, semmer, simmer, aengl. sumor, engl. summer, anord. sumar n., sumarr m., schwed. sommar (germ. *sumera-) ist vergleichbar mit aind. sámā ‘Jahr, Halbjahr, Jahreszeit’, awest. ham- ‘Sommer’, armen. am ‘Jahr’, amaṙn ‘Sommer’, air. sam ‘Sommer’ und läßt sich auf ie. *sem- ‘Sommer’ zurückführen. – sommerlich Adj. ‘wie Sommer, dem Sommer entsprechend’, ahd. sumarlīh (um 900), mhd. sumerlich. sommers Adv. ‘im Sommer’, mhd. (des) sumers, erstarrter Genitiv. Sommersprosse f. (durch Sonneneinwirkung hervorgerufener) ‘kleiner, brauner Pigmentfleck der Haut’, meist im Plur. Sommersprossen (Ende 17. Jh.); verdeutlichende Zusammensetzung in Anschluß an mnd. sprote, sprute, deminutiv sprotele, sprutele, frühnhd. sprusse (Sprussen im Angesicht, 17. Jh.), mnl. sproete, nl. (zomer)sproet ‘Hautfleck’ (s. Sprosse, sprießen1). Zuvor Sommerfleck (16. Jh.). – Formal an das Stichwort ist anzuschließen (fliegender) Sommer (17. Jh.) für die im Spätsommer umherfliegenden weißen Fäden kleiner Spinnen, bildlich ‘Nachsommer, schöne, heitere Herbsttage’; für beides auch Sommerfäden, -flocken, -weben (18. Jh.; vgl. nl. zomerdraden, Plur.) sowie Unser(er) lieben Frauen Sommer (18. Jh.), Mariensommer, -fäden, -garn, Frauenfäden (19. Jh.); vgl. frz. fils de la vierge (18. Jh.), ital. fili della Vergine, fili Santa Maria. Im Nordd. Metten-, Mettkensommer, -samer (18. Jh.), oft gedeutet als ‘Mädchensommer’, eher vielleicht zu Made gehörig, wenn aufzufassen als ‘Schmetterlings-, Raupengespinst’. In die Literatursprache ist eingegangen Altweibersommer m. (18. Jh., wohl älter), die fliegenden Gespinstfäden offensichtlich mit den grauen bzw. weißen Haaren alter Frauen vergleichend (wie in den Pflanzennamen Altweibergras ‘Buschwindröschen’ im Hinblick auf die weiße Blütenfarbe, alte Mägde, alte Jungfern ‘Wollgras’ im Hinblick auf die weiße Fruchtwolle). Der älteste Beleg für diese Erscheinung liegt vor in aengl. gosesomer, gossomer (14. Jh., mlat. fil(i)andra ‘Fadenwerk, Gespinst’ glossierend, zu lat. fīlum ‘Faden’; engl. gossamer), der einen Anschluß an engl. summer ‘Sommer’ (wie auch an engl. goose ‘Gans’) allerdings fraglich erscheinen läßt, daher etymologisch unklar. Man muß demzufolge davon ausgehen, daß auch die entsprechenden dt. Belege erst nachträglich und volksetymologisch an Sommer angelehnt wurden, ihrer Herkunft nach also nicht zu bestimmen sind. Der teils poetische (zuerst Ende 17. Jh.), teils mundartliche Gebrauch von Altweibersommer im Sinne von ‘zweite Jugend bei Frauen’ beruht auf einer von der vorgenannten unabhängigen Bildung, wahrscheinlicher aber auf sekundärer Interpretation.

Typische Verbindungen zu ›sommerlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sommerlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›sommerlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mitten im Winter schon verhieß er all die sommerliche Lust! [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 637]
Die sommerliche Atmosphäre hält sich hartnäckig in der südungarischen Stadt. [Die Zeit, 14.10.1999, Nr. 42]
Frühmorgens schlichen wir dann, unsere Kinder im Arm, durch den sommerlichen Nebel. [konkret, 1982]
Bei sommerlichen 25 Grad sollen die Stars zweimal am Tag für die Jagd nach drei Titeln schwitzen. [Die Zeit, 01.01.2013 (online)]
Im Norden bleibt es in den nächsten Tagen aber auch bei sommerlichen 20 bis 25 Grad. [Die Zeit, 21.08.2012 (online)]
Zitationshilfe
„sommerlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sommerlich>.

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