spinnefeind

GrammatikAdjektiv (in Verbindung mit »sein«)
Aussprache
Worttrennungspin-ne-feind
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich jmdm., mit jmdm. spinnefeind seinjmdn. nicht ausstehen können, sich mit jmdm. nicht vertragen können
Beispiele:
sie sind ihm, einander spinnefeind
seit diesem Krach waren sie mit ihr spinnefeind
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spinnen · Spinne · spinnefeind · Spinn(en)gewebe · Spinn(e)webe · Spinner · Spinnrad
spinnen Vb. ‘aus Fasern (mit Hilfe des Spinnrads oder einer Maschine) Fäden drehen’. Das gemeingerm., ein präsensbildendes n enthaltende Verb ahd. spinnan (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. spinnen, afries. spinna, aengl. spinnan, engl. to spin, anord. schwed. spinna, got. spinnan (germ. *spennan) läßt sich mit lit. spę́sti (spéndžiu) ‘spannen, Fallen stellen, Fallstricke legen, etw. erstreben’ und den Formen ohne anlautendes s- lit. pìnti ‘flechten, winden’, aslaw. pędь ‘Spanne, Handbreit’, raspęti ‘ausbreiten, ausspannen, kreuzigen’, russ. raspját’ (распять) ‘kreuzigen’, pnut’ (пнуть) ‘mit den Füßen stoßen’ auf ie. *(s)pen(d)- ‘ziehen, spannen’ und ‘spinnen’ (da die zu webenden Fäden zuerst ausgespannt wurden) zurückführen. Vergleichbar ist vielleicht auch griech. pénesthai (πένεσθαι) ‘sich anstrengen, sich abmühen, bearbeiten’ (von häuslicher Arbeit, zu der auch die Tätigkeit des Spinnens gehören könnte). Die Bedeutung ‘spinnen’ ist aus dem ‘Ziehen der Faser’, die versponnen werden soll, herzuleiten. Spinne f. Name für Tiere, die aus Drüsen lange Fäden produzieren und zu einem Fangnetz verweben, ahd. spinna (10. Jh.), mhd. mnd. mnl. spinne, nl. spin (germ. *spennōn), eigentlich ‘die Fadenziehende, Spinnerin’. Anders abgeleitet sind aschwed. spinnil, schwed. spindel, dän. spinder, aengl. spīþra, engl. spider. spinnefeind Adj. ‘sehr feindlich, todfeind’ (18. Jh.), zuvor spinnenfeind (16. Jh.), nach der Gewohnheit mancher Spinnenweibchen, die Männchen nach der Begattung auszusaugen und dadurch zu töten. Spinn(en)gewebe n. landschaftlich Spinn(e)webe f. ‘Netz der Spinne’, ahd. spinnawebbi n. (9. Jh.), spinnūnwebbi n. (10. Jh.), mhd. spinne-, spinnenweppe n., md. spinnenwebe f., mnd. mnl. spinnewebbe, nl. spinneweb, eine Zusammensetzung mit ahd. webbi (8. Jh.), mhd. weppe, webbe ‘Webfaden, Gewebe, Spinnengewebe, Gürtel, Riemen’, mnd. webbe (s. ↗Gewebe), zu dem unter ↗weben (s. d.) behandelten Verb. Spinner m. ‘wer spinnt, Fasern zu Fäden verarbeitet’ (15. Jh.), dann Bezeichnung für Schmetterlinge, deren Raupen sich in gesponnenen Kokons verpuppen (18. Jh.), bildlich ‘wer Böses ersinnt’ (17. Jh.), umgangssprachlich ‘wer sich unrealistische, phantastische Dinge ausdenkt, wunderliche Gedanken hat’ (19. Jh.). Spinnrad n. ‘Gerät mit Fußantrieb zum Drehen von Fäden aus Fasern’ (16. Jh., vgl. Spinnredlain, 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
feindlich gesinnt (gegen) · ↗feindselig · ↗hasserfüllt · spinnefeind (Verstärkung) · ↗unversöhnlich · verfeindet · von Hass erfüllt · übelwollend  ●  ↗animos  lat. · ↗phobisch  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

gegenüberstehen sonst untereinander

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spinnefeind‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Anwärter des rechtsbürgerlichen Lagers aber sind sich teils spinnefeind.
Süddeutsche Zeitung, 23.09.2004
Die Städte sind sich in kulturellen Dingen von jeher spinnefeind.
Die Zeit, 17.09.2003, Nr. 38
Und beide glauben sich spinnefeind sein zu müssen - muß das wirklich so sein?
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 291
Nicht nur die, die ihm im Leben spinnefeind waren, sind daher über seinen Tod sturzbetroffen.
konkret, 1988
Von 45000 keifenden Zuschauern, die mir spinnefeind gewesen waren, blieben am Schluß der Partie nur noch etwa 5000 ungewinnbar.
Der Spiegel, 02.03.1987
Zitationshilfe
„spinnefeind“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spinnefeind>, abgerufen am 22.10.2019.

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