Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

spillerig

Grammatik Adjektiv
Nebenform spillrig
Aussprache 
Worttrennung spil-le-rig ● spill-rig
eWDG

Bedeutung

landschaftlich, besonders norddeutsch dürr, schmächtig
Beispiele:
Ein Mädchen mit langen, dünnen Gliedern, ein spilleriges Ding [ M. W. SchulzStaub im Wind254]
Darauf hat er mich fürchterlich verhauen, denn das konnte er, obwohl er nur spillerig war [ WelkGrambauer51]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spindel · Spille · Spill · spill(e)rig · spindeldürr
Spindel f. ‘in Drehung versetzbares walzenförmiges Holzstück, auf das sich beim Spinnen der Faden aufwickelt’, ahd. spinula, spenula (9. Jh.), mit eingeschobenem Dental spindel (Hs. 13. Jh.), mhd. spinnel, spinele, spille, frühnhd. spindel, asächs. spinnila, mnd. spindel, spinnel, afries. spindel, aengl. spinel, engl. spindle ist eine mit dem fem. Suffix germ. -ilō(n) gebildete Gerätebezeichnung (germ. *spennilō f.) zu dem unter spinnen (s. d.) behandelten Verb mit einem zwischen n und l eingefügten Gleitlaut d. Daneben schon früh assimiliertes ahd. spilla, mnd. spille, nl. spil, nhd. Spille f. ‘Spindel’, nordd. (Seemannssprache) Spill n. ‘Winde’ mit senkrechter Achse zum Einwinden einer Trosse oder der Ankerkette (Ankerspill). spill(e)rig Adj. ‘hager, schmächtig’ (19. Jh.). spindeldürr Adj. ‘dünn wie eine Spindel, sehr mager’ (19. Jh.).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
dünn · dürr · hager · knochig · mager · schmal · schmächtig  ●  schlaksig  abwertend · untergewichtig  medizinisch · dystroph  fachspr., griechisch · leptosom  fachspr. · nichts auf den Rippen haben  ugs. · nichts zuzusetzen haben  ugs. · spillerig  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›spillerig‹, ›spillrig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei sind nicht mal alle so spillerig dünn wie Katharina. [Der Tagesspiegel, 18.01.2004]
Eine zierliche, fast spillerige junge Frau schaut sehr selbstbewußt in Richtung des Betrachters. [konkret, 1992]
Der Boxer wiegt 54 Kilogramm und ist so spillerig, dass er die Fahne wohl mehrfach um sich schlingen könnte. [Die Welt, 25.08.2004]
Mit bösen Pupillen und spillerigen Fingern starrt und greift es nach dem Betrachter. [Süddeutsche Zeitung, 08.02.2001]
Dicklich oder spillerig, sie bewerfen den Vater mit den geschenkten Eicheln und Bucheckern. [Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 48]
Zitationshilfe
„spillerig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spillerig>.

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