spicken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungspi-cken
Wortbildung mit ›spicken‹ als Erstglied: ↗Spickaal · ↗Spicker · ↗Spickgans · ↗Spicknadel · ↗Spickzettel
 ·  mit ›spicken‹ als Grundform: ↗bespicken  ·  formal verwandt mit: ↗phrasengespickt · ↗scherbengespickt
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mageres Fleisch vor dem Braten mit Speckstreifen durchziehen, um es saftiger zu machen
Beispiele:
sie spickt den Hasen, eine Rehkeule
gespickter Rehbraten
2.
salopp etw. mit etw. spickenetw. gut, reichlich mit etw. versehen, ausstatten
Beispiele:
seine Brieftasche war mit Banknoten gespickt
er spickte seinen Vortrag mit Zitaten, Anekdoten
Der Weg zum Tonkünstler ist lang und mit Fingerübungen und Mißtönen gespickt [Tageszeitung1956]
eine für unübersteigbar gehaltene, oben vorsorglich mit Flaschenscherben gespickte rote Ziegelmauer ... schied streng die beiden Asyle [PenzoldtErdenwurm74]
3.
salopp jmdn. bestechen, jmdn. übermäßig hoch bezahlen
Beispiel:
Stanislaus wartet auf seine Hochzeit, spickt einen Schreiber und erfährt, daß er fernverheiratet werden soll [StrittmatterWundertäter399]
4.
landschaftlich als Schüler unerlaubt abschreiben, ablesen
Beispiele:
er ist beim Spicken erwischt worden
er versuchte zu spicken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spicken · Spicknadel
spicken Vb. ‘mageres Fleisch mit Speckstreifen durchziehen’. Frühnhd. spicken (15. Jh.), mnd. specken, spicken, nd. spicken, nl. spekken sind von den unter ↗Speck (s. d.) behandelten Substantiven abgeleitet. Die anfängliche Verwendung ‘mit etw. anfüllen’, auch ‘fett machen, mästen’ (15. Jh.) wird bald erweitert, z. B. ‘Reden, Schriftstücke mit Zitaten anfüllen’ (16. Jh.), ein gespickter (‘gefüllter’) (Geld)beutel (um 1700), ‘jmdn. bestechen’ (17. Jh.), nd. sik spicken ‘sich bereichern’ (um 1800). Daraus (wenn nicht entlehnt aus lat. specere, spicere ‘sehen’, cōnspicere ‘hin-, anschauen’ oder als Intensivbildung zu ↗spähen, s. d., aufzufassen, wie zücken zu ziehen) entwickelt sich schülersprachliches spicken ‘abgucken, abschreiben’ (Anfang 18. Jh.), vgl. nachspicken (2. Hälfte 17. Jh.), abspicken (Ende 17. Jh.), Spicker ‘Abschreiber’ (Anfang 17. Jh.), Spickzettel ‘Zettel, von dem heimlich abgeschrieben wird’ (19. Jh.). Spicknadel f. ‘Nadel, mit der Speckstreifen durch Fleisch gezogen werden’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abgucken · ↗abkupfern · ↗abschreiben · ↗kiebitzen · ↗mogeln · ↗schummeln  ●  abspicken  ugs. · spicken  ugs. · spinxen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
anfüllen · spicken · ↗vollstopfen  ●  ↗vollpfropfen  ugs. · ↗zumüllen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anekdote Anglizismus Anmerkung Anspielung Fachausdruck Fakt Fremdwort Fußnote Kader Kalender Knoblauchzehe Mine Nadel Nagel Nelke Peinlichkeit Pfeil Rasierklinge Schilderunge Seitenhieb Sensor Speck Sprengsatz Stecknadel Terminkalender Verweis Vokabel Zitat braten würzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spicken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die internationale Politik am Beginn dieses Jahrhunderts ist gespickt mit Lügen.
Süddeutsche Zeitung, 13.05.2004
Er spickt seine Briefe mit nie ganz korrekt aus dem Kopf zitierten Versen - es scheint, er hat die gesamte französische Literatur abrufbereit.
Die Welt, 10.07.1999
Das Werk ist gespickt mit Liedern, Balladen, Hymnen und Chören.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 233
Sie werden in eine mit Speck ausgelegte Pfanne gelegt, oft auch gespickt.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 223
Jetzt steht es da inmitten der Tausende, gespickt mit bunten Spießen, überschwemmt mit Blut, dumpf und schmerz voll brüllend, Wasser lassend, süchtig nach Tod.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 285
Zitationshilfe
„spicken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spicken>, abgerufen am 23.09.2019.

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