eWDG

Bedeutung

am Ende eines Zeitabschnitts
in gegensätzlicher Bedeutung zu früh, siehe auch später
Beispiele:
das späte Mittelalter
ein spätes Werk
die späte Lyrik Goethes (= die Lyrik des reifen Goethe)
in der Zeit schon weit fortgeschritten
Beispiele:
am späten Nachmittag
gehobenwir aßen zu später Stunde zu Abend
gehobenzu später Stunde kehrten wir noch ein
er hatte noch in späten Jahren ein Baugeschäft begonnen
wie spät (= wie viel Uhr) ist es?
von früh bis spät (= vom Morgen bis zum Abend, den ganzen Tag) arbeiten, unterwegs sein
Einmal zu solcher Tageszeit, es war schon spät […] ritt er zu dem nächsten Haufen der Frühstückenden[.] [ StormSchimmelr.7,234]
nicht zur rechten Zeit, nicht rechtzeitig
Beispiele:
spät aufstehen, zu Bett gehen
er ist spät nach Hause gekommen
warum bist du erst so spät weggefahren?
du wirst an mich denken, wenn es zu spät ist
umgangssprachlich, scherzhaftdu kommst noch früh genug zu spät!
späte (= gegen Ende des Herbstes reifende) Äpfel
im Garten blühen späte Rosen
ein später Herbst
eine späte Heirat
späte Reue
umgangssprachlichein spätes Mädchen (= eine ältere, unverheiratete weibliche Person)
das Kind lernte erst spät sprechen
späternicht so rechtzeitig wie üblich
Grammatik: oft im Komparativ
Beispiele:
später weggehen, schlafen gehen als sonst
heute fangen wir erst später an
früher oder später (= einmal bestimmt) müssen wir alle sterben
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spat m. glanzloses, blättrig brechendes und schiefrig spaltbares Mineral, häufig in Zusammensetzungen wie Flußspat (s. d.) sowie Feld-, Kalkspat, ahd. (11. Jh.), mhd. spat (mit nicht gesicherter Vokalquantität) ‘blättrig brechendes Gestein, Splitter’, mnd. spāt führt wie verwandtes Spaten und Span (s. d.) auf ie. *sp(h)ē-, *sp(h)ə- in Worten für ‘langes, flaches Holzstück’, mit denen das Mineral auf Grund seiner Sprödigkeit und leichten Spaltbarkeit vergleichbar ist.

spät · verspäten
spät Adj. Adv. ‘in der Zeit fortgeschritten, gegen Ende eines Zeitabschnitts, nicht (recht)zeitig’, ahd. spāti (9. Jh.; vgl. spātīn f. ‘Langsamkeit’, um 800), mhd. spæte, mnd. mnl. spāde, nl. spa(de); vgl. dazu das Adverb ahd. spāto (9. Jh.), spāt(e), mnd. spāde sowie den Komparativ got. spēdiza ‘späterer’ und den Superlativ got. spēdumists ‘der letzte’. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘sich hinziehend, in der Zeit fortgeschritten’, so daß an die unter sparen und sputen (s. d.) entwickelte Wurzel ie. *sp(h)ē(i)-, *spī- und *sphē-, *sphə- ‘gedeihen, sich ausdehnen, vorwärtskommen, Erfolg haben, gelingen’ angeknüpft werden kann. verspäten Vb. reflexiv ‘erst nach der vereinbarten Zeit kommen’, mhd. verspæten, verspāten, auch ‘versäumen’; vgl. ahd. spāten ‘sich verspäten’ (um 1000).

Thesaurus

Synonymgruppe
spät · tardiv

Typische Verbindungen zu ›spät‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spät‹.

Verwendungsbeispiele für ›spät‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Später verzehrte er noch 4 Scheiben Brot mit Butter bestrichen. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 289]
In dieser Form wird die griechische Plastik modellhaft für alle spätere Kunst. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 46]
Und erst sehr viel später begann man sie dann zu drucken. [Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 159]
Vierzehn Jahre später kam die Wende des Jahres 1989 zustande. [Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 205]
Das hat sie mir auch später, das traf genau zu, nicht. [Runge, Erika (Hg.), Bottroper Protokolle, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1968, S. 90]
Zitationshilfe
„spät“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sp%C3%A4t>.

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