sonder

GrammatikPräposition (mit Akk.)
Aussprache
Worttrennungson-der
eWDG, 1976

Bedeutung

dichterisch ohne
Beispiele:
Es rühren die Gläser sich sonder Klang, / Es regen die Messer sich sonder Klirren [Droste-Hülsh.382]
Der überragenden Künstler sind sonder Zahl (= sehr viele) [Sinn u. Form1953]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sonder · sonder · sonder · sondern · Sonderling · sonderbar · sonderlich · sondern · absondern · aussondern
sonder Präp. mit Akkusativ ‘ohne’; heute nur noch in Fügungen wie sonder Tadel, sonder Zweifel, sondersgleichen. Ahd. suntar (9. Jh.), mhd. mnd. sunder ‘außer, ohne’ (vgl. auch anfrk. sundir) setzt sich seit dem 16. Jh. in der durch Senkung von u zu o vor Nasal entstandenen md. Form sonder durch (s. auch ↗Sommer, ↗Sonne, ↗Wonne u. a.). Voraus geht ein Adverb ahd. suntar ‘abseits, gesondert, für sich’ (8. Jh.), mhd. mnd. sunder ‘auf eine gesonderte Weise, abseits, im einzelnen, für sich, ausschließlich, ausgezeichnet, sehr’, asächs. sundar ‘abgesondert, besonders’, mnl. sonder, aengl. sundor ‘beiseite, für sich’ (in engl. asunder ‘auseinander, entzwei’), anord. sundr ‘gesondert, auseinander, entzwei’, got. sundrō ‘abgesondert, allein’; verwandt sind aind. sanutáḥ ‘weg, fort, abseits’, griech. áter (ἄτερ) ‘ohne, fern von’, air. sain ‘verschieden, besonders’, lat. sine ‘ohne’, so daß auf Formen wie ie. *seni-, *senu-, *sṇter- ‘für sich, abgesondert’ zurückgegangen werden kann, die möglicherweise zu dem unter ↗sich (s. d.) genannten Reflexivstamm ie. *se-, eigentlich ‘abseits, getrennt, für sich’, gebildet sind. Das Adverb wird seit dem 16. Jh. von besonders (s. ↗besonder) abgelöst. Daneben sonder Adj. ‘für sich abgetrennt, extra’, bis ins 18. Jh. geläufig, danach nur vereinzelt und von ↗besonder (s. d.) verdrängt (erhalten in Komposita wie Sonderdruck, -stellung, -zuteilung), ahd. suntar ‘entlegen, entfernt, abgesondert’ (11. Jh., vielleicht bereits 8. Jh.?), mhd. mnd. sunder ‘abgesondert, alleinstehend, einsam, besonder, ausschließlich, eigen, ausgezeichnet’. sonder Konj. ‘vielmehr’ (bis ins 17. Jh.), ahd. suntar ‘sonder, doch’ (9. Jh.), mhd. mnd. sunder ‘ausgenommen, außer, gleichwohl, vielmehr, indessen, aber’. Dazu tritt gleichbed. sondern Konj. mhd. (md.) sundern (14. Jh.), eigentlich Dativ Plur. des Adjektivs (s. oben), das sich vom Omd. im 16. Jh. durch Luther ausbreitet. Sonderling m. ‘wer sich durch auffallendes, abweichendes Verhalten von seinen Mitmenschen abhebt und absondert, Kauz’ (17. Jh.), zuvor wertneutral ‘wer sich absondert’ (16. Jh.). sonderbar Adj. ‘merkwürdig, herausfallend, unerklärlich’, ahd. suntarbāri ‘abgesondert’ (10. Jh.), mhd. sunderbære, -bar ‘besonder, ausgezeichnet, alleinstehend, unverheiratet’, zusammengesetzt mit dem unter ↗-bar (s. d.) behandelten Suffix. sonderlich Adj. ‘merkwürdig’, Adv. ‘besonders’, ahd. suntarlīh (um 1000, suntarlīhho Adv., 9. Jh.), mhd. sunderlich ‘abgesondert, besonder’, sunderlīche, -līchen Adv. sondern Vb. ‘trennen, aussortieren’, ahd. suntarōn (9. Jh., gisuntarōt Part. Prät., um 800), mhd. sundern ‘abtrennen, unterscheiden’. absondern Vb. ‘loslösen, isolieren, ausscheiden (von Flüssigkeiten), sich abheben’, mhd. abesundern ‘vermögensrechtlich abfinden, loslösen’. aussondern Vb. ‘auswählen und aussortieren’, mhd. ūʒsundern ‘abtrennen, entfernen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
abgesehen von · ↗abzüglich · ↗ausgenommen · ↗außer · bis auf · ↗exklusive · in Ermangelung (von) · ↗mangels · mit Ausnahme von · nicht inbegriffen · nicht mitgerechnet · ↗ohne · ohne Einbezug von · unbeachtlich einer Sache (Juristendeutsch) · unter Ausschluss von  ●  sonder  veraltet · ↗bar (einer Sache)  geh.
Zitationshilfe
„sonder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sonder>, abgerufen am 26.04.2019.

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