sophistisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungso-phis-tisch
GrundformSophistik
Wortbildung mit ›sophistisch‹ als Erstglied: ↗Sophistik
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
bildungssprachlich, abwertend spitzfindig, haarspalterisch (argumentierend), Sophismen benutzend, enthaltend
2.
Philosophie zur Sophistik gehörend, ihr eigentümlich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sophist · sophistisch · Sophistik · Sophismus
Sophist m. ‘Vertreter einer griechischen Philosophenschule (des 5. bis 4. Jhs. v. u. Z.), Rhetor’ (18. Jh.), älter ‘Überredungskünstler, Wortverdreher, Schwätzer, Betrüger’ (Ende 15. Jh.), bei den Anhängern Luthers abschätzige Bezeichnung für ihre Gegner, entlehnt aus lat. sophista, sophistēs, griech. sophistḗs (σοφιστής) ‘Künstler, Gelehrter, (Wander)lehrer, der für Geld die Kunst zu denken und zu sprechen, Weltweisheit, Politik, Rhetorik lehrt, Redner, Verfasser von Reden’, dann auch ‘Großsprecher, Aufschneider, Wortspieler, Betrüger’; zu griech. sophízein (σοφίζειν) ‘unterrichten, belehren’, medial ‘geschickt, klug oder listig reden oder handeln, aussinnen, erfinden’, Denominativum zu griech. sophós (σοφός) ‘geschickt, gelehrt, weise, Weiser’ (s. ↗Philosoph). sophistisch Adj. ‘in der Art eines Sophisten, spitzfindig’ (16. Jh.), lat. sophisticus, griech. sophistikós (σοφιστικός). Sophistik f. (17. Jh.), Sophismus m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
haarspalterisch · ↗spitzfindig · ↗wortklauberisch  ●  wortakrobatisch  abwertend · ↗kasuistisch  geh. · ↗rabulistisch  geh., abwertend · sophistisch  geh., abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Argument Aufklärung Lehre Rhetorik Trugschluß Unterscheidung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sophistisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie jonglieren mit Ideen und Begriffen, ätzend und sophistisch, eitel und politisch unkorrekt.
Die Zeit, 27.11.2003, Nr. 49
Und anders als all die Bösen in anderen Märchen tun sie dies mit sophistischer Verachtung.
Süddeutsche Zeitung, 14.12.2004
Wenn ich wollte, könnte ich euren sophistischen Überlegungen bessere Syllogismen entgegenhalten.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21181
Er ist ein Kind des sophistischen Zeitalters: auch er will die Anlagen entbinden, auch er strebt nach Wissen.
Frör, K.: Pädagogik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 14447
Mit ihm endet die führende Stellung der griechischen Poesie, und an ihre Stelle tritt zunächst die sophistische Literatur.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 5634
Zitationshilfe
„sophistisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sophistisch>, abgerufen am 15.10.2019.

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