sparen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungspa-ren
Wortbildung mit ›sparen‹ als Erstglied: ↗Sparaufkommen · ↗Sparbetrag · ↗Sparbrief · ↗Sparbuch · ↗Sparbüchse · ↗Spardruck · ↗Spareinlage · ↗Sparer · ↗Sparflamme · ↗Spargeld · ↗Spargirokonto · ↗Spargroschen · ↗Sparguthaben · ↗Sparkasse · ↗Sparkaufbrief · ↗Sparkommissar · ↗Sparkonto · ↗Sparkurs · ↗Sparmaßnahme · ↗Sparmöglichkeit · ↗Sparpfennig · ↗Sparplan · ↗Sparpolitik · ↗Sparprogramm · ↗Sparschwein · ↗Sparstrumpf · ↗Sparsumme · ↗Spartätigkeit · ↗Sparwille · ↗Sparwillen · ↗sparsam
 ·  mit ›sparen‹ als Letztglied: ↗absparen · ↗ansparen · ↗aufsparen · ↗aussparen · ↗bausparen · ↗einsparen · ↗ersparen · ↗kaputtsparen · ↗prämiensparen · ↗versparen · ↗zusammensparen
 ·  mit ›sparen‹ als Binnenglied: ↗Energiesparhaus · ↗Energiesparlampe · ↗Energiesparmaßnahme · ↗Energiesparprogramm · ↗Steuersparmodell
 ·  Ableitung von ›sparen‹: ↗Sparen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Geld (für etw.) spareneine im eigenen Besitz befindliche Geldsumme (unter Verzicht auf etw.) nicht ausgeben, sondern für einen bestimmten Zweck zurückbehalten (und auf ein Sparkonto einzahlen)
Beispiele:
ich habe (mir) in diesem Monat 100 Euro gespart
er hat in der letzten Zeit eifrig, fleißig, nichts gespart
für seine alten Tage (= für sein Alter) sparen
wir gingen zu Fuß und haben die Kosten für die Fahrt gespart
für, auf einen Kühlschrank, ein Auto sparen
wir sparen am Essen (= geben wenig Geld für Essen aus)
die Qualität ist nicht gut, da hast du am unrechten Ort gespart (= zu wenig Geld für eine Sache aufgewendet)
übertragen
Beispiel:
durch gute Planung können wir viel Zeit sparen (= für etw. anderes erübrigen)
2.
mit etw. wirtschaftlich umgehen
Beispiele:
Material sparen
mit jedem Gramm Butter sparen
sie spart am Fett beim Kochen (= nimmt zu wenig Fett)
mit den Rosinen beim Kuchen brauchst du nicht zu sparen
Strom sparen
man ging früh zu Bett, um Licht zu sparen
umgangssprachlich er sparte an allen Ecken und Enden
übertragen
Beispiel:
er sparte nicht mit Lob (= lobte sehr)
3.
sich [Dativ] etw. sparen könnenetw. als unnötig unterlassen können
Beispiele:
diese Mühe, diesen Weg hättest du dir sparen können
du kannst dir jedes Wort sparen!
die vielen Ermahnungen, Ratschläge kannst du dir sparen!
4.
sich sparen veraltet sich vor Anstrengungen, Gefahren bewahren, sich schonen
Beispiel:
Aber er schonte sich nicht, er sparte sich nicht [Feuchtw.Jüd. Krieg181]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sparen · Sparer · spärlich · sparsam · Sparsamkeit · Sparbüchse · Sparkasse
sparen Vb. ‘nicht völlig aufbrauchen, Geld nicht (völlig) ausgeben’, ahd. sparōn (8. Jh., vorwiegend frk.), sparēn (9. Jh., vorwiegend obd.), mhd. sparn ‘(ver)schonen, bewahren, beschützen, aufschieben, unterlassen’, asächs. sparon, mnd. spāren, sparren, mnl. spāren, nl. sparen, afries. sparia, aengl. sparian, engl. to spare, anord. schwed. spara (germ. *sparēn, *sparōn) ist abgeleitet von dem in ahd. spar ‘sparsam, knapp’ (10. Jh.), mnl. spaer, aengl. spær ‘kärglich, spärlich’, engl. spare, anord. sparr ‘sparsam, karg’ (germ. *spara-) belegten Adjektiv. Vergleichbar sind aind. sphirá- ‘feist’, lat. prosperus (aus *prospəros) ‘günstig, glücklich’, aruss. sporъ ‘reichlich, sich vermehrend’, russ. spóryj (спорый) ‘schnell, gelungen, erfolgreich’, die wie das germ. Adjektiv mit ro-Suffix im Sinne von ‘weit reichend, ausreichend’ zur Wurzel ie. *sp(h)ē(i)-, *spī- und *sphē-, *sphə- ‘gedeihen, sich ausdehnen, vorwärtskommen, Erfolg haben, gelingen’ (s. auch ↗spät und ↗sputen) gebildet sind. Die heutige Bedeutung ‘etw. (bes. Geld) zurücklegen, nicht aufbrauchen’ entwickelt sich im 16. Jh. Sparer m. ‘wer spart’ (16. Jh.), daher heute auch ‘Besitzer eines Sparkontos’. spärlich Adj. ‘kümmerlich, selten’ (16. Jh.), aus dem Adverb ahd. sparalīhho (9. Jh.), mhd. sperlīche ‘auf karge Weise’ (zum Adjektiv ahd. spar, s. oben). sparsam Adj. ‘nichts vergeudend, zum Sparen geneigt’, anfangs auch ‘kärglich’ (16. Jh.); dazu Sparsamkeit f. (16. Jh.). Sparbüchse f. ‘Behälter zum Aufbewahren von gespartem Geld’, mhd. sparbuchse (13. Jh.), sparbusse (14. Jh.). Sparkasse f. ‘öffentliche Einrichtung zur Aufbewahrung von Ersparnissen mit Zinszahlung’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(den) Rotsift ansetzen · ↗(jemanden) knapphalten · ↗einsparen · ↗geizen (mit) · ↗knausern (mit) · mit wenig Geld auskommen · sparen · sparsam leben · sparsam umgehen mit  ●  sparsam sein  Hauptform · auf seinem Geld sitzen  ugs., fig. · ↗knapsen  ugs.
