Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

spielerisch

Grammatik Adjektiv · Komparativ: spielerischer · Superlativ: am spielerischsten, Steigerung selten
Aussprache 
Worttrennung spie-le-risch
Wortzerlegung Spieler -isch
eWDG

Bedeutungen

1.
wie im Spiel, leichthin, wie absichtslos, unverkrampft
Beispiele:
spielerische Leichtigkeit, Fertigkeit
die Hände glitten spielerisch über die Tasten
Dabei hat er [Picasso] aber gleichzeitig unendlich viele Werke … aus spielerischer Freude am Gestalten und Finden geschaffen [ Natur u. Heimat1962]
2.
das (sportliche) Spiel betreffend
Grammatik: attributiv bzw. adverbiell
Beispiele:
ein spielerisches Training
ein spielerisch überlegener Gegner
die Mannschaft hat in diesem Turnier spielerisch profitiert
3.
ohne Ernst, Verantwortung, oberflächlich
Beispiel:
seine Beziehung zum Lernen ist noch recht spielerisch
4.
zierlich
Beispiele:
ein spielerisches Dekor
Spielerische Goldsesselchen mit dünnen Beinchen standen herum [ DurieuxTür152]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spiel · spielen · spielend · abspielen · aufspielen · zuspielen · Anspielung · Spieler · spielerisch · Spielmann · Spielraum · Spielsachen · Spielwaren · Spielzeug
Spiel n. ‘nicht auf Nutzen ausgerichtete, vergnügliche, mit Ernst betriebene Tätigkeit, Zeitvertreib, Vergnügen, Wettkampf’. Die Herkunft des nur kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (bzw. Verbs, s. unten) ahd. (9. Jh.), mhd. spil ‘Tanz, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen, Musik, Waffen-, Kampfspiel, Wettkampf’, asächs. spil, mnd. mnl. spel, spil, nl. spel, afries. spil, spel (schwed. spel, dän. spil, norw. spill sind wie aengl. spilian, schwed. spela, dän. spille Entlehnungen) ist unbekannt. Vom Substantiv westgerm. *spila- ist abgeleitet schwach flektierendes spielen Vb. ahd. spilōn (8. Jh.), mhd. spiln, spilen ‘Scherz treiben, sich vergnügen (mit Leibesübungen, Kampfspiel, Brett- oder Würfelspiel), sich lebhaft bewegen, fröhlich sein, musizieren’, asächs. spilon, mnd. spēlen, spillen, mnl. spēlen, nl. spelen, afries. spilia (westgerm *spilōn). Die Ausgangsbedeutung ist ‘Tanz, tänzerische Bewegung’ bzw. ‘tanzen, sich lebhaft bewegen’. Das Substantiv erscheint vielfach in festen Wendungen, vgl. das Spiel verderben ‘einen Spaß zunichte machen’, (mit) im Spiel sein ‘aktiv beteiligt sein, von Bedeutung sein’ (16. Jh.), die Hand mit im Spiel haben ‘beteiligt sein’, ins Spiel bringen ‘beteiligen, einbeziehen’ (18. Jh.). – spielend Adv. ‘leicht, mühelos wie im Spiel’ (17. Jh.), eigentlich Part. Präs. zum oben genannten Verb. abspielen Vb. ‘probeweise durchspielen’ (16. Jh.), ‘etw. bis zum Ende darbieten’ (17. Jh.), ‘(sich) durch Spielen ermüden, abnutzen’ (17. Jh.), ‘abgewinnen’ im Spiel (17. Jh.), ‘von einer Vorlage spielen’ (19. Jh.), im Fußball ‘den Ball an den nächsten Spieler abgeben’, auch ‘eine Schallplatte, ein Tonband ablaufen lassen’ (20. Jh.), reflexiv ‘sich ereignen, vor sich gehen’ (Anfang 19. Jh.). aufspielen Vb. ‘(auf einem Instrument Musik) vortragen, musizieren’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich in den Vordergrund rücken, großtun’ (19. Jh.). zuspielen Vb. ‘jmdm. etw. (heimlich) verschaffen, einen Vorteil zukommen lassen’ (17. Jh., ausgehend vom Kartenspiel). Anspielung f. ‘(versteckte) Andeutung’ (17. Jh.), nach gleichbed. lat. allūsio. Spieler m. ‘wer spielt’ (besonders Schauspieler), ‘wer ein Glücksspiel spielt’, ahd. spilāri ‘Handpaukenschläger, Tänzer, Gaukler, Schauspieler’ (um 900), mhd. spilære, spiler. spielerisch Adj. ‘ohne ernste Absicht, locker, leicht’ (17. Jh.), ‘wie ein Spieler’ (16. Jh.). Spielmann m. ‘volkstümlicher Musikant’ (16. Jh.), ‘Regimentsmusiker’ (18. Jh.), ahd. spilman ‘Spaßmacher, Schauspieler, Musiker’ (9. Jh.), mhd. spilman ‘fahrender Sänger, Musikant, Gaukler’. Spielraum m. ‘Bewegungsraum, Möglichkeit’ (18. Jh.); anfangs besonders das Verhältnis der Weite eines Geschützrohres zu dem angepaßten, die Gleitfähigkeit gewährenden Durchmesser des Geschosses. Spielsachen Plur. ‘für Kinder zum Spielen hergestellte Gegenstände’, Spielwaren Plur. ‘Spielsachen als Handelsgegenstand’ (beide 18. Jh.). Spielzeug n. ‘Spielsachen’ (17. Jh.), ‘Musikinstrument’ (17. Jh.), ‘Gewinnspiel, Brett-, Würfel-, Kartenspiel’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
lässig · mit Leichtigkeit · mit leichter Hand · mit routinierter Gelassenheit · mit spielerischer Leichtigkeit · ohne Anstrengung · ohne Mühe · ohne die geringste Mühe · ohne jede Anstrengung · spielerisch · unangestrengt  ●  aus dem Handgelenk  fig. · mit dem kleinen Finger  fig. · mühelos  Hauptform · (immer) locker vom Hocker  ugs., Spruch · aus dem Effeff  ugs. · ganz easy  ugs. · im Schlaf  ugs., fig. · mal eben so  ugs. · mit links  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
nach Art eines Spiel(er)s · nicht ernsthaft · spielerisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›spielerisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spielerisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›spielerisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ausgerechnet mir soll es gelungen sein, spielerisch Schluß zu machen. [Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 224]
Es kommt also nicht nur auf die spielerischen Qualitäten an? [konkret, 1994]
Kämpferisch zeigte sich das Team auch verbessert, spielerisch lief aber erneut nur wenig zusammen. [Die Zeit, 29.11.2013 (online)]
Schwach in der Offensive und spielerisch stark limitiert war erneut nichts zu holen. [Die Zeit, 25.08.2013 (online)]
Der Rahmen des Films ist spielerisch, doch niemand spielt bloß. [Die Zeit, 07.01.2013, Nr. 01]
Zitationshilfe
„spielerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spielerisch>.

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