Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sparen

Grammatik Verb · spart, sparte, hat gespart
Aussprache  [ˈʃpaːʀən]
Worttrennung spa-ren
Wortbildung  mit ›sparen‹ als Erstglied: Sparaufkommen · Sparbeitrag · Sparbetrag · Sparbrenner · Sparbrief · Sparbuch · Sparbüchse · Spardose · Spardruck · Spareinlage · Spareinleger · Sparer · Sparflamme · Sparform · Sparfuchs · Sparförderung · Spargeld · Spargirokonto · Spargroschen · Sparguthaben · Sparhaushalt · Sparherd · Sparkasse · Sparkaufbrief · Sparkommissar · Sparkonto · Sparkurs · Sparleistung · Sparmarke · Sparmaßnahme · Sparmotor · Sparmöglichkeit · Sparofen · Sparpaket · Sparpfennig · Sparplan · Sparpolitik · Sparpreis · Sparprogramm · Sparprämie · Sparquote · Sparrate · Sparschwein · Sparstrumpf · Sparsumme · Spartarif · Spartätigkeit · Sparvertrag · Sparvorgabe · Sparvorschlag · Sparwille · Sparwillen · Sparziel · sparsam
 ·  mit ›sparen‹ als Letztglied: absparen · ansparen · aufsparen · aussparen · bausparen · einsparen · ersparen · kaputtsparen · prämiensparen · versparen · zusammensparen
 ·  mit ›sparen‹ als Binnenglied: Arbeit sparend · Energie sparend · Energiesparhaus · Energiesparlampe · Energiesparmaßnahme · Energiesparprogramm · Kosten sparend · Kraft sparend · Kräfte sparend · Platz sparend · Raum sparend · Steuer sparend · Steuersparmodell · Stromsparmodus · Zeit sparend · arbeitsparend · arbeitssparend · energiesparend · kostensparend · kraftsparend · kräftesparend · platzsparend · raumsparend · steuersparend · zeitsparend
 ·  mit ›sparen‹ als Grundform: Sparen
eWDG

