spielerisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungspie-le-risch (computergeneriert)
WortzerlegungSpieler-isch
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
wie im Spiel, leichthin, wie absichtslos, unverkrampft
Beispiele:
spielerische Leichtigkeit, Fertigkeit
die Hände glitten spielerisch über die Tasten
Dabei hat er [Picasso] aber gleichzeitig unendlich viele Werke ... aus spielerischer Freude am Gestalten und Finden geschaffen [Natur u. Heimat1962]
2.
attributiv, adverbiell
das (sportliche) Spiel betreffend
Beispiele:
ein spielerisches Training
ein spielerisch überlegener Gegner
die Mannschaft hat in diesem Turnier spielerisch profitiert
3.
ohne Ernst, Verantwortung, oberflächlich
Beispiel:
seine Beziehung zum Lernen ist noch recht spielerisch
4.
zierlich
Beispiele:
ein spielerisches Dekor
Spielerische Goldsesselchen mit dünnen Beinchen standen herum [DurieuxTür152]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spiel · spielen · spielend · abspielen · aufspielen · zuspielen · Anspielung · Spieler · spielerisch · Spielmann · Spielraum · Spielsachen · Spielwaren · Spielzeug
Spiel n. ‘nicht auf Nutzen ausgerichtete, vergnügliche, mit Ernst betriebene Tätigkeit, Zeitvertreib, Vergnügen, Wettkampf’. Die Herkunft des nur kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (bzw. Verbs, s. unten) ahd. (9. Jh.), mhd. spil ‘Tanz, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen, Musik, Waffen-, Kampfspiel, Wettkampf’, asächs. spil, mnd. mnl. spel, spil, nl. spel, afries. spil, spel (schwed. spel, dän. spil, norw. spill sind wie aengl. spilian, schwed. spela, dän. spille Entlehnungen) ist unbekannt. Vom Substantiv westgerm. *spila- ist abgeleitet schwach flektierendes spielen Vb. ahd. spilōn (8. Jh.), mhd. spiln, spilen ‘Scherz treiben, sich vergnügen (mit Leibesübungen, Kampfspiel, Brett- oder Würfelspiel), sich lebhaft bewegen, fröhlich sein, musizieren’, asächs. spilon, mnd. spēlen, spillen, mnl. spēlen, nl. spelen, afries. spilia (westgerm *spilōn). Die Ausgangsbedeutung ist ‘Tanz, tänzerische Bewegung’ bzw. ‘tanzen, sich lebhaft bewegen’. Das Substantiv erscheint vielfach in festen Wendungen, vgl. das Spiel verderben ‘einen Spaß zunichte machen’, (mit) im Spiel sein ‘aktiv beteiligt sein, von Bedeutung sein’ (16. Jh.), die Hand mit im Spiel haben ‘beteiligt sein’, ins Spiel bringen ‘beteiligen, einbeziehen’ (18. Jh.). spielend Adv. ‘leicht, mühelos wie im Spiel’ (17. Jh.), eigentlich Part. Präs. zum oben genannten Verb. abspielen Vb. ‘probeweise durchspielen’ (16. Jh.), ‘etw. bis zum Ende darbieten’ (17. Jh.), ‘(sich) durch Spielen ermüden, abnutzen’ (17. Jh.), ‘abgewinnen’ im Spiel (17. Jh.), ‘von einer Vorlage spielen’ (19. Jh.), im Fußball ‘den Ball an den nächsten Spieler abgeben’, auch ‘eine Schallplatte, ein Tonband ablaufen lassen’ (20. Jh.), reflexiv ‘sich ereignen, vor sich gehen’ (Anfang 19. Jh.). aufspielen Vb. ‘(auf einem Instrument Musik) vortragen, musizieren’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich in den Vordergrund rücken, großtun’ (19. Jh.). zuspielen Vb. ‘jmdm. etw. (heimlich) verschaffen, einen Vorteil zukommen lassen’ (17. Jh., ausgehend vom Kartenspiel). Anspielung f. ‘(versteckte) Andeutung’ (17. Jh.), nach gleichbed. lat. allūsio. Spieler m. ‘wer spielt’ (besonders Schauspieler), ‘wer ein Glücksspiel spielt’, ahd. spilāri ‘Handpaukenschläger, Tänzer, Gaukler, Schauspieler’ (um 900), mhd. spilære, spiler. spielerisch Adj. ‘ohne ernste Absicht, locker, leicht’ (17. Jh.), ‘wie ein Spieler’ (16. Jh.). Spielmann m. ‘volkstümlicher Musikant’ (16. Jh.), ‘Regimentsmusiker’ (18. Jh.), ahd. spilman ‘Spaßmacher, Schauspieler, Musiker’ (9. Jh.), mhd. spilman ‘fahrender Sänger, Musikant, Gaukler’. Spielraum m. ‘Bewegungsraum, Möglichkeit’ (18. Jh.); anfangs besonders das Verhältnis der Weite eines Geschützrohres zu dem angepaßten, die Gleitfähigkeit gewährenden Durchmesser des Geschosses. Spielsachen Plur. ‘für Kinder zum Spielen hergestellte Gegenstände’, Spielwaren Plur. ‘Spielsachen als Handelsgegenstand’ (beide 18. Jh.). Spielzeug n. ‘Spielsachen’ (17. Jh.), ‘Musikinstrument’ (17. Jh.), ‘Gewinnspiel, Brett-, Würfel-, Kartenspiel’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
leichthin · ↗lässig · mit Leichtigkeit · mit leichter Hand · mit routinierter Gelassenheit · mit spielerischer Leichtigkeit · ohne Anstrengung · ohne die geringste Mühe · ohne jede Anstrengung · spielerisch · ↗unangestrengt  ●  aus dem Handgelenk  fig. · mit dem kleinen Finger  fig. · ↗mühelos  Hauptform · (immer) locker vom Hocker  ugs., Spruch · aus dem Effeff  ugs. · im Schlaf  ugs., fig. · mal eben so  ugs. · mit links  ugs.
