spitzfindig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungspitz-fin-dig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›spitzfindig‹ als Erstglied: ↗Spitzfindigkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

abwertend übertrieben und kleinlich scharfsinnig
Beispiele:
spitzfindige Fragen, Erklärungen
er war uns zu spitzfindig
ein Rechtsgutachten ... mit spitzfindigen Begriffsspaltereien [TollerFeuer7]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

finden · abfinden · Abfindung · erfinden · Erfindung · Erfinder · erfinderisch · unerfindlich · Fund · Fundgrube · Findelkind · Findling · findig · spitzfindig · ausfindig · fündig
finden Vb. ‘durch Zufall, durch Suchen, durch Nachdenken auf etw. stoßen’, ahd. findan (8. Jh.), mhd. vinden, asächs. fīðan, findan, mnd. mnl. nl. vinden, aengl. findan, engl. to find, anord. schwed. finna, got. finþan. Herkunft ungewiß. Vielleicht mit griech. paté͞in (πατεῖν) ‘auf etw. treten’ und lat. pōns (Genitiv pontis) ‘Knüppelweg, Brücke’ zur Wurzel ie. *pent(h)- ‘treten, gehen, worauf treten, antreffen, finden’ (s. auch ↗fahnden). abfinden Vb. ‘Ansprüche befriedigen’, reflexiv ‘sich zufriedengeben’ (16. Jh.); zuerst (14. Jh.) in der nd. Rechtssprache belegt mit der Bedeutung ‘durch Gerichtsurteil absprechen, aberkennen’. Abfindung f. ‘Befriedigung von Ansprüchen, Entschädigung’ (16. Jh.). erfinden Vb. ‘bisher noch nicht Vorhandenes ersinnen, erschaffen’, ahd. irfindan ‘erfahren, erkennen, erfassen’ (9. Jh.), mhd. ervinden ‘ausfindig machen, bemerken, erfahren’. Erfindung f. ‘das Ersonnene, Erschaffene’ (15. Jh.). Erfinder m. ‘wer bisher nicht Vorhandenes ersinnt, erschafft’ (15. Jh.), heute besonders im technischen Bereich. erfinderisch Adj. ‘einfallsreich’ (18. Jh.). unerfindlich Adj. ‘unerklärlich’, spätmhd. unervindelich. Fund m. ‘das Finden, das Gefundene’, in der Schwundstufe des Verbs, mhd. vunt, auch bergmannssprachlich ‘neuentdeckte Lagerstätte von Erzen’, dafür auch Fundgrube f. (14. Jh.), übertragen ‘Ort, wo eine Fülle von Erkenntnissen, Belehrungen anzutreffen ist’ (Ende 15. Jh.). Ursprünglich wohl zu ablautendem Fund gebildet und nachträglich (meist im 16. Jh.) an finden angelehnt sind: Findelkind n. ‘ausgesetztes, von Fremden gefundenes Kind’, vgl. mhd. vuntkint, dann auch frühnhd. vündelkint, zu frühnhd. vündel, vindel ‘Findelkind’, Deminutivum zu vunt. Findling m. ‘Findelkind’, mhd. vundelinc; seit dem 19. Jh. auch ‘ein durch Gletscher transportierter Gesteinsblock’. findig Adj. ‘erfinderisch, schlau’, mhd. vündec, vündic ‘erfinderisch, findbar’, seit dem 16. Jh. in der Form findig, s. aber unten fündig. spitzfindig Adj. älter spitzfündig, ‘listig, überklug’ (16. Jh.), vgl. auch spitzer Fund (Luther) und Spitzfund m. (16. Jh.) ‘überklug, trügerisch Erdachtes’. ausfindig Adj. älter ausfündig, meist in festen Wendungen ausfindig machen, werden ‘bekanntmachen, bekannt werden, herausfinden, erforschen’ (15. Jh.). fündig Adj. ‘Bodenschätze aufweisend, ergiebig’, seit dem 16. Jh. bedeutungsdifferenzierend die alte Form gegenüber findig (s. oben) bewahrend.

Thesaurus

Synonymgruppe
haarspalterisch · spitzfindig · ↗wortklauberisch  ●  wortakrobatisch  abwertend · ↗kasuistisch  geh. · ↗rabulistisch  geh., abwertend · ↗sophistisch  geh., abwertend
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwalt Argument Argumentation Auslegung Definition Einwand Formulierung Formulierungnskampf Interpretation Jurist Konstruktion Unterscheidung argumentieren juristisch klingen Überlegung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spitzfindig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das bis dahin breit entwickelte Gebiet verwendet eine spitzfindigere Terminologie.
Die Zeit, 01.01.2004, Nr. 02
Ähnlich spitzfindig dürfte auch der Themenkomplex WM 2006 abgehandelt werden.
Süddeutsche Zeitung, 03.05.2002
Die Worte »Gruppe« oder »Organisation« sollten nicht gekünstelt oder spitzfindig ausgedeutet werden.
o. A.: Siebzigster Tag. Donnerstag, den 28. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 2955
Durch sie wird das Volk, das den spitzfindigen Reden mit Vergnügen zuhört, lediglich in die Irre geführt.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 11347
Unter gutem Ton dürfen wir uns keine schwerfällige oder spitzfindige Affektation vorstellen, wie sie einst vielleicht gebräuchlich war.
Gleichen-Russwurm, Alexander von: Der gute Ton. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1932], S. 21624
Zitationshilfe
„spitzfindig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spitzfindig>, abgerufen am 23.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Spitzer
Spitzenzeit
Spitzenwert
Spitzenwein
Spitzenwachstum
Spitzfindigkeit
Spitzfuß
spitzgesichtig
Spitzgiebel
spitzgiebelig