Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

sparsam

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung spar-sam
Wortzerlegung sparen -sam
Wortbildung  mit ›sparsam‹ als Erstglied: Sparsamkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
wenig verbrauchend, mit wenigem auskommend
Beispiele:
eine sparsame Hausfrau
sparsam wirtschaften
mit den Lebensmitteln, mit Material, Papier sparsam umgehen
dieses Waschmittel ist sparsam im Verbrauch (= reicht lange)
2.
spärlich, nicht reichlich
Beispiele:
der sparsame Verdienst
ein sparsames Lob
eine sparsam kommentierte Übersicht
ein sparsam möbliertes Zimmer
das Kleid ist sparsam verziert
die sparsam angebrachten Fensteröffnungen liegen nach der Straße
er trug einen sparsamen (= kleinen) Backenbart
wenig
Beispiele:
mit sparsamen Worten sprach er über seine Erlebnisse
das sparsam (= dünn) bewaldete Land
die Formen des Körpers zeichneten sich nur sparsam ab
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sparen · Sparer · spärlich · sparsam · Sparsamkeit · Sparbüchse · Sparkasse
sparen Vb. ‘nicht völlig aufbrauchen, Geld nicht (völlig) ausgeben’, ahd. sparōn (8. Jh., vorwiegend frk.), sparēn (9. Jh., vorwiegend obd.), mhd. sparn ‘(ver)schonen, bewahren, beschützen, aufschieben, unterlassen’, asächs. sparon, mnd. spāren, sparren, mnl. spāren, nl. sparen, afries. sparia, aengl. sparian, engl. to spare, anord. schwed. spara (germ. *sparēn, *sparōn) ist abgeleitet von dem in ahd. spar ‘sparsam, knapp’ (10. Jh.), mnl. spaer, aengl. spær ‘kärglich, spärlich’, engl. spare, anord. sparr ‘sparsam, karg’ (germ. *spara-) belegten Adjektiv. Vergleichbar sind aind. sphirá- ‘feist’, lat. prosperus (aus *prospəros) ‘günstig, glücklich’, aruss. sporъ ‘reichlich, sich vermehrend’, russ. spóryj (спорый) ‘schnell, gelungen, erfolgreich’, die wie das germ. Adjektiv mit ro-Suffix im Sinne von ‘weit reichend, ausreichend’ zur Wurzel ie. *sp(h)ē(i)-, *spī- und *sphē-, *sphə- ‘gedeihen, sich ausdehnen, vorwärtskommen, Erfolg haben, gelingen’ (s. auch spät und sputen) gebildet sind. Die heutige Bedeutung ‘etw. (besonders Geld) zurücklegen, nicht aufbrauchen’ entwickelt sich im 16. Jh. Sparer m. ‘wer spart’ (16. Jh.), daher heute auch ‘Besitzer eines Sparkontos’. spärlich Adj. ‘kümmerlich, selten’ (16. Jh.), aus dem Adverb ahd. sparalīhho (9. Jh.), mhd. sperlīche ‘auf karge Weise’ (zum Adjektiv ahd. spar, s. oben). sparsam Adj. ‘nichts vergeudend, zum Sparen geneigt’, anfangs auch ‘kärglich’ (16. Jh.); dazu Sparsamkeit f. (16. Jh.). Sparbüchse f. ‘Behälter zum Aufbewahren von gespartem Geld’, mhd. sparbuchse (13. Jh.), sparbusse (14. Jh.). Sparkasse f. ‘öffentliche Einrichtung zur Aufbewahrung von Ersparnissen mit Zinszahlung’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sehr) sparsam · geizig · knauserig  ●  preisbewusst  positiv · filzig  ugs. · knickerig  ugs. · knickrig  ugs. · kniepig  ugs., norddeutsch · schrappig  ugs., ruhrdt. · sitzt auf seinem Geld  ugs. · zugeknöpft  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Antonyme
Technik
Synonymgruppe
Energie sparend · Strom sparend · energiesparend · sparsam · stromsparend · verbrauchsgünstig
Synonymgruppe
Einfachst- (Wortzusatz) · anspruchslos · asketisch · aufs (absolut) Wesentliche reduziert · aufs Notwendigste reduziert · in reinster Funktionalität · nur mit dem Allernotwendigsten ausgestattet · nur mit dem Allernotwendigsten versehen · puristisch · puritanisch · sparsam (ausgestattet) · spartanisch · streng (reduziert, zurückgenommen o.ä.)
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›sparsam‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sparsam‹.

Verwendungsbeispiele für ›sparsam‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir Alten waren mit den Worten immer sparsam, weil wir uns schämten, mit den Taten hinter ihnen zurückzubleiben! [Dwinger, Edwin Erich: Die letzten Reiter, Jena: Eugen Diederichs 1935, S. 379]
Auch wenn man Rot am liebsten von allen Farben mag, sollte man sparsam damit umgehen. [o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 111]
Im Vergleich mit seinem Vater begann er, bereits Farben weniger sparsam zu handhaben. [o. A.: Lexikon der Kunst - C. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 20858]
Aber auch an anderer Stelle war der Hersteller beim Bestücken des Boards sehr sparsam. [C't, 1998, Nr. 15]
Und angezogen sind die natürlich auch alle viel besser als ihr sparsamer Lehrer. [Die Zeit, 04.11.1999, Nr. 45]
Zitationshilfe
„sparsam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sparsam>.

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