Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

spülen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung spü-len
Häufige Falschschreibung spühlen
Wortbildung  mit ›spülen‹ als Erstglied: Spülapparat · Spülautomat · Spülbad · Spülbecken · Spülbottich · Spüleimer · Spüler · Spülgang · Spülgut · Spüli · Spülkasten · Spülklosett · Spülkübel · Spülküche · Spüllappen · Spüllauge · Spülmaschine · Spülmittel · Spülsaum · Spülschüssel · Spülstein · Spültisch · Spültrog · Spültuch · Spülverfahren · Spülwasser
 ·  mit ›spülen‹ als Letztglied: abspülen · anspülen · aufspülen · ausspülen · bespülen · durchspülen · einspülen · fortspülen · hinunterspülen · hinwegspülen · hochspülen · nachspülen · runterspülen · umspülen · unterspülen · wegspülen · weich spülen · weichspülen · überspülen
 ·  mit ›spülen‹ als Binnenglied: Klarspülmittel  ·  mit ›spülen‹ als Grundform: Spüle
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. mit Hilfe einer Flüssigkeit, besonders Wasser, reinigen
Beispiele:
nachdem der Zahnarzt gebohrt hatte, durfte sie spülen
den Mund (mit Kamillentee) spülen, um eine Entzündung zu heilen
das Auge muss mehrmals mit Borwasser gespült (= benetzt) werden
(das) Geschirr spülen (= schmutziges Geschirr mit warmem (Seifen)wasser reinigen, ab-, aufwaschen)
vergiss nicht zu spülen! (= die Wasserspülung der Toilette zu betätigen!)
etw. Gewaschenes in sauberem Wasser schwenken, um alle Reste von Seifenlauge zu entfernen
Beispiele:
die Waschmaschine spült (die) Wäsche
du musst den Pullover lauwarm waschen und ihn hinterher mehrmals in, mit kaltem Wasser, kalt spülen
das Geschirr ist abgewaschen und muss nur noch gespült werden
jmdm., sich [Dativ] die Haare (mit Kamille, einer Tönung) spülen
2.
etw., jmdn. an etw. spülenetw., jmdn. an etw. schwemmen, treiben
Beispiele:
die Wellen, Wogen spülen Muscheln, Tang an, auf den Strand
die Strömung, See, der Fluss spülte einen unbekannten Toten an Land
sie wurden aus dem sinkenden Boot, über Bord, von Deck gespült
die steigende Flut spült ihre Wasser über das Wattenmeer
sich [Dativ] einen schlechten Geschmack von der Zunge spülen
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichsich [Dativ] (mit einem Schnaps, Kognak) den Schreck, Ärger von der Seele spülen
übertragen
Beispiel:
wir ließen uns von der Menschenmenge aus dem Stadion in eine Seitenstraße spülen
3.
etw. spült an etw.etw. ergießt sich an etw.
Beispiele:
hin und wieder spülte eine Welle an das Ufer
Sanft spült es [das Meer] an unsere Insel [ H. Mann3,306]
übertragen
Beispiel:
Die neue Zeit spülte auch an ihre Ufer und manchmal über sie hinweg [ WiechertEinfaches Leben178]
etw. wird an etw. geschwemmt, getrieben
Beispiel:
Und an das Ufer spülen manchmal Fässer [ KästnerKennst du das Land59]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spule · spulen · Spulwurm
Spule f. ‘(Holz)rolle zum Aufwickeln (von Garn und dgl.)’, ahd. spuola f., spuolo m. (9. Jh.), mhd. spuol(e) m. ‘Weberspule, Röhre, Federkiel’, mnd. spōle f. m., mnl. spoele f., nl. spoel f. (germ. *spōlōn m. f.) sind verwandt mit mhd. spale ‘Leitersprosse’, anord. spǫlr (aus germ. *spaluz) ‘Speiler, Stange’, schwed. spjäla ‘Latte’ und stehen im Ablaut zu dem unter spalten (s. d.) behandelten, mit Dental erweiterten Verb. Die Ausgangsbedeutung ist ‘abgespaltenes (rundes) Holzstück’, das beim Weben zum Aufwickeln des Garns dient; seit dem 15. Jh. auch ‘Federkiel’, der zum Aufwickeln von Garn und zum Schreiben verwendet wird. – spulen Vb. ‘auf die Spule wickeln keln’ (15. Jh.). Spulwurm m. im Verdauungstrakt schmarotzender Fadenwurm (15. Jh.), nach seiner spulenartigen Gestalt benannt.

spülen · Spülicht
spülen Vb. ‘im Wasser schwenkend reinigen’, mhd. spüelen, mnd. spȫlen, mnl. nl. spoelen sowie ahd. irspuolen ‘waschen’ (um 1000), aengl. āspylian ‘sich waschen’. Vgl. auch mnd. spōl ‘Spülwasser’. Außergerm. Entsprechungen fehlen; die Herkunft der nur westgerm. bezeugten Formen ist ungeklärt. Die Bedeutung ‘mitreißen und irgendwohin schwemmen, sich in Menge, in einem Schwall ergießen (von bewegtem Wasser)’ wird erst im 18. Jh. üblich und stammt vielleicht aus dem Nd., vgl. mnd. spȫlebōrt ‘auf den Bord kleinerer Schiffe aufgesetzte Erhöhung, um die Fracht gegen Überspülung zu schützen’. – Spülicht n. ‘durch Spülen entstandenes Abwasser’, gebildet wie Kehricht (zu kehren2, s. d.), mhd. spüelach, spüelech, nhd. Spülich.

Thesaurus

Synonymgruppe
spülen · waschen
Synonymgruppe
Geschirr spülen · abwaschen · den Abwasch erledigen · den Abwasch machen · spülen  ●  aufwaschen  ugs., regional
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
ausspülen · durchspülen · spülen

Typische Verbindungen zu ›spülen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spülen‹.

Auktion Börsengang Flut Flutwelle Geschirr Glas Goar Kreiswerk Milliarde Regen Rohrnetz Teerklumpen Teller Trinkwasser-rohrnetz Trinkwasserleitung Tsunami Versorgungsabschnitt Versteigerung Veräußerung Wasserleitung Wassermasse Wasserversorgungsverband Wasserwerk Wrackteil Zehnjährige herunter hinunter runter weich

Verwendungsbeispiele für ›spülen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Lied findet nur, wer es schafft, noch vor den eigentlich ersten Titel zu spulen. [Bild, 05.04.2003]
Er spulte das Band bis fast ans Ende und startete den Rückwärtslauf. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 82]
In rasender Geschwindigkeit spulte Seil von der Wickeltrommel, rotierte das Zugrad. [Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 212]
Sie lassen sich leichter durchsuchen; um eine bestimmte Stelle zu finden, muss man sie anders als bei Videokassetten nicht langwierig hin und her spulen. [C’t, 2000, Nr. 21]
Wenn auch die Freude zögerlich entwickelt wurde, der offizielle Teil spulte sich etwas zäh. [Die Welt, 29.11.1999]
Zitationshilfe
„spülen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sp%C3%BClen>.

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