sonnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungson-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›sonnen‹ als Grundform: ↗besonnt  ·  formal verwandt mit: ↗durchsonnt
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
sich, etw. sonnensich, etw. von der Sonne bescheinen lassen
Beispiele:
er saß auf dem Balkon, einer Bank und sonnte sich
wir haben uns den ganzen Tag im Garten, am Strand gesonnt
der Hund, die Katze sonnte sich auf dem Fensterbrett
die Betten sonnen
2.
sich in etw. sonnenetw. selbstgefällig, selbstzufrieden genießen
Beispiele:
sich in seinem Ruhm, seiner Vergangenheit, im Glanz der Erfolge, im Rampenlicht, in jmds. Gunst sonnen
[die Anerkennung einer Leistung des einzelnen] wird aber nicht mehr in der Möglichkeit liegen, sich im Neid der anderen zu sonnen [SteenbeckWissen175]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sonne · sonnen · sonnig · Sonnenblume · Sonnenfinsternis · Sonnenfleck · Sonnenschein · Sonnenstich · Sonnenstrahl · Sonnenuhr · Sonnenwende
Sonne f. ‘der Erde Licht und Wärme spendender Himmelskörper’, ahd. sunna f. (8. Jh.), sunno m. (11. Jh.), mhd. sunne f. m., (md.) sonne, auch ‘Tageslicht, östliche Himmelsgegend’, asächs. sunna f., sunno m., mnd. sunne, mnl. sonne, nl. zon, afries. sunne, sonne, senne, sinne, aengl. sunne f., sunna m., engl. sun, anord. sunna, got. sunnō (germ. *sunnō) und awest. xvan- ‘Sonne’ stehen neben (ein l enthaltenden) anord. sōl, schwed. sol, got. sauil (germ. *sōwula-, *sōwila-) sowie awest. hvar-, aind. sū́ryaḥ, svàḥ, griech. hḗlios (ἥλιος, aus *σαϜέλιος), lat. sōl, kymr. haul ‘Sonne’, air. sūil (aus *sūli-) ‘Auge’, lit. sáulė, aslaw. slъnece, russ. sólnce (солнце). Die Formen weisen auf einen alten l/n-Stamm ie. *sau̯el-, *s(u)u̯el-, *sūl- mit einer die obliquen Kasus bildenden Stammform *su̯en-, *sun- ‘Sonne’, zu dem wohl die unter ↗schwelen (s. d.) genannte Wurzel ie. *su̯el- ‘schwelen, brennen’ gehört. sonnen Vb. meist reflexiv ‘von der Sonne bescheinen lassen’, mhd. sünnen, sunnen, frühnhd. sonnen, sönnen. sonnig Adj. ‘voller Sonne’ (18. Jh.), älter sonnicht (17. Jh.), sonnechtig (16. Jh.); vgl. mhd. sunneclich. Sonnenblume f. Name verschiedener Blumenarten, die in der Farbe und den strahlenförmig angeordneten Blüten als Abbild der Sonne gelten (16. Jh.). Sonnenfinsternis f. ‘Verfinsterung der Sonne durch das Dazwischentreten des Mondes’ (16. Jh.); vgl. frühnhd. sunnenfinster f. (15. Jh.). Sonnenfleck m. ‘dunkler Fleck in der Sonne’ (17. Jh.), zuvor ‘Sommersprosse’ (16. Jh.). Sonnenschein m. ‘Licht, Strahlen der Sonne’, mhd. sunne(n)schīn. Sonnenstich m. ‘das heiße, stechende Scheinen der Sonne’ (17. Jh.), ‘Gehirnschädigung durch intensive Einwirkung von Sonnenstrahlen auf den Kopf’ (18. Jh.). Sonnenstrahl m. (17. Jh.). Sonnenuhr f. frühnhd. sunnen ur (15. Jh.). Sonnenwende f. ‘Tag des Sommer- oder Winterbeginns, an dem die Sonne ihren höchsten oder niedrigsten Stand hat’, eigentlich ‘Umkehr der Sonne’, mhd. sunnewende ‘Sonnenwende im Sommer, Johannistag’; vgl. auch frühnhd. sunnenstat, -stant (15. Jh.), mhd. -standunge, das lat. sōlstitium ‘Sonnenwende’, eigentlich ‘Sonnenstillstand’ (zu lat. sistere ‘anhalten, stillstehen’), nachgebildet ist im Hinblick auf die Vorstellung, daß die Sonne auf ihrem Höchst- und Tiefstpunkt anhalte. Anders ahd. sunnawendīg Adj. (von einem Edelstein) ‘das Sonnenlicht verwandelnd’ (um 1000).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) bräunen · (sich) sonnen · ↗(sich) sonnenbaden · (von der Sonne) braun werden lassen · ein Sonnenbad nehmen · in der Sonne baden  ●  Farbe bekommen  ugs.
Assoziationen
  • (faul) in der Sonne liegen · (sich) die Sonne auf den Bauch scheinen lassen
Synonymgruppe
Gefallen finden an · Gefallen haben an · ↗auskosten · ↗genießen  ●  (sich) sonnen (in)  fig. · (sich) suhlen in  negativ, fig. · (sich) erfreuen (an)  geh. · baden in  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abglanz Badebekleidung Badegast Badehose Bikini Blitzlicht Blitzlichtgewitter Dachterrasse Deck Eidechse Glanz Hochgefühl Karibik Leguan Lichte Liegestuhl Liegestühl Liegewiese Rampenlicht Ruhm Sandbank Scheinwerferlicht Strand Terrasse Wohlwollen baden gern gerne pur satt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sonnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Ecke sonnt sich ein zimtfarbenes Sofa im Abendlicht.
Der Tagesspiegel, 12.10.2001
Jeder wollte sich im Erfolg sonnen - aber wann kommt der?
Bild, 19.12.1997
Grau im Grauen sonnten sich die Statuen in den noch nicht enthüllten Gärten.
Rilke, Rainer Maria: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Prosa 1906 bis 1926, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1966 [1910], S. 648
Er lehnte sich zurück und schloß die Lider, als wollte er sich sonnen.
Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 17
Wir legten uns in den Mänteln aufs Gras und sonnten uns.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 108
Zitationshilfe
„sonnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sonnen>, abgerufen am 15.09.2019.

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