Bedeutungen

1.
Geld (für etw.) spareneine im eigenen Besitz befindliche Geldsumme (unter Verzicht auf etw.) nicht ausgeben, sondern für einen bestimmten Zweck zurückbehalten (und auf ein Sparkonto einzahlen)
Beispiele:
ich habe (mir) in diesem Monat 100 Euro gespart
er hat in der letzten Zeit eifrig, fleißig, nichts gespart
für seine alten Tage (= für sein Alter) sparen
wir gingen zu Fuß und haben die Kosten für die Fahrt gespart
für, auf einen Kühlschrank, ein Auto sparen
wir sparen am Essen (= geben wenig Geld für Essen aus)
die Qualität ist nicht gut, da hast du am unrechten Ort gespart (= zu wenig Geld für eine Sache aufgewendet)
übertragen
Beispiel:
durch gute Planung können wir viel Zeit sparen (= für etw. anderes erübrigen)
2.
mit etw. wirtschaftlich umgehen
Beispiele:
Material sparen
mit jedem Gramm Butter sparen
sie spart am Fett beim Kochen (= nimmt zu wenig Fett)
mit den Rosinen beim Kuchen brauchst du nicht zu sparen
Strom sparen
man ging früh zu Bett, um Licht zu sparen
umgangssprachlicher sparte an allen Ecken und Enden
übertragen
Beispiel:
er sparte nicht mit Lob (= lobte sehr)
3.
sich [Dativ] etw. sparen könnenetw. als unnötig unterlassen können
Beispiele:
diese Mühe, diesen Weg hättest du dir sparen können
du kannst dir jedes Wort sparen!
die vielen Ermahnungen, Ratschläge kannst du dir sparen!
4.
veraltet sich sparensich vor Anstrengungen, Gefahren bewahren, sich schonen
Beispiel:
Aber er schonte sich nicht, er sparte sich nicht [ Feuchtw.Jüd. Krieg181]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sparen · Sparer · spärlich · sparsam · Sparsamkeit · Sparbüchse · Sparkasse
sparen Vb. ‘nicht völlig aufbrauchen, Geld nicht (völlig) ausgeben’, ahd. sparōn (8. Jh., vorwiegend frk.), sparēn (9. Jh., vorwiegend obd.), mhd. sparn ‘(ver)schonen, bewahren, beschützen, aufschieben, unterlassen’, asächs. sparon, mnd. spāren, sparren, mnl. spāren, nl. sparen, afries. sparia, aengl. sparian, engl. to spare, anord. schwed. spara (germ. *sparēn, *sparōn) ist abgeleitet von dem in ahd. spar ‘sparsam, knapp’ (10. Jh.), mnl. spaer, aengl. spær ‘kärglich, spärlich’, engl. spare, anord. sparr ‘sparsam, karg’ (germ. *spara-) belegten Adjektiv. Vergleichbar sind aind. sphirá- ‘feist’, lat. prosperus (aus *prospəros) ‘günstig, glücklich’, aruss. sporъ ‘reichlich, sich vermehrend’, russ. spóryj (спорый) ‘schnell, gelungen, erfolgreich’, die wie das germ. Adjektiv mit ro-Suffix im Sinne von ‘weit reichend, ausreichend’ zur Wurzel ie. *sp(h)ē(i)-, *spī- und *sphē-, *sphə- ‘gedeihen, sich ausdehnen, vorwärtskommen, Erfolg haben, gelingen’ (s. auch spät und sputen) gebildet sind. Die heutige Bedeutung ‘etw. (besonders Geld) zurücklegen, nicht aufbrauchen’ entwickelt sich im 16. Jh. Sparer m. ‘wer spart’ (16. Jh.), daher heute auch ‘Besitzer eines Sparkontos’. spärlich Adj. ‘kümmerlich, selten’ (16. Jh.), aus dem Adverb ahd. sparalīhho (9. Jh.), mhd. sperlīche ‘auf karge Weise’ (zum Adjektiv ahd. spar, s. oben). sparsam Adj. ‘nichts vergeudend, zum Sparen geneigt’, anfangs auch ‘kärglich’ (16. Jh.); dazu Sparsamkeit f. (16. Jh.). Sparbüchse f. ‘Behälter zum Aufbewahren von gespartem Geld’, mhd. sparbuchse (13. Jh.), sparbusse (14. Jh.). Sparkasse f. ‘öffentliche Einrichtung zur Aufbewahrung von Ersparnissen mit Zinszahlung’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Rotstift ansetzen · (jemanden) knapphalten · auf die Kostenbremse treten · einsparen · geizen (mit) · knausern (mit) · mit wenig Geld auskommen · sparen · sparsam leben · sparsam umgehen mit  ●  sparsam sein  Hauptform · auf seinem Geld sitzen  ugs., fig. · knapsen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Haus halten · haushalten · sparen · wirtschaften
Synonymgruppe
(Geld) zurücklegen · (sich) ansammeln (bei jemandem) · Ersparnisse machen · Rücklagen bilden · nicht ausgeben · nicht konsumieren · zusammenkommen (bei jemandem)  ●  (Geld) sparen  Hauptform · äufnen  schweiz. · (sich) (das Geld für) etwas zusammensparen  ugs. · auf die Seite legen  ugs., fig. · auf die hohe Kante legen  ugs., fig.
Assoziationen
  • Sparbetrag · Spareinlage · Sparguthaben
  • Bankkonto · Sparbuch · Sparkonto
  • (sich) etwas vom Munde absparen · (sich) jeden Bissen vom Munde absparen · auf jeden Cent gucken · sehr sparsam leben (müssen)  ●  jeden Pfennig zweimal umdrehen (müssen)  fig. · jeden Cent zweimal umdrehen (müssen)  ugs., fig.
  • (nur) wenig Geld (zur Verfügung) haben · (sehr) aufs Geld achten müssen · (sich) (etwas) nicht leisten können · (sich) nichts erlauben können · (sich) nichts leisten können · haushalten müssen · sein Geld zusammenhalten (müssen)  ●  (sich) nach der Decke strecken (müssen)  fig. · keine großen Sprünge machen können  fig. · aufs Geld gucken müssen  ugs. · es nicht so dicke haben  ugs. · jeden Cent zwei mal umdrehen (müssen)  ugs. · nicht drinsitzen  ugs. · nichts zu verschenken haben  ugs.
Synonymgruppe
(jemanden) verschonen (mit)  scherzhaft · (sich / jemandem etwas) ersparen  floskelhaft · (sich etwas) schenken  floskelhaft · (sich etwas) sparen  floskelhaft · verzichten (auf)  floskelhaft
Synonymgruppe
(die) Neuverschuldung begrenzen · sparen (verhüllend) · weniger Neukredite aufnehmen · weniger neue Schulden machen
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich das) Geld zusammensparen (für) · sparen (auf)
Synonymgruppe
(bei / an etwas) sparen · (möglichst) wenig verbrauchen · haushalten (mit) · haushälterisch umgehen (mit) · sparsam sein (mit)  ●  (etwas) sparen  ugs., Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›sparen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sparen‹.

Verwendungsbeispiele für ›sparen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn Sie sich selbst an diese Arbeiten machen, sparen Sie viel Geld. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 215]
Der Mann glaubt, Geld damit zu sparen, aber er irrt sich! [Dillenburger, Helmut: Das praktische Autobuch, Gütersloh: Bertelsmann 1965 [1957], S. 308]
Das kann man ändern, da läßt sich viel Geld sparen. [Der Spiegel, 19.05.1997]
Beide müssen sparen, aber sie tun es nicht am gleichen Ende. [Die Zeit, 20.04.2000, Nr. 17]
Sie spart, weil sie sich endlich ein Auto kaufen möchte. [Die Zeit, 28.10.1999, Nr. 44]
Zitationshilfe
„sparen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sparen>.

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