Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

spähen

Grammatik Verb
Worttrennung spä-hen
Wortbildung  mit ›spähen‹ als Erstglied: Späher · Späherei · Spähpanzer · Spähpatrouille · Spähtrupp · Spähwagen
 ·  mit ›spähen‹ als Letztglied: abspähen · ausspähen · hinausspähen · hindurchspähen · hineinspähen · hinunterspähen · hinüberspähen · nachspähen · umherspähen
eWDG

Bedeutung

forschend, suchend blicken
Beispiele:
er spähte auf den Kompass, aus dem Fenster
durch eine Ritze, Zaunlücke, einen Türspalt spähen
der Jäger spähte durch das Fernrohr
sie spähten in das Dunkel, die Ferne
das erste Abteil, in das ich spähte, war unbesetzt
über die Mauer, um die Ecke spähen
nach jmdm., etw. spähen
Beispiele:
nach dem Eingang, allen Richtungen spähen
sie spähte nach beiden Seiten, nach ihrem Kind
er schaute sich spähend um
durch den Spalt wurden zwei spähende Kinderaugen sichtbar
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spähen · Späher
spähen Vb. ‘intensiv und vorsichtig Ausschau halten’, ahd. spehōn (11. Jh.), daneben (diphthongiert) spiohōn (9. Jh.), mhd. spehen ‘suchend oder kundschaftend, beurteilend oder wählend schauen, betrachten’, mnd. spē(g)en, spēn, mnl. spien, nl. (mit Dentaleinschub) spieden. Westgerm. *spehōn ist verwandt mit ahd. (8. Jh.), asächs. spāhi ‘klug, geschickt’, mhd. spæhe sowie anord. spā ‘Prophezeihung’, spār ‘prophetisch’. Außergerm. vergleichen sich aind. spáṭ ‘Späher, Wächter, Aufseher’, griech. (mit Metathese) sképtesthai (σκέπτεσθαι, aus *σπεκ-) ‘schauen, spähen’, lat. specere, spicere ‘sehen’ und (ohne anlautendes s-) aind. páśyati ‘sieht’, awest. pašna- ‘Hinsehen auf’ bei einer Wurzel ie. *spek̑- ‘spähen, scharf hinsehen’. spähen, nach etwa 1600 ungebräuchlich, wird im 18. Jh. von Schriftstellern wie Klopstock, Wieland, Gleim für die Literatur neu belebt. – Späher m. ‘wer intensiv und vorsichtig Ausschau hält, auskundschaftet’, ahd. spehāri (8. Jh.), spiohāri (um 800), mhd. spehære, speher ‘Kundschafter, Spion, Vorausseher’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausschau halten · auf der Lauer liegen · lauern · spähen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›spähen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spähen‹.

Verwendungsbeispiele für ›spähen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein paar Meter vom Gitter entfernt verharrt er und späht angestrengt hinüber. [Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 321]
Mit welcher Sehnsucht lernte ich nach seinen blinkenden Fenstern spähen! [Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26180]
Aber unterlassen wir es, auf Splitter in fremden Augen zu spähen. [Die Zeit, 15.10.1965, Nr. 42]
Während Sie gerade zeichnen, könnte er durch seine Finger spähen. [Der Tagesspiegel, 19.06.2004]
Vorsichtig späht er in die Nacht, dann neigt er den Kopf, um zu trinken. [Der Tagesspiegel, 11.12.1998]
Zitationshilfe
„spähen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sp%C3%A4hen>.

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