spät

GrammatikAdjektiv · Komparativ: später · Superlativ: am spätesten
Aussprache
Wortbildung mit ›spät‹ als Erstglied: ↗Spätaufsteher · ↗Spätaussiedler · ↗Spätblüte · ↗Spätdienst · ↗Spätentwickler · ↗Spätfolge · ↗Spätfrost · ↗Spätgemüse · ↗Spätgeschäft · ↗Spätgotik · ↗Spätheimkehrer · ↗Spätherbst · ↗Späti · ↗Spätkartoffel · ↗Spätkauf · ↗Spätlatein · ↗Spätlese · ↗Spätling · ↗Spätmahl · ↗Spätmoderne · ↗Spätnachmittag · ↗Spätphase · ↗Spätromantik · ↗Spätschaden · ↗Spätschicht · ↗Spätsommer · ↗Spätsprechstunde · ↗Spätstadium · ↗Spätverkauf · ↗Spätverkaufsstelle · ↗Spätvorstellung · ↗Spätwerk · ↗Spätwinter · ↗Spätzeit · ↗Spätzünder · ↗Spätzündung · ↗spätabends · ↗spätgotisch · ↗spätnachts · ↗spätreif
eWDG, 1976

Bedeutung

am Ende eines Zeitabschnitts
Gegenwort zu früh, siehe auch später
Beispiele:
das späte Mittelalter
ein spätes Werk
die späte Lyrik Goethes (= die Lyrik des reifen Goethe)
in der Zeit schon weit fortgeschritten
Beispiele:
am späten Nachmittag
gehoben wir aßen zu später Stunde zu Abend
gehoben zu später Stunde kehrten wir noch ein
er hatte noch in späten Jahren ein Baugeschäft begonnen
wie spät (= wieviel Uhr) ist es?
von früh bis spät (= vom Morgen bis zum Abend, den ganzen Tag) arbeiten, unterwegs sein
Einmal zu solcher Tageszeit, es war schon spät ... ritt er zu dem nächsten Haufen der Frühstückenden [StormSchimmelr.7,234]
nicht zur rechten Zeit, nicht rechtzeitig
Beispiele:
spät aufstehen, zu Bett gehen
er ist spät nach Hause gekommen
warum bist du erst so spät weggefahren?
du wirst an mich denken, wenn es zu spät ist
umgangssprachlich, scherzhaft du kommst noch früh genug zu spät!
späte (= gegen Ende des Herbstes reifende) Äpfel
im Garten blühen späte Rosen
ein später Herbst
eine späte Heirat
späte Reue
umgangssprachlich ein spätes Mädchen (= eine ältere, unverheiratete weibliche Person)
das Kind lernte erst spät sprechen
oft im Komp.
späternicht so rechtzeitig wie üblich
Beispiele:
später weggehen, schlafen gehen als sonst
heute fangen wir erst später an
früher oder später (= einmal bestimmt) müssen wir alle sterben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spät · verspäten
spät Adj. Adv. ‘in der Zeit fortgeschritten, gegen Ende eines Zeitabschnitts, nicht (recht)zeitig’, ahd. spāti (9. Jh.; vgl. spātīn f. ‘Langsamkeit’, um 800), mhd. spæte, mnd. mnl. spāde, nl. spa(de); vgl. dazu das Adverb ahd. spāto (9. Jh.), spāt(e), mnd. spāde sowie den Komparativ got. spēdiza ‘späterer’ und den Superlativ got. spēdumists ‘der letzte’. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘sich hinziehend, in der Zeit fortgeschritten’, so daß an die unter ↗sparen und ↗sputen (s. d.) entwickelte Wurzel ie. *sp(h)ē(i)-, *spī- und *sphē-, *sphə- ‘gedeihen, sich ausdehnen, vorwärtskommen, Erfolg haben, gelingen’ angeknüpft werden kann. verspäten Vb. reflexiv ‘erst nach der vereinbarten Zeit kommen’, mhd. verspæten, verspāten, auch ‘versäumen’; vgl. ahd. spāten ‘sich verspäten’ (um 1000).

Thesaurus

Synonymgruppe
spät · ↗tardiv

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abend Dienstagabend Handel Jahrhundert Mittelalter Mittwochabend Montagabend Nachmittag Vormittag Zeitpunkt auftauchen beginnen erfahren erfinden erscheinen erst erzählen es folgen früh heiraten herausstellen kommen sagen schon schreiben sehr sterben viel zurückkehren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spät‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit zweiundzwanzig ist man selbst in den Fünfzigern spät dran.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 122
Am nächsten Tag kam ich später, als ich es geplant hatte, ins Haus zurück.
Widmer, Urs: Das Buch des Vaters, Zürich: Diogenes 2004, S. 197
Wenn, pflegte er zu dozieren, eine Verfassung nicht mehr geachtet wird, ist es zu spät.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 93
So habe ich es später genannt, als ich mir den Moment erklären wollte.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 211
Später aber sagte er, wenn er noch einmal anfangen könne, würde er mit der Kultur beginnen.
Weizsäcker, Richard von: Dreimal Stunde Null? 1949 1969 1989, Berlin: Siedler Verlag 2001, S. 184
Zitationshilfe
„spät“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spät>, abgerufen am 14.10.2019.

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