Unterbegriffe
  • am falschen Ende sparen · da sparen, wo es am Ende keinen Vorteil bringt · da sparen, wo es wenig Sinn macht
Assoziationen
Synonymgruppe
Haus halten · ↗haushalten · sparen · ↗wirtschaften
Unterbegriffe
Synonymgruppe
(Geld) zurücklegen · ↗(sich) ansammeln (bei jemandem) · Ersparnisse machen · Rücklagen bilden · nicht ausgeben · nicht konsumieren · ↗zusammenkommen (bei jemandem)  ●  (Geld) sparen  Hauptform · ↗äufnen  schweiz. · (sich) (das Geld für) etwas zusammensparen  ugs. · auf die Seite legen  ugs., fig. · auf die hohe Kante legen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(darauf) verzichten, etwas zu tun · (es) dabei belassen · ↗(sich etwas) ersparen · ↗(sich) beherrschen (etwas zu tun) · Abstand nehmen (von etwas) · ↗absehen (von) · ↗aufhören · ↗bleibenlassen · nicht machen · nicht tun  ●  ↗unterlassen  Hauptform · (es) gut sein lassen  ugs. · ↗(etwas) drangeben  ugs. · ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · ↗(sich etwas) schenken  ugs. · (sich etwas) sparen  ugs. · ↗(sich etwas) verkneifen  ugs. · (sich etwas) von der Backe putzen  ugs., fig. · (sich) die Mühe sparen (können)  ugs. · ↗(sich) verabschieden (von etwas)  ugs. · (von etwas) die Finger lassen  ugs. · ↗bleiben lassen  ugs. · gar nicht erst versuchen  ugs. · ↗lassen  ugs. · ↗sausen lassen  ugs. · sein lassen  ugs.
Assoziationen
  • erfolglos · ohne Erfolg · ↗umsonst · ↗vergebens  ●  ↗fruchtlos (Anwaltsdeutsch)  Jargon · ↗vergeblich  Hauptform · (an/bei jemandem/etwas ist) Hopfen und Malz verloren  ugs. · außer Spesen nichts gewesen  ugs., Spruch · da kommt nix bei rum  ugs., salopp · dabei kommt nichts (he)rum  ugs. · ↗frustran (medizinisch)  fachspr. · für die Katz  ugs. · für die Tonne  ugs. · für nichts und wieder nichts  ugs. · kannst du knicken  ugs. · kannst du vergessen  ugs. · vergebene Liebesmüh  ugs. · vergebliche Liebesmüh  ugs.
  • (die) Finger lassen (von) · nicht anfassen · nicht anrühren  ●  nicht anpacken  ugs. · nicht gehen an  ugs.
  • (einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · ↗fallen lassen · ↗fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · ↗stoppen · ↗vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
Synonymgruppe
(die) Neuverschuldung begrenzen · sparen (verhüllend) · weniger Neukredite aufnehmen · weniger neue Schulden machen
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ecken Energie Euro Geld Kosten Kritik Lob Menge Milliarden Millionen Mühe Personal Personalkosten Sprit Stelle Steuern Zeit anspart aufspart ausspart dadurch ein einsparen eisern jährlich kräftig man rund sparen viel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sparen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So spart er Geld, muss weniger konsumieren und arbeitet sich auch nicht urlaubsreif.
Die Zeit, 04.02.2013, Nr. 05
Ich hätte auf einen sparen können, aber dann hätte ich keine Platten mehr kaufen können.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 66
Wenn Sie sich selbst an diese Arbeiten machen, sparen Sie viel Geld.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 215
Ich sparte so lange, bis ich mir das Buch kaufen konnte.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 31107
Ich überzählte meine Mittel: mehrere hundert Mark hatte ich mir gespart.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 768
Zitationshilfe
„sparen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sparen>, abgerufen am 22.01.2018.

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