sonnig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungson-nig (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
von der Sonne beschienen
Beispiele:
eine sonnige Landschaft, Wiese, Straße
wir suchten ein sonniges Plätzchen zur Rast
ich gehe in den Schatten, hier ist es mir zu sonnig
reich an Sonnenschein
Beispiele:
ein sonniger Morgen, Tag
warmes, sonniges Wetter
eine sonnige Wohnung
der sonnige (= durch viel Sonnenschein warme) Süden
2.
übertragen heiter, fröhlich
Beispiele:
ein sonniges Wesen, Gemüt haben
er ist ein sonniger Mensch
seine sonnige Art, sein sonniger Humor heiterte alle auf
sie hatte eine sonnige Jugend
Bewunderung nötigte mir ... jener Drehorgelmann ab, der die Lebensfreude Siziliens heroisch demonstrierte, indem er unter einem riesigen Regenschirm sonnige Weisen spielte [HartungWunderkinder123]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sonne · sonnen · sonnig · Sonnenblume · Sonnenfinsternis · Sonnenfleck · Sonnenschein · Sonnenstich · Sonnenstrahl · Sonnenuhr · Sonnenwende
Sonne f. ‘der Erde Licht und Wärme spendender Himmelskörper’, ahd. sunna f. (8. Jh.), sunno m. (11. Jh.), mhd. sunne f. m., (md.) sonne, auch ‘Tageslicht, östliche Himmelsgegend’, asächs. sunna f., sunno m., mnd. sunne, mnl. sonne, nl. zon, aengl. sunne f., sunna m., engl. sun, anord. sunna, got. sunnō (germ. *sunnō) und awest. xvan- ‘Sonne’ stehen neben (ein l enthaltenden) anord. sōl, schwed. sol, got. sauil (germ. *sōwula-, *sōwila-) sowie awest. hvar-, aind. sū́ryaḥ, svàḥ, griech. hḗlios (ἥλιος, aus *σαϜέλιος), lat. sōl, kymr. haul ‘Sonne’, air. sūil (aus *sūli-) ‘Auge’, lit. sáulė, aslaw. slъnece, russ. sólnce (солнце). Die Formen weisen auf einen alten l/n-Stamm ie. *sau̯el-, *s(u)u̯el-, *sūl- mit einer die obliquen Kasus bildenden Stammform *su̯en-, *sun- ‘Sonne’, zu dem wohl die unter ↗schwelen (s. d.) genannte Wurzel ie. *su̯el- ‘schwelen, brennen’ gehört. sonnen Vb. meist reflexiv ‘von der Sonne bescheinen lassen’, mhd. sünnen, sunnen, frühnhd. sonnen, sönnen. sonnig Adj. ‘voller Sonne’ (18. Jh.), älter sonnicht (17. Jh.), sonnechtig (16. Jh.); vgl. mhd. sunneclich. Sonnenblume f. Name verschiedener Blumenarten, die in der Farbe und den strahlenförmig angeordneten Blüten als Abbild der Sonne gelten (16. Jh.). Sonnenfinsternis f. ‘Verfinsterung der Sonne durch das Dazwischentreten des Mondes’ (16. Jh.); vgl. frühnhd. sunnenfinster f. (15. Jh.). Sonnenfleck m. ‘dunkler Fleck in der Sonne’ (17. Jh.), zuvor ‘Sommersprosse’ (16. Jh.). Sonnenschein m. ‘Licht, Strahlen der Sonne’, mhd. sunne(n)schīn. Sonnenstich m. ‘das heiße, stechende Scheinen der Sonne’ (17. Jh.), ‘Gehirnschädigung durch intensive Einwirkung von Sonnenstrahlen auf den Kopf’ (18. Jh.). Sonnenstrahl m. (17. Jh.). Sonnenuhr f. frühnhd. sunnen ur (15. Jh.). Sonnenwende f. ‘Tag des Sommer- oder Winterbeginns, an dem die Sonne ihren höchsten oder niedrigsten Stand hat’, eigentlich ‘Umkehr der Sonne’, mhd. sunnewende ‘Sonnenwende im Sommer, Johannistag’; vgl. auch frühnhd. sunnenstat, -stant (15. Jh.), mhd. -standunge, das lat. sōlstitium ‘Sonnenwende’, eigentlich ‘Sonnenstillstand’ (zu lat. sistere ‘anhalten, stillstehen’), nachgebildet ist im Hinblick auf die Vorstellung, daß die Sonne auf ihrem Höchst- und Tiefstpunkt anhalte. Anders ahd. sunnawendīg Adj. (von einem Edelstein) ‘das Sonnenlicht verwandelnd’ (um 1000).

Thesaurus

Synonymgruppe
heiter · sonnig · ↗unbewölkt · ↗wolkenlos
Synonymgruppe
freundlich (Wetter) · ↗heiter · ↗schön · sonnig
Assoziationen
Synonymgruppe
hell · im Sonnenlicht · ↗sonnenbeschienen · sonnig · strahlend · ↗taghell  ●  in der Sonne  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschnitt Frühlingstag Frühlingswetter Gefilde Gelb Gemüt Gestade Herbsttag Herbstwetter Hochplateau Nachmittag Plätzchen Samstagnachmittag Sommertag Sonntagnachmittag Spätnachmittag Spätsommertag Süden Südhang Vormittag Wetter Wintertag Winterwetter halbschattig heiter mild teils trocken warm windig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sonnig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Drei Jahre nach seinem düsteren Album "Echo" hat Tom Petty zur sonnigen Musik zurückgefunden.
Die Welt, 11.10.2002
Nein, man braucht sie nur an den sonnigen Strand der See zu führen.
Der Tagesspiegel, 01.08.1999
Ich sah über seinen Kopf durch das Fenster auf den mit gewundenen Bäumen bestandenen, noch immer sonnigen Platz.
Seghers, Anna: Transit, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1943], S. 89
Wie wurde die Welt mit einemmal so hell und sonnig!
Bürgel, Bruno H.: Vom Arbeiter zum Astronomen, Berlin: Ullstein 1925 [1919], S. 73
Die sonnigen Tage konnten wir im Freien genießen, umjubelt von unserm Kinde und von mütterlicher Fürsorge umgeben.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Zitationshilfe
„sonnig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sonnig>, abgerufen am 19.03.2019.

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