Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sowieso

Grammatik Partikel
Aussprache  [zoːviˈzoː] · [ˈzoːvizoː]
Worttrennung so-wie-so
Wortzerlegung so wie so
Wortbildung  mit ›sowieso‹ als Grundform: Sowieso
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich auf jeden Fall, auch ohne genannte, mögliche oder gedachte Sachverhalte, Aktionen o. Ä.
Synonym zu ohnehin, eh, soundso (2)
Kollokationen:
als Adverbialbestimmung: sowieso klar, sinnlos, [zu] spät, tabu, überflüssig, zwecklos, zweitrangig
a)
unabhängig von den genannten oder gedachten Umständen, Einflüssen o. Ä.
Beispiele:
Wenn die Betreuung nicht gut ist, wird die Ausbildung noch stressiger, als sie es sowieso schon ist. [Der Spiegel, 27.11.2017 (online)]
Das Frühjahr ist normalerweise sowieso eine gute Zeit am Arbeitsmarkt. Sobald das Wetter schöner wird, lässt sich zum Beispiel an Baustellen besser arbeiten. Aber auch wenn man diesen Jahreszeiteffekt herausrechnet, gab es im März weniger Jobsucher als im Februar. [Süddeutsche Zeitung, 01.04.2021]
Sowieso klar: Ein Schiedsrichter sollte ganz besonders darauf achten, unparteiisch aufzutreten. [Süddeutsche Zeitung, 12.12.2020]
Was für eine Veranlassung hat der deutsche Steuerzahler, hier drei Milliarden Euro hineinzustecken, um Werbeverträge von Fußballern abzusichern, die sowieso zu viel Geld verdienen. [Die Welt, 05.10.2020]
Doch die meisten Betroffenen [in Deutschland tätige Arbeitnehmer aus Osteuropa] akzeptieren windige Verträge, schlechte Bezahlung und grobe Behandlung – weil sie das Geld brauchen. Ihr Schicksal machen sie meist mit sich selbst ab. In der Heimat berichtet man sowieso lieber von Erfolgen als von Schwierigkeiten. [Die Welt, 18.09.2020]
Wer sowieso Zweifel an der Vernunftbegabtheit der Menschheit hat, kann sich alljährlich durch den Silvesterwahnsinn bestätigt sehen. [Die Freiheit, andere zu gefährden, 02.01.2018, aufgerufen am 16.03.2018]
b)
drückt aus, dass etw. von vornherein feststeht, eventuelle Aktionen sinnlos sind   egal, was geschieht oder was jmd. tut
Beispiele:
Wenn er sowieso bald tot sein dürfte, so das Kalkül, braucht man auch kein Geld mehr für eine Therapie zu verschwenden. [Die Wege des Algorithmus sind unergründlich, 05.01.2018, aufgerufen am 16.03.2018]
Daher meine Botschaft: Seid einfach ruhig, euch glaubt sowieso keiner mehr! [Schöne Grüne Welt, 26.11.2011, aufgerufen am 21.07.2020]
»Wenn wir mal alt sind, bekommen wir sowieso keine Rente mehr.« Als junger Mensch hört man diesen Satz nahezu jeden Tag im Bekanntenkreis. Es schwingt daraus eine Mischung aus Wut, Zukunftssorgen und Hilflosigkeit, manchmal auch einer Spur Fatalismus. [Süddeutsche Zeitung, 09.04.2021]
Ich weiß einfach, welche Fragen ich gar nicht stellen muss, weil ich sowieso keine Antwort bekomme. [»Ich war erfolgskrank«, 28.12.2017, aufgerufen am 16.03.2018]
Mädchen lernen unbewusst, dass Mädchen Mathematik sowieso nicht so gut können wie Buben, und trauen sich dann auch weniger zu. [Der Standard, 05.07.2016]
… oder die Menschen sind es einfach leid und haben es längst aufgegeben, weil es sowieso sinnlos und zwecklos erscheint. [Ein Jahr Hauptausschuss für Digitale Agenda im Bundestag: Chance verpasst, 13.02.2015, aufgerufen am 19.08.2020]
Siegfried hörte irgendwann auf, weil sowieso keiner mehr zuhörte. [Goosen, Frank: Liegen lernen. Frankfurt a. M.: Eichborn 2000, S. 23]
Da er sowieso schon vier Kinder hat, lohnt es sich auch jetzt nicht, ein Kondom zu benutzen. [Die Zeit, 01.11.1996]
2.
umgangssprachlich drückt aus, dass eine Aussage auf etw. ganz besonders zutrifft
Beispiele:
Nahrung und Wasser sind Fehlanzeige, medizinische Versorgung sowieso. [Frankfurter Rundschau, 15.04.2021]
Noch mehr als sonst staute es sich überall: auf den Radwegen, an den Ampeln, auf den Straßen sowieso. [Die Welt, 01.10.2020]
Sie spricht nun fließend Deutsch und Englisch, Polnisch sowieso. [Die Welt, 18.09.2020]
Flächendeckend Gitter anzubringen wäre zu teuer, Ultraschallgeräte zu installieren sowieso. [Flügelkämpfe, 10.01.2018, aufgerufen am 16.03.2018]
Schade. Aber gräme Dich nicht, Deutscher. Wahrscheinlich sind die Finnen nicht besser. Die Österreicher sowieso nicht. [die tageszeitung, 27.02.1999]
3.
umgangssprachlich als Antwort auf eine Frage; verwendet anstelle von ja, um die Zustimmung oder Bereitschaft zu verstärken
Beispiele:
»Holst du mich später ab?« – »Sowieso
»Kennst du dich damit aus?« – »Sowieso
Zweitens geht bei 90 Prozent aller Konversation das Gegenüber ohnehin davon aus, dass man ihm seine Zustimmung bekundet. Im Zweifel also immer »Ja.« und »Sowieso!« sagen. [Der Standard, 07.06.2012]
ZITAT: »… allerdings gilt es für uns morgen 3 Punkte zu holen. Egal wie.« Sowieso! [»Müssen eine Schippe drauflegen«, 05.10.2019, aufgerufen am 17.03.2021]
Darauf freut ihr euch alle schon, gelle??? […] [–] Sowieso! [Apple macht mit Amazon gemeinsame Sache, 10.11.2018, aufgerufen am 19.08.2020]

letzte Änderung:

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Thesaurus

Synonymgruppe
(egal) wie man es (auch) dreht und wendet · allemal · auch ohne das · auch so (schon) · davon abgesehen · ohnedem · ohnedies · ohnehin · so oder so · sowieso · unabhängig davon  ●  eh  ugs. · per se  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›sowieso‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sowieso‹.

Zitationshilfe
„sowieso“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sowieso>.

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