spornen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungspor-nen
Wortbildung mit ›spornen‹ als Letztglied: ↗anspornen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Beispiel:
die Stiefel spornen (= mit Sporen versehen)
2.
veraltend
Beispiel:
das Pferd spornen (= ihm die Sporen geben)
übertragen jmdn. spornenjmdn. anspornen, anfeuern
Beispiele:
der Trainer spornte die Gruppe zu immer höheren Leistungen
die Mutter hüllte mich ein in Zärtlichkeit und Lob und spornte meinen Eifer für den folgenden Tag [CarossaGion228]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sporn · spornen · anspornen · Ansporn · spornstreichs
Sporn m. (Plur. Sporen) ‘nach hinten gerichteter Hornstachel an der Ferse mancher Vögel, am Absatz des Reitstiefels angebrachter Metallstachel, mit dem das Pferd angetrieben wird’. Neben ahd. sporo (9. Jh.), mhd. spor(e) ‘Reiter-, Hahnensporn, Antrieb’, mnd. spōre, asächs. sporo, mnl. spōre, nl. spoor, aengl. spora, spura, engl. spur, anord. spori, schwed. sporre (germ. *spuran-) stehen die (Nasalsuffix aufweisenden) stark flektierenden Verben ahd. spurnan ‘mit dem Fuß treten, anstoßen’ (10. Jh.; vgl. bispurnan ‘beleidigen’, 9. Jh., firspurnan ‘anstoßen’, 8. Jh.), spirnan ‘eine Spur eindrücken’ (um 1000; vgl. firspirnan ‘anstoßen, stolpern’, 9. Jh.), asächs. aengl. spurnan, anord. sperna, spenna, sporna ‘treten, fortstoßen’, schwed. spjärna (germ. *spurnan), die die Neigung haben, schwach flektierende Formen zu entwickeln wie ahd. spurnen ‘mit dem Fuß stoßen, ausschlagen’ (10. Jh.; vgl. widarspurnen ‘störrisch, widerspenstig sein’, 9. Jh.), mhd. spürnen, mengl. spurnen ‘mit dem Fuß, dem Sporn antreiben’, engl. to spurn ‘verschmähen, verächtlich wegstoßen’, anord. sperna ‘treten, drängen’. Verwandt sind aind. sphuráti ‘schnellt, tritt, stößt (weg), schleudert, funkelt, blinkt’, griech. spá͞irein (σπαίρειν) ‘zucken, zappeln’ (von sterbenden Lebewesen), lat. spernere ‘wegstoßen, verwerfen, verschmähen, verachten’, asper ‘rauh, barsch, abstoßend’, air. seir (aus *sperets) ‘Ferse’, lit. spìrti ‘mit dem Fuß stoßen, nach hinten ausschlagen, trotzen, sich widersetzen’. Zugrunde liegt eine Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, mit dem Fuß wegstoßen, zappeln, schnellen’ (wozu auch ↗Spur und ↗Sperling, s. d.). Das auslautende -n des Nominativs der nhd. Form (seit etwa 1700) entstammt den flektierten Kasus des Sing. bzw. dem (häufiger belegten) Plur. Sporen. Auszugehen ist wohl von einer alten Bedeutung ‘Fußstoß, -tritt’, die auf das den Hackentritt (zum Antreiben des Pferdes) verstärkende Gerät, danach auf die damit verglichene rückwärts gerichtete Kralle des Hahnes übergeht. Vielfach in festen Wendungen, vgl. dem Roß, Pferd die Sporen geben ‘es antreiben’ (16. Jh.), sich (goldene) Sporen (ehemals Kennzeichen des Ritters) verdienen ‘sich gut bewähren’ (18. Jh.), mit den Sporen klirren ‘sich kämpferisch gebärden’ (19. Jh.). spornen Vb. ‘mit dem Sporn antreiben, mit Sporen versehen’ (17. Jh.), von nhd. Sporn abgeleitet. Älter gleichbed. mhd. spor(e)n, nhd. sporen (bis ins 18. Jh. bezeugt), abgeleitet von mhd. spor(e), frühnhd. Spore. Dazu die Wendung gestiefelt und gespornt ‘startbereit, fertig’ (18. Jh.), zuvor gestiefelt und gesport (16. Jh.). anspornen Vb. ‘antreiben, ermuntern’ (17. Jh.), eigentlich ‘mit den Sporen vorwärtstreiben’. Daraus rückgebildet Ansporn m. ‘Aufmunterung, Unterstützung’ (19. Jh.). spornstreichs Adv. ‘in höchster Eile, schleunigst’ (17. Jh.), sporstreichs ‘unter Anwendung von Streichen, Stößen mit den Sporen’ (um das Pferd zur Eile anzutreiben, 16. Jh.); adverbieller Genitiv von vorauszusetzendem Spor(en)streich (s. ↗Streich). Seit dem 18. Jh. nur noch im oben genannten übertragenen Sinne.

Typische Verbindungen
computergeneriert

an anspornen dazu stiefeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spornen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann stehen die Kinder gestiefelt und gespornt zum Abholen bereit.
Die Zeit, 21.10.1988, Nr. 43
Beatrice flammte mich an mit ihren indianischen Augen, das spornte mich unerhört.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 223
Er "sitzt auf einem gewaltigen Ross, gestiefelt und gespornt, und nebenher läuft ein weißes Hündchen.
Die Zeit, 08.10.1998, Nr. 42
Daß sie gestiefelt und gespornt eintraten, war ein flagranter Verstoß gegen die Landessitte.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 84
Ich hatte mich von meinen Mitarbeitern verabschiedet, und unsere Familie harrte gestiefelt und gespornt zur festgesetzten Stunde erwartungsfroh der vielbesprochenen Abreise.
Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 187
Zitationshilfe
„spornen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spornen>, abgerufen am 18.07.2019.

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