somnambul

GrammatikAdjektiv
Worttrennungsom-nam-bul
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›somnambul‹ als Grundform: ↗Somnambule · ↗Somnambulismus
eWDG, 1976

Bedeutung

nachtwandlerisch, schlafwandlerisch, mondsüchtig
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

somnambul · Somnambule
somnambul Adj. ‘schlafwandelnd’, Somnambule m. ‘Schlafwandler’, seit dem 19. Jh. im Dt. üblich; wohl unabhängig von frz. somnambule (17. Jh.) aus medizin.-lat. somnambulus. Dieses ist eine Neubildung zu lat. somnus ‘Schlaf’ und lat. ambulāre ‘umhergehen, wandeln’ (s. ↗ambulant), nach dem Vorbild von mlat. noctambulus ‘nachtwandlerisch, Nachtwandler’ (zu lat. nox, Genitiv noctis ‘Nacht’), mit dem es in den medizinischen Lexika des 18. Jhs. synonym gebraucht und (substantiviert) durch Nachtwandler, Mondsüchtiger verdeutscht wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
mondsüchtig · schlafwandelnd · somnambul
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Entrücktheit Gestalt Schönheit Sicherheit Singsang Sinnlichkeit Trance Wesen Zustand fast geradezu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›somnambul‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit geradezu somnambuler Sicherheit gelingt es den Künstlern, sie immer wieder zu besetzen.
Der Tagesspiegel, 08.09.1998
Der eigentümliche Hain läßt einen wie unter somnambulem Zwang weitergehen.
Die Zeit, 20.11.1987, Nr. 48
Hochaufgerichtet saß sie da, starrte mit somnambulem Blick in die Luft und schien sich auf irgend etwas zu konzentrieren.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Spiritismus. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1917], S. 10467
Obwohl sie meine somnambulen Zustände lange kennt, fährt sie fort, sie zu bekämpfen.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 8
Auch fällt es den Gebildeten unter Ihnen hoffentlich nicht ein, in meiner armen Roswitha wegen ihrer einstigen somnambulen Berufstätigkeit eine männerbetörende Circe zu sehen.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 428
Zitationshilfe
„somnambul“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/somnambul>, abgerufen am 23.07.2019.

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