Assoziationen
  • Leichtigkeit · ↗Spielerei · einfache Sache · einfachste Sache der Welt  ●  ↗(das) (reinste) Kinderspiel  fig. · (ein) Leichtes (für jemanden)  Hauptform · ↗(ein) Kinderspiel  ugs., fig. · (jemanden nur) ein Lächeln kosten  ugs., fig. · (nur ein) Klacks mit der Wichsbürste  ugs. · ↗(nur) (eine) Fingerübung  ugs. · ↗Klacks  ugs. · ↗Kleinigkeit  ugs. · ↗Pappenstiel  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Sonntagsspaziergang  ugs., fig. · ↗Spaziergang  ugs., fig. · ein Leichtes  ugs. · eine meiner leichtesten Übungen  ugs., Redensart · kein Hexenwerk  ugs. · kein Kunststück  ugs. · keine Hexerei  ugs. · kleine Fische  ugs., fig. · wenn's weiter nichts ist ...  ugs., Spruch
  • gefühlsmäßig · ↗instinktgesteuert · ↗instinktiv · ↗instinktmäßig · ↗intuitiv · mit schlafwandlerischer Sicherheit · ↗unterbewusst  ●  aus dem Bauch (heraus)  fig. · mit nachtwandlerischer Sicherheit  fig. · mit traumwandlerischer Sicherheit  fig. · nach Bauchgefühl  fig. · nach Nase  ugs. · stinkelingpief  ugs.
  • (eine Sache) beherrschen · Fähigkeiten haben  ●  ↗(es) (einfach) draufhaben  ugs. · (etwas) auf dem Kasten haben  ugs. · (schwer) was drauf haben  ugs. · das Zeug dazu haben  ugs. · im Griff haben  ugs. · viel auf dem Kasten haben  ugs. · was können  ugs.
  • (etwas) kann jeder · ↗(sehr) einfach · ↗(sehr) leicht · ganz einfach · ganz leicht · jedes Kind kann das · keine Kunst (sein) · ↗simpel · so einfach wie eins und eins ist zwei · spielend einfach · supereinfach · ↗trivial · ↗unschwer  ●  ↗kinderleicht  Hauptform · mit dem kleinen Finger  fig. · nichts leichter als das!  Spruch · (etwas) im Stehen auf der Treppe erledigen  ugs., selten · babyeinfach  ugs. · babyleicht  ugs. · ein Leichtes (sein)  geh. · ich bin jahrelang ... gewesen  ugs. · jeder Idiot kann das  derb · kein Hexenwerk  ugs., fig. · keine Hexerei  ugs., fig. · nicht allzu viel dazu gehören (zu)  ugs. · nichts dabei sein  ugs. · pille-palle  ugs.
  • (jemandem) keine Mühe machen · (jemandem) leicht von der Hand gehen · (jemandem) ohne Anstrengung zufallen · (sich) leichttun · ↗leichtfallen · mühelos schaffen  ●  (jemandem) fliegen die gebratenen Tauben in den Mund  fig., veraltend, sprichwörtlich · (jemandem) in den Schoß fallen  fig. · (jemandem) fliegen die gebratenen Tauben ins Maul  derb, fig., sprichwörtlich · ↗(jemandem) zufliegen  ugs. · nichts tun müssen (für)  ugs.
  • (jemandem) leichtfallen · (sich) etwas nicht (sehr) zu Herzen nehmen · (sich) nicht überwinden müssen · leichten Herzens (tun) · mit leichtem Herzen (tun) · nicht lange darüber nachdenken · nicht weiter darüber nachdenken  ●  (für jemanden) die normalste Sache der Welt sein  ugs.
  • Kantersieg · klarer Sieg · müheloser Sieg
Synonymgruppe
nach Art eines Spiel(er)s · nicht ernsthaft · spielerisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akzent Betrachten Brillanz Defizit Eleganz Element Glanz Glanzlicht Glanzpunkt Hinsicht Klasse Können Leichtigkeit Lernen Mittel Offenbarungseid Potential Potenzial Qualität Umgang konditionell kämpferisch limitiert läuferisch mithalten taktisch unterlegen Übergewicht Überlegenheit überlegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spielerisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als wir im Kopf freier wurden, lief es spielerisch besser.
Bild, 01.09.2004
Die Schweizer haben nicht versucht, uns mit spielerischen Mitteln zu schlagen.
Der Tagesspiegel, 30.04.2002
Ausgerechnet mir soll es gelungen sein, spielerisch Schluß zu machen.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 224
Man hatte gemeinsam Homer in der Voßschen Übersetzung gelesen und versuchte sich nun spielerisch in seiner Manier.
Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 290
Die Hände hinter dem Rücken verschränkt, ging sie vor ihm her, furchtlos, unwissend und spielerisch.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 34
Zitationshilfe
„spielerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spielerisch>, abgerufen am 18.09.2019.

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