Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

spürbar

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung spür-bar
Wortzerlegung spüren -bar
eWDG

Bedeutungen

1.
innerlich wahrnehmbar
Beispiele:
sie antwortete mit spürbarer Erleichterung, Angst
ihre Feindseligkeit war deutlich spürbar
merklich, merkbar
Beispiele:
eine spürbare Wirkung, Entlastung, Verbesserung, Verschlechterung
die Qualität dieser Ware hat sich spürbar gebessert
2.
körperlich (mit dem Tastsinn) wahrnehmbar
Beispiele:
eine spürbare Erwärmung
ein spürbarer Hauch
es ist spürbar kälter geworden
bildlich
Beispiel:
überall muß der Atem des Friedens spürbar sein [ Becher5,397]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spur · spurlos · Spurweite · großspurig · spuren · spüren · spürbar · Spürhund · Spürsinn
Spur f. ‘(Fuß)abdruck, hinterlassenes Zeichen, Fährte’, ahd. spor n. ‘Fußspur’ (8. Jh.), mhd. spor, spur, spür f. n. ‘Fährte, Spur’, mnd. spōr n., mnl. spōr(e) n., nl. spoor, aengl. anord. spor n., schwed. spår (germ. *spora n. ‘Fußabdruck’) sind abgeleitet im Sinne von ‘Tritt’ von germ. *spurnan ‘treten’ (s. Sporn) und gehören zur Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, mit dem Fuße wegstoßen, zappeln, schnellen’. Das zunächst neutrales Genus aufweisende germ. *spura- entwickelt im Mhd. feminin gebrauchte Formen, die sich im 16. Jh. durchsetzen. Spur bedeutet als altes Jagdwort ‘durch Tritt mit dem Fuß hinterlassener Abdruck’ (auf einer Unterlage, im Boden), übertragen das ‘hinterlassene Zeichen’, vgl. keine Spur ‘kein Zeichen’ (z. B. keine Spur von Mitleid), nicht die geringste Spur ‘nicht das geringste Merkmal, nicht der geringste Anhaltspunkt’ (alle 18. Jh.). spurlos Adv. ‘ohne jeden Anhaltspunkt, Nachweis’ (18. Jh.). Spurweite f. ‘Schienenabstand’ bei der Eisenbahn (19. Jh.). großspurig Adj. ‘aufgeblasen, angeberisch’ (19. Jh.). spuren Vb. (von Wagen) ‘eine Spur halten’, übertragen ‘sich einordnen, nicht abweichen, gehorchen’ (19. Jh.). spüren Vb. jägersprachlich ‘die Spur suchen, ihr folgen’, übertragen (13. Jh.) ‘wahrnehmen, merken’, (17. Jh.) ‘empfinden, fühlen’, ahd. spurien, spurren ‘der Spur des Wildes nachgehen’ (8. Jh.), mhd. spürn, auch ‘etw. aufsuchen, wahrnehmen’, mnl. spōren, spueren ‘nachspüren, forschen, untersuchen’, nl. speuren, aengl. spyrian ‘eine Spur machen, verfolgen, reisen, nachforschen’, anord. spyrja, schwed. spörja ‘fragen, hören, erfahren’ (germ. *spurjan). spürbar Adj. ‘fühlbar, merklich’ (18. Jh.). Spürhund m. ‘Jagdhund für das Aufspüren der Fährte des Wildes’, ahd. spurihunt (11. Jh.), mhd. spürhunt. Spürsinn m. ‘Fähigkeit zur Fährtensuche’ (beim Jagdhund), ‘feines, untrügliches Gefühl, etw. zu finden’ (18. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
fühlbar · spürbar · tastbar  ●  palpabel  fachspr.
Synonymgruppe
deutlich · erkennbar · sichtlich · spürbar  ●  merklich  Hauptform · ersichtlich  geh., veraltet
Assoziationen
  • mit jedem Tag · von Tag zu Tag (+ Komparativ, z.B. 'besser')  ●  zusehends  Hauptform · jeden Tag (+ Komparativ)  ugs.
Synonymgruppe
fühlbar · in der Luft liegen · spürbar · wahrnehmbar · zu erahnen · zu spüren sein  ●  man kann es förmlich spüren  floskelhaft
Synonymgruppe
augenfällig · ausgeprägt · bezeichnend · charakteristisch · deutlich · fühlbar · in großem Umfang · markant · merklich · prägnant · signifikant · spürbar · stark

Typische Verbindungen zu ›spürbar‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spürbar‹.

Verwendungsbeispiele für ›spürbar‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den folgenden Oden tritt dann die Vision langsam zurück, zuerst nur an den äußersten Rändern wie ein leichtes Abwelken des Lichtes spürbar. [Le Fort, Gertrud von: Das Schweißtuch der Veronika, Frankfurt a. M.: Fischer 1959 [1928], S. 130]
Die gleichen Zwänge arbeiten heute spürbar genug an weiteren Veränderungen des Verhaltens über unseren Standard hinaus. [Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 452]
In allen diesen Werken ist deutlich ein Interesse am Erzählen spürbar. [Nitschke, August: Frühe christliche Reiche. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7153]
Die Kraft seiner Worte wurde erst mit der Zeit spürbar. [Die Zeit, 24.06.1999, Nr. 26]
Eine spürbare Veränderung würde erst eintreten, wenn die Verwaltung sich tatsächlich verpflichtet sehen würde, Arbeit anzubieten, denn darum drückt sie sich bisher. [Die Zeit, 13.09.1996, Nr. 38]
Zitationshilfe
„spürbar“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sp%C3%BCrbar>.

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