Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

spitzbübisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ˈʃpɪʦbyːbɪʃ]
Worttrennung spitz-bü-bisch
Wortzerlegung Spitzbube1 -isch
eWDG

Bedeutungen

1.
verschmitzt, schalkhaft
Beispiele:
ein spitzbübisches Gesicht
spitzbübisch lächeln, grinsen
mit spitzbübischem Vergnügen imitierte er die verschrobene Tante
2.
veraltet betrügerisch, diebisch, zu Vergehen geneigt
Beispiel:
er … verhöhnte um dieses spitzbübischen Ritters willen die Städte und die Bauern [ MehringLessing-Legende410]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bube · Bub · buben · Büberei · Bubenstreich · Bubenstück · Bubikopf · Bubi · bübisch · Lausbub · Lausebub · Spitzbube · spitzbübisch
Bube, Bub m. ‘Junge, Knabe, Schuft’. Ahd. nur als Männername Buobo (ebenso asächs. Bōƀo, aengl. Bōba, Bōfa), mhd. buobe (md. auch buofe, bufe) ‘Knabe, zuchtloser Mensch’ (doch insgesamt selten), mnd. bōve ‘Spitzbube, Räuber’, mnl. boeve, boef ‘Knecht, Bube’, nl. boef ‘Schurke’ sind ursprünglich wohl als kindersprachliche reduplizierende Bildung aufzufassen. Auf Grund der Ausgangsbedeutung ‘männliches Kind’ wird verschiedentlich (wie für Buhle, s. d.) Umbildung der vorgerm. Form für Bruder (s. d.) erwogen. Ablautend steht neben ahd. Buobo der Name Babo, dem u. a. alem. Bābi, obsächs. Bäbel ‘kleines Kind’, mengl. babe (engl. baby, s. Baby) und, mit abweichender Bedeutung, Wörter slaw. Sprachen wie russ. bába (баба) ‘alte Frau’ entsprechen. Bube, Bub ‘Knabe’ ist im Obd. allgemein geläufig wie Junge (s. d.) im Nordd., so auch in Zusammensetzungen wie Lehrbub neben Lehrjunge. Die stark pejorative Bedeutung ‘Schurke, Nichtswürdiger’, die aus der Verwendung für ‘Knecht, Troßknecht’ herzuleiten ist, geht vor allem vom Nd. und Md. aus und findet sich in Komposita wie Lotter-, Spitzbube. Abgeleitet buben Vb. ‘ein unsittliches, ein Lotterleben führen’, mhd. buoben; nach dem 18. Jh. unüblich. Dazu Büberei f. ‘verächtliche Tat’, mhd. buoberīe (neben buobenīe) ‘bübisches Wesen, Untat’, öfters seit Anfang 14. Jh.; frühnhd. auch für die Gesamtheit der Troßknechte. Büberei, md. auch Büferei, ist im 15. bis 17. Jh. stark verbreitet und geht dann allmählich zurück. Bubenstreich m. (16. Jh.) gleichbedeutend mit Bubenstück; auch ‘harmloser Streich von Kindern’. Bubenstück n. ‘Untat’, gebräuchlich vom 16. bis 19. Jh. Bubikopf m. ‘kurze Damenfrisur’ (nach Art eines Jungenhaarschnitts), zu der seit Anfang 19. Jh. gebräuchlichen Koseform Bubi nach 1920 gebildet. bübisch Adj. ‘verschmitzt, schelmisch, schurkisch’, spätmhd. büebisch. Lausbub, Lausebub m. ‘ungezogener, kecker Junge’ (Anfang 19. Jh.), auch für ‘schäbiger Mensch’, s. das ältere Lauser. Spitzbube m. ‘Betrüger, Gauner’ (16. Jh.), zunächst auch ‘Falschspieler’, zu spitz ‘schlau, gerissen’. spitzbübisch Adj. ‘schurkisch’, seit Anfang 16. Jh.; jetzt nur noch im Sinne ‘verschmitzt’.

Thesaurus

Synonymgruppe
schalkhaft · schelmenhaft · schelmisch · spitzbübisch · verschmitzt  ●  pikaresk  geh., franz. · pikarisch  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›spitzbübisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spitzbübisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›spitzbübisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darauf sollten die anderen Nationen nicht unbedingt spekulieren », meinte der Coach mit einem spitzbübischen Grinsen. [Die Zeit, 27.01.2013 (online)]
Der Mund verzieht sich zu einem breiten Lächeln, die Augen blitzen spitzbübisch. [Süddeutsche Zeitung, 10.11.2001]
Mit seinem spitzbübischen Lächeln gewann er die Herzen der Stars. [Die Welt, 28.10.2000]
Das sagt eine fragile alte Dame und lacht wieder spitzbübisch dabei. [Die Zeit, 04.11.2013, Nr. 44]
Und wenn es die Position erlaubt, dann schaut der Künstler nett und spitzbübisch aus dem Bild. [Die Zeit, 30.04.1993, Nr. 18]
Zitationshilfe
„spitzbübisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spitzb%C3%BCbisch>.

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