spürbar

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungspür-bar (computergeneriert)
Wortzerlegungspüren-bar
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
innerlich wahrnehmbar
Beispiele:
sie antwortete mit spürbarer Erleichterung, Angst
ihre Feindseligkeit war deutlich spürbar
merklich, merkbar
Beispiele:
eine spürbare Wirkung, Entlastung, Verbesserung, Verschlechterung
die Qualität dieser Ware hat sich spürbar gebessert
2.
körperlich (mit dem Tastsinn) wahrnehmbar
Beispiele:
eine spürbare Erwärmung
ein spürbarer Hauch
es ist spürbar kälter geworden
bildlich
Beispiel:
überall muß der Atem des Friedens spürbar sein [Becher5,397]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spur · spurlos · Spurweite · großspurig · spuren · spüren · spürbar · Spürhund · Spürsinn
Spur f. ‘(Fuß)abdruck, hinterlassenes Zeichen, Fährte’, ahd. spor n. ‘Fußspur’ (8. Jh.), mhd. spor, spur, spür f. n. ‘Fährte, Spur’, mnd. spōr n., mnl. spōr(e) n., nl. spoor, aengl. anord. spor n., schwed. spår (germ. *spora n. ‘Fußabdruck’) sind abgeleitet im Sinne von ‘Tritt’ von germ. *spurnan ‘treten’ (s. ↗Sporn) und gehören zur Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, mit dem Fuße wegstoßen, zappeln, schnellen’. Das zunächst neutrales Genus aufweisende germ. *spura- entwickelt im Mhd. feminin gebrauchte Formen, die sich im 16. Jh. durchsetzen. Spur bedeutet als altes Jagdwort ‘durch Tritt mit dem Fuß hinterlassener Abdruck’ (auf einer Unterlage, im Boden), übertragen das ‘hinterlassene Zeichen’, vgl. keine Spur ‘kein Zeichen’ (z. B. keine Spur von Mitleid), nicht die geringste Spur ‘nicht das geringste Merkmal, nicht der geringste Anhaltspunkt’ (alle 18. Jh.). spurlos Adv. ‘ohne jeden Anhaltspunkt, Nachweis’ (18. Jh.). Spurweite f. ‘Schienenabstand’ bei der Eisenbahn (19. Jh.). großspurig Adj. ‘aufgeblasen, angeberisch’ (19. Jh.). spuren Vb. (von Wagen) ‘eine Spur halten’, übertragen ‘sich einordnen, nicht abweichen, gehorchen’ (19. Jh.). spüren Vb. jägersprachlich ‘die Spur suchen, ihr folgen’, übertragen (13. Jh.) ‘wahrnehmen, merken’, (17. Jh.) ‘empfinden, fühlen’, ahd. spurien, spurren ‘der Spur des Wildes nachgehen’ (8. Jh.), mhd. spürn, auch ‘etw. aufsuchen, wahrnehmen’, mnl. spōren, spueren ‘nachspüren, forschen, untersuchen’, nl. speuren, aengl. spyrian ‘eine Spur machen, verfolgen, reisen, nachforschen’, anord. spyrja, schwed. spörja ‘fragen, hören, erfahren’. spürbar Adj. ‘fühlbar, merklich’ (18. Jh.). Spürhund m. ‘Jagdhund für das Aufspüren der Fährte des Wildes’, ahd. spurihunt (11. Jh.), mhd. spürhunt. Spürsinn m. ‘Fähigkeit zur Fährtensuche’ (beim Jagdhund), ‘feines, untrügliches Gefühl, etw. zu finden’ (18. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
fühlbar · spürbar · ↗tastbar  ●  ↗palpabel  fachspr.
Synonymgruppe
deutlich · ↗erkennbar · ↗sichtlich · spürbar  ●  ↗merklich  Hauptform · ↗ersichtlich  geh., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
fühlbar · in der Luft liegen · spürbar · ↗wahrnehmbar · zu erahnen · zu spüren sein  ●  man kann es förmlich spüren  floskelhaft
Assoziationen
Synonymgruppe
augenfällig · ausgeprägt · ↗bezeichnend · ↗charakteristisch · ↗deutlich · ↗fühlbar · in großem Umfang · ↗markant · ↗merklich · ↗prägnant · ↗signifikant · spürbar · ↗stark
Unterbegriffe
  • (das) sieht ein Blinder mit dem Krückstock · (völlig) klarliegen (Fall) · ↗eindeutig · ↗evident · ↗glasklar · klar zutage liegen · mit den Händen zu greifen · offen zutage liegen · ↗offenkundig · ↗offensichtlich · ohne jeden Zweifel · völlig klar  ●  (klar) auf der Hand liegen  fig. · (ein) (ganz) klarer Fall  ugs. · (eine) (ganz) klare Kiste  ugs. · (es gibt) nichts zu diskutieren  ugs. · (so) klar wie eins und eins ist zwei  ugs. · klar wie Kloßbrühe  ugs. · klar wie Klärchen  ugs. · ↗manifest  geh., bildungssprachlich · ↗sonnenklar  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkühlung Abschwächung Aufschwung Auswirkung Belebung Besserung Effekt Einbuße Entlastung Entspannung Erholung Erleichterung Impuls Kaufzurückhaltung Nervosität Nettoentlastung Rückgang Senkung Verbesserung Verbesserunge Verringerung Verschlechterung Zurückhaltung allenthalben entlasten kaum nachlassen sichtbar verbessern überall

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spürbar‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bisher hat die öffentliche Hand versucht, die bei privaten Investoren schon längst spürbare Zurückhaltung nicht mitzumachen.
Der Tagesspiegel, 08.12.2003
Gleichzeitig ist in der Öffentlichkeit eine gewisse Zurückhaltung gegenüber neuen Technologien spürbar.
Süddeutsche Zeitung, 30.09.2003
Allerdings ging in den letzten Jahren der Umfang der Aufträge spürbar zurück.
o. A.: Lexikon der Kunst - R. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 32184
Darum hat er schließlich, nachdem er es bis dahin stets abgelehnt hatte, 1531 mit spürbarem.
Lerch, D.: Toleranz. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 42995
Schon bei ihnen ist die innere Spannung im Begriff des Romantischen deutlich spürbar.
Wiora, Walter u. a.: Deutschland. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 25372
Zitationshilfe
„spürbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spürbar>, abgerufen am 21.03.2019.

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