spotten

GrammatikVerb · spottet, spottete, hat gespottet
Aussprache
Worttrennungspot-ten
GrundformSpott
Wortbildung mit ›spotten‹ als Erstglied: ↗Spötter · ↗Spötterei  ·  mit ›spotten‹ als Letztglied: ↗ausspotten  ·  mit ›spotten‹ als Grundform: ↗spötteln  ·  formal verwandt mit: ↗Gespött
eWDG, 1976

Bedeutung

Spott äußern
Beispiele:
er spottet gern, ist immer bereit zu spotten
du hast leicht spotten! (= bist in einer ganz anderen Lage!)
spottende Reden, Worte im Munde führen
»spotte nicht noch!«, rief sie
über jmdn., etw. spottenüber jmdn., etw. spöttisch sprechen, jmdn., etw. verspotten
Beispiele:
sie spotteten über ihn, seine geschraubte Ausdrucksweise
[die Reiterinnen] fingen schon von weitem an, über uns zu lachen und zu spotten [Hausm.Abschied189]
gehoben, veraltend jmds., einer Sache spotten
Grammatik: mit Genitiv
Beispiele:
sie spotteten aller Schwierigkeiten, Gefahren
umgangssprachlichdas, sein Benehmen spottet jeder, aller Beschreibung (= übersteigt jedes Maß)
Er verbreitete die wüstesten Geschichten über mich, die jeder Wahrheit spotteten (= alles andere als wahr waren) [DurieuxTür243]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spott · spotten · spötteln · Spötter · spöttisch · spottbillig · Gespött
Spott m. ‘empfindlich treffender Scherz, Hohn’, ahd. (8. Jh.), mhd. spot, auch ‘Zweifel, Sünde’, asächs. spott, mnd. mnl. nl. spot, afries. spott, anord. spottr m., spott n. (germ. *spuþþa-) und das abgeleitete, expressive Konsonantendoppelung aufweisende spotten Vb. ‘sich über jmdn., etw. lustig machen, verhöhnen’, ahd. spottōn (10. Jh.; bispottōn, 9. Jh.), mhd. spot(t)en, mnd. mnl. nl. spotten, anord. spotta ‘verhöhnen’, schwed. spotta ‘speien, spucken’ lassen sich mit ahd. spīwizzōn (Hs. 12. Jh.), mhd. spiutzen, spūtzen ‘speien’, mnl. spoiten, nl. spuiten ‘(Wasser) speien, spritzen’, anord. spȳta ‘spucken’ als Intensivbildungen (s. auch ↗spucken) zu dem unter ↗speien (s. d.) behandelten Verb stellen. Die Herkunft ist freilich ungewiß, doch könnte die Bedeutung von ‘jmdn. anspucken als Zeichen der Verachtung’ ausgegangen sein. spötteln Vb. ‘leicht spotten’, Iterativbildung zum Verb (16. Jh.). Spötter m. ‘wer spottet’, ahd. spottāri ‘gewerbsmäßiger Spaßmacher’ (Hs. 12. Jh.), mhd. spottære, spotter, auch (mit Umlaut seit 13. Jh.) spötter. spöttisch Adj. ‘voller Spott, höhnisch’ (16. Jh.); vgl. mhd. spottec, spottic und spöttischen Adv. spottbillig Adj. ‘sehr, außerordentlich preiswert’ (18. Jh.); vgl. spottwohlfeil (17. Jh.) sowie Spottgeld ‘lächerlich geringer (eigentlich den Spott herausfordernder) gebotener Betrag für etw.’ (17. Jh.), dann ‘äußerst niedriger Preis’, ferner um ein Spott (‘ganz billig’) geben (16. Jh.). Gespött n. ‘Verspottung’, mhd. gespötte, Kollektivbildung zu Spott.

Thesaurus

Synonymgruppe
auslachen · ↗frotzeln · ↗lästern · ↗scherzen · ↗spötteln · ↗ulken · ↗verspotten · ↗witzeln  ●  ↗höhnen  negativ · spotten  Hauptform · ↗verhöhnen  negativ · ↗(sich) mokieren  geh.
Unterbegriffe
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspielung Bayern-Präsident Beschreibung Boulevardblatt Branchenkenner CSU-Landesgruppenchef Economist Hosenträger Insider Kabarettist Kolumnist Komiker Kommentator Kritiker Leitartikler Volksmund Zyniker ausspotten einst genüßlich höhnen jüngst kürzlich lästern neulich schimpfen selbstironisch spotten unlängst über

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spotten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die sind bei so was ja immer sehr großzügig ", spottet er.
Bild, 26.04.2002
Er habe immer gewusst, was er nicht wolle, aber nicht, was er wolle, pflegten seine Kritiker zu spotten.
Der Tagesspiegel, 19.09.2000
Sie blickte unsicher zu ihm auf, aber er spottete nicht.
Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 17
Erklärungen flogen herüber und hinüber, und die Szenen, die sich in zahlreichen Versammlungen abspielten, spotteten jeder Beschreibung.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 3800
Sie haben sich gar nicht lange gequält und spotten schon heute voller Hohn auf die Revolution!
Tucholsky, Kurt: Preußische Presse. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 6473
Zitationshilfe
„spotten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/spotten>, abgerufen am 07.12.2019.

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