sommers

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungsom-mers
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich im Sommer
Beispiele:
wir müssen sommers wie winters um 6 Uhr aufstehen
Seitdem er den Trabant hat nämlich, gehn seine Kinder sommers barfuß, um den Schuster zu sparen [PfaffRegina B.1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sommer · sommerlich · sommers · Sommersprosse · Altweibersommer
Sommer m. zwischen Frühling und Herbst liegende Jahreszeit, ahd. sumar (8. Jh.), mhd. sumer, nhd. (mit Wandel des u zu o vor Nasal seit etwa 16. Jh., s. auch ↗Sonne) Sommer, asächs. sumar, mnd. sōmer, sommer, mnl. sōmer, nl. zomer, afries. sumer, somer, semmer, simmer, aengl. sumor, engl. summer, anord. sumar n., sumarr m., schwed. sommar (germ. *sumera-) ist vergleichbar mit aind. sámā ‘Jahr, Halbjahr, Jahreszeit’, awest. ham- ‘Sommer’, armen. am ‘Jahr’, amaṙn ‘Sommer’, air. sam ‘Sommer’ und läßt sich auf ie. *sem- ‘Sommer’ zurückführen. sommerlich Adj. ‘wie Sommer, dem Sommer entsprechend’, ahd. sumarlīh (um 900), mhd. sumerlich. sommers Adv. ‘im Sommer’, mhd. (des) sumers, erstarrter Genitiv. Sommersprosse f. ‘(durch Sonneneinwirkung hervorgerufener) kleiner, brauner Pigmentfleck der Haut’ (17. Jh.), meist im Plur., zuerst nordd. nachgewiesene verdeutlichende Zusammensetzung in Anschluß an mnd. sprōte(le), sprūte(le), frühnhd. sprusse ‘(im Sommer) aufsprießender Hautfleck’ (s. ↗Sprosse, ↗sprießen). Älter Sommerfleck (16. Jh.). Formal an das Stichwort ist anzuschließen (fliegender) Sommer (17. Jh.) für die im Spätsommer umherfliegenden weißen Fäden kleiner Spinnen, bildlich ‘Nachsommer, schöne, heitere Herbsttage’; für beides auch Sommerfäden, -flocken, -weben (18. Jh.; vgl. nl. zomerdraden, Plur.) sowie Unser(er) lieben Frauen Sommer (18. Jh.), Mariensommer, -fäden, -garn, Frauenfäden (19. Jh.); vgl. frz. fils de la vierge (18. Jh.), ital. fili della Vergine, fili Santa Maria. Im Nordd. Metten-, Mettkensommer, -samer (18. Jh.), oft gedeutet als ‘Mädchensommer’, eher vielleicht zu Made gehörig, wenn aufzufassen als ‘Schmetterlings-, Raupengespinst’. In die Literatursprache ist eingegangen Altweibersommer m. (18. Jh., wohl älter), die fliegenden Gespinstfäden offensichtlich mit den grauen bzw. weißen Haaren alter Frauen vergleichend (wie in den Pflanzennamen Altweibergras ‘Buschwindröschen’ im Hinblick auf die weiße Blütenfarbe, alte Mägde, alte Jungfern ‘Wollgras’ im Hinblick auf die weiße Fruchtwolle). Der älteste Beleg für diese Erscheinung liegt vor in aengl. gosesomer, gossomer (14. Jh., mlat. fil(i)andra ‘Fadenwerk, Gespinst’ glossierend, zu lat. fīlum ‘Faden’; engl. gossamer), der einen Anschluß an engl. summer ‘Sommer’ (wie auch an engl. goose ‘Gans’) allerdings fraglich erscheinen läßt, daher etymologisch unklar. Man muß demzufolge davon ausgehen, daß auch die entsprechenden dt. Belege erst nachträglich und volksetymologisch an Sommer angelehnt wurden, ihrer Herkunft nach also nicht zu bestimmen sind. Der teils poetische (zuerst Ende 17. Jh.), teils mundartliche Gebrauch von Altweibersommer im Sinne von ‘zweite Jugend bei Frauen’ beruht auf einer von der vorgenannten unabhängigen Bildung, wahrscheinlicher aber auf sekundärer Interpretation.

Thesaurus

Synonymgruppe
im Sommer · sommers
Assoziationen
  • Sommer · warme Jahreszeit
Antonyme
Zitationshilfe
„sommers“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sommers>, abgerufen am 16.12.2018